Donnersbergkreis Internationaler Anstrich in Bolanden

Den Zielstrich im Blick: Kampf um die Plätze oben an der Lemmerwiese.
Den Zielstrich im Blick: Kampf um die Plätze oben an der Lemmerwiese.

«Bolanden.» Radsport-Höhepunkt des Jahres im Donnersbergkreis: Über 300 Akteure aus dem In- und Ausland fuhren gestern in und um Bolanden um Prämien und Siege. Der Hattrick von Simon Nuber im Hauptrennen der KT-E-/A-B-Klasse blieb aber aus. Den Sieg sicherte sich Thomas Koep (Team Embrace The World Cycling). Wieder einmal glänzte der Radfahrer-Verein Bolanden (RVB) als erstklassiger Ausrichter und dürfte sich erneut für die Ausrichtung eines Bundesliga-Rennens oder gar für die Deutsche Meisterschaft empfehlen.

Der vom Bund Deutscher (BDR) als „Radklassiker“ ausgeschriebene Renntag in Bolanden hat nicht nur eine lange Tradition, auch bei der gestrigen 52. Auflage kamen wieder zahlreiche Radsportler aus dem gesamten Bundesgebiet in den Donnersbergkreis. Diesmal ließen sich sogar zwei Nachwuchstalente des zur World Tour zählenden Team Sunweb die Möglichkeit nicht entgehen, sich einem Test vor den nächsten internationalen Aufgaben zu unterziehen. Der in Queidersbach lebende Niklas Märkl, der Bundesliga-Sieger der Junioren in den letzten beiden Jahren, und sein Kollege Sergio Tu aus Taipeh nutzten gestern Nachmittag ihr rennfreies Wochenende abseits den Teamverpflichtungen zu einer Formüberprüfung auf dem schweren 7,8 Kilometer langen Rundkurs. Statt beim Bundesliga-Rennen in Illsfeld-Auenstein am Start zu sein, nutzte Märkl und sein asiatischer Kollege Tu das Rennen in der Nordpfalz zum Training. „Heute war ein hartes Training angesagt, und deshalb habe ich auch das Rennen in Bolanden zur Vorbereitung auf die DM am kommenden Wochenende genutzt“, meinte Märkl. Für sein Teamkollege Tu war es der Abschluss der Frühjahrssaison, da er heute zum Urlaub nach Taipeh zurückfliegt. So erhielt der gestrige Klassiker auch wieder internationalen Anstrich. Am Start waren auch der in Osthofen lebende Spitzenmountainbiker Karl Platt (Team Bulls) sowie der Radcross-Spezialist Sascha Weber (Mountainbike Freiburg), die diesmal von den breiten Stollenreifen auf die schmalen Straßenreifen umgestiegen sind. „Eigentlich wollte ich heute nach St. Moritz fahren, wo ich am kommenden Freitag beim Engadin Bike Giro an den Start gehe“, meinte Platt, der von Krämpfen geplagt zwei Runden vor dem Ende ausstieg. „Das war eine Vorsichtsmaßnahme, ich wollte da nichts riskieren“, meinte der 40-jährige, der als Höhepunkt die Mountainbike-Marathon-WM im September in den Dolomiten sieht. Davor geht es aber noch nach Kanada und nach Kolumbien. „Da wollte ich mal wieder in Bolanden dabei sein. Ich habe es auch erst kurzfristig von Sascha Weber erfahren. Ich habe einfach gute Erinnerungen an Bolanden“, meinte Platt. Im Jahr 2001 beim Sieg von Lars Teutenberg stand er als Zweitplatzierter ebenfalls auf dem Podest. „Es ist einfach ein besonderes Rennen“. Außergewöhnlich sind auch die hohen Preisgelder und Prämien beim „Großen Preis des Donnersbergkreises“. Allein beim Hauptrennen der KT-/Elite-/A-/B-Klasse wurde ein Preisgeld von 1500 Euro ausgeschüttet. Für den Sieger gab es allein 260 Euro. Bei keinem anderen pfälzischen Rennen wird solch ein hoher Geldbetrag ausgeschüttet. Ein Novum ist auch der Bergpreis, den der RV Bolanden alljährlich ausschreibt. Für jeden Punkt gab es auch eine Prämie von acht Euro. Felix Intra, das Nachwuchstalent aus dem Bundesliga-Team Sauerland, der auf 29 Zählern kam, durfte sich neben dem Preisgeld für den sechsten Platz von 75 Euro dann über zusätzliche 203 Euro freuen. Möglich macht dies allerdings das großartige Engagement der vielen Sponsoren, die wesentlichen Anteil am Fortbestand der Traditionsveranstaltung haben. „Darauf sind wir stolz“, sagte Vereinschef Herrmann Schäfer. Dabei schließt der RV Bolanden nach dem großen Lob über die Ausrichtung des alljährlichen Radklassikers nicht aus, über die Ausrichtung einer Deutschen Meisterschaft oder eines Bundesliga-Rennens nachzudenken. „Die Auflagen, die wir dann gemacht bekommen, müssen aber auch erfüllbar sein. Auch muss es dann Gespräche auf gegenseitiger Augenhöhe mit dem BDR geben“, sagte Vereinschef Herrmann Schäffer. Zuletzt war der RV Bolanden am 27. Juni 1991 Ausrichter eines Bundesliga-Rennens. Sport

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