Kriegsfeld RHEINPFALZ Plus Artikel Hat einer der letzten Hartplätze bald ausgedient?

Der FV Kriegsfeld ist einer der letzten Vereine im Herrenfußball, die auf einem Hartplatz spielen. Mit Erfolg: Der FVK führt die
Der FV Kriegsfeld ist einer der letzten Vereine im Herrenfußball, die auf einem Hartplatz spielen. Mit Erfolg: Der FVK führt die Heimtabelle der C-Klasse-Nord an.

In Kriegsfeld im Donnersbergkreis wird noch im Staub auf hartem Untergrund Fußball gespielt. Ein Rasenplatz ist aber längst in der Diskussion. Zuletzt gab es Fortschritte.

Es soll tatsächlich auch heute noch manchen Fußballer geben, der große Freude daran hat, sich Woche für Woche zwischen Staub und Steinchen die Haut aufzuschürfen. Was für manchen „ehrlicher Fußball“ ist, ist für die meisten Freunde des Ballsports aber längst aus der Zeit gefallen. Kein Wunder also, dass in Kriegsfeld, wo auf einem der letzten verbliebenen Hartplätze des Donnersbergkreises um Kreisliga-Punkte gespielt wird, seit einiger Zeit über eine Modernisierung des Platzes diskutiert wird. Ob Kunst- oder Naturrasen ist dabei völlig offen. Denn bereits Diskussionen darüber, ob überhaupt etwas passieren wird, sind zäh und kontrovers.

An manchen Stellen ist der Hartplatz in Kriegsfeld bereits in schlechtem Zustand. Wie lange er noch bespielbar bleibt, ist offen
An manchen Stellen ist der Hartplatz in Kriegsfeld bereits in schlechtem Zustand. Wie lange er noch bespielbar bleibt, ist offen.

Das aktuellste Kapitel zum Thema Sportplatzsanierung fand kürzlich im Gemeinderat in Kriegsfeld statt. Dabei stand auf der Tagesordnung lediglich der Punkt, ein Bodengutachten für 4600 Euro zu bezahlen, um anschließend überhaupt konkret in die Planung gehen zu können, was denn ein möglicher Rasenplatz in der Zukunft kosten könnte. Vom „ersten Schritt“ war wiederholt die Rede. Dieser ersten Schritt musste jedoch fleißig diskutiert werden. Der Grund: Einmal mehr das liebe Geld. Denn manches Ratsmitglied ist in Sorge, dass ein erster Schritt eben auch bedeutet, dass man im Handumdrehen ein Millionenprojekt stemmen muss. Und das sollte bei einem defizitären Haushalt, den Kriegsfeld bereits jetzt hat, gut durchdacht sein. Schließlich hat der Gemeinderat zuletzt auch für eine kostspielige Immobilien-Sanierung votiert, die sich ebenfalls noch im Haushalt niederschlagen wird.

Kinder und Jugendliche zieht es eher auf den Rasen

Bei einer Gegenstimme und fünf Enthaltungen entschied der Rat schließlich, das Angebot für ein Bodengutachten anzunehmen. Der Erste Beigeordnete Ingo Werst, der auch Vorsitzender des FV Kriegsfeld ist, erklärte geduldig im Rat, was die nun folgenden Schritte sein werden. Werst hatte bereits erste Gespräche mit dem zuständigen Ministerium in Mainz geführt. „Das Bodengutachten ist die notwendige Grundlage, um dann einen Sportstättenplaner zu beauftragen. Ohne Gutachten kann der keine seriösen Zahlen nennen“, so Werst. Wenn es dann ein Gutachten und irgendwann ein konkretes Angebot für den Umbau zum Kunst- oder Naturrasenplatz gibt, müsse man ohnehin neu diskutieren.

Kunstrasen oder Naturrasen oder am Ende doch nur eine Sanierung? Zunächst soll ein Bodengutachten dafür sorgen, dass konkrete Pl
Kunstrasen oder Naturrasen oder am Ende doch nur eine Sanierung? Zunächst soll ein Bodengutachten dafür sorgen, dass konkrete Planungen gemacht werden können.

Weniger Diskussionsgrundlage hatte hingegen die Frage nach der Notwendigkeit einer Sanierung des Platzes. Denn was nicht nur Werst in den Raum warf, war die Frage, wie lange der aktuelle Platz denn überhaupt noch bespielbar sein wird. Dass der Hartplatz in keinem guten Zustand mehr ist, ist leicht zu erkennen. Unebenheiten, Abnutzung des Untergrundes und andere Spuren des Verschleißes sind längst sichtbar. Und zweifellos ist der staubige und steinige Untergrund auch ein Grund für manches Kind, doch lieber einen Ort weiter gegen den Ball zu treten. Ein Jugendtrainer bestätigt auch in der Ratssitzung, dass dadurch das Fußball-Angebot in Kriegsfeld nach und nach an Attraktivität verliert, vor allem eben für Kinder und Jugendliche. Um dem entgegenzuwirken, müsse etwas passieren. Allerdings kostet ein Neubau eines Kunstrasens beispielsweise erfahrungsgemäß einen höheren sechsstelligen Betrag. „Es gibt allerdings auch einige mögliche Förderprogramme. Auch die verlangen vorab aber nach einer seriösen Planung, die im ersten Schritt ein Bodengutachten benötigt“, erklärte Ingo Werst. Im Rat wurde auch wiederholt die Idee laut, dass der FVK ja auch selbst über verschiedene Aktionen Geld akquirieren könnte, um das Gutachten oder mögliche andere Kosten abzudecken. Letztlich fand der Beschluss dann aber doch seine Zustimmung.

Trotz allem: FVK mit starker C-Klassen-Saison

Denn deutlich wurde auch, dass die Zukunft des Sportplatzes in Kriegsfeld eben nicht nur die Fußballer berührt, sondern auch alle anderen Gruppen, die den Platz nutzen. So wurde im Rat auch betont, dass für die Infrastruktur der Gemeinde ein funktionierender Sportplatz eben von großer Bedeutung sei. Spannend wird also sein, wie die Diskussionen im Rat dann weitergehen, wenn mittelfristig konkrete Zahlen auf den Tisch kommen. Unbeeindruckt von den Diskussionen und dem Zustand des Platzes spielt die Mannschaft des FVK indes eine starke Saison und macht trotz nicht optimaler Bedingungen beste Werbung in eigener Sache. Nach 18 gespielten Spielen stehen die Kriegsfelder auf dem zweiten Tabellenplatz der C-Klasse Kaiserslautern/Donnersberg Nord – und sind in der Heimtabelle zudem Tabellenführer.

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