Eisenberg / Grünstadt
Handel: Was passiert jetzt eigentlich mit den ganzen Schoko-Osterhasen?
Der Blick in den Supermarktregale zeigt: Osterhasen sind billiger geworden, deutlich billiger. Ein Trend, der diese Woche in allen Märkten zu beobachten war und den große Handelsketten auch bestätigen. So lässt die Presseabteilung von Aldi Süd verlauten: „Unsere Ostersüßigkeiten wurden in diesem Jahr stark nachgefragt. Daher gibt es in unseren Filialen nur noch geringe Restmengen. Wir bemühen uns grundsätzlich intensiv darum, ausreichende Mengen von Saisonartikeln bereitzuhalten.“ Es werde sorgfältig geplant und möglichst auf die Erfahrungen aus den zurückliegenden Jahren zurückgegriffen. Für eine bedarfsgenaue Bestellung nutzen die Filialleiter ein intelligentes Bestellvorschlagssystem, das automatisch die benötigte Ware erfasst und bestellt. Damit diese System verlässliche Vorschläge mache, werde es von verschiedenen Abteilungen wie Logistik oder Einkauf und den Filialen selbst mit den benötigten Informationen gepflegt, schreibt Aldi. Zeichne sich trotz sorgfältiger Planung ab, dass Produkte nicht verkauft werden, biete Aldi Süd die Ware zu einem reduzierten Preis an. Nahezu alle rund 1940 Aldi-Süd-Filialen kooperierten außerdem mit örtlichen Tafeln oder anderen sozialen Einrichtungen.
Das intelligente Bestellvorschlagssystem im Ramosa-Markt in Ramsen ist die Chefin Gerti Hennek selbst. „Wir haben dieses Jahr alles verkaufen können, die Ware war bis Ostern ausverkauft, deshalb stellt sich uns die Frage von Preisnachlässen oder Abgabe an Tafeln nicht“, so die Inhaber des kleinen Ramsener Anbieters.
Kaum Oster-Reste bei Globus
Kaum Probleme mit Restmengen hat Globus in Grünstadt. Olaf Fischer, Geschäftsleiter der Grünstadter Filiale, informiert: „Die wenigen Artikel, die übrig geblieben sind, wurden jetzt eine Woche nach Ostern reduziert verkauft und danach an die lokalen Tafeln abgegeben. Auch nutzen wir die Möglichkeit, Non-Food-Osterware an unsere Lieferanten zurückzugeben. In diesem Jahr gibt es jedoch keine Übermengen an Osterware. Die Absätze für die Ostersaison liegen über den Absätzen des Vorjahres“, sagt Fischer.
Auch Rewe geht ähnlich vor: „Trotz modernster Mengenprognosen gibt es bei den österlichen Saisonartikeln immer wieder Produkte, die vor den Feiertagen keinen Käufer finden. Das Gros diese Restmengen vermarkten wir dann zu besonders günstigen Preisen. Der Rabatt variiert abhängig vom Produkt und der Restmenge. Abnehmer sind nach den Feiertagen vor allem Schokoladenliebhaber, für die die Form der Schokolade zweitrangig ist.“ Welche Mengen an die Tafeln abgegeben werden, mit denen die Rewe-Märkte grundsätzlich kooperieren, liegt in der Entscheidungshoheit es jeweiligen Marktverantwortlichen“, beantwortet das Unternehmen die Anfragen.
Das sagen Tafel und Brücke
Bei der Grünstadter Tafel sind bislang noch wenige Osterhasen gelandet. „Das variiert“, sagt Barbara Böckmann, die Leiterin der Grünstadter Tafel. In der erste Woche nach den Festen sei es meist so, dass die Geschäfte die Ware noch selbst verkaufen und dann billiger anbieten. „Aber wir hatten auch schon den Fall, dass wir mit Nikoläusen überschüttet wurden“, sagt sie. Wenig Sinn mache es, beispielsweise die Schokolade aus Adventskalendern auszupacken. „Das haben wir vor Jahren mal gemacht, alles in neue Tüten gesteckt und an unsere Kunden verteilt. Begeisterung wecken Sie mit solchen Aktionen beim ehrenamtliche Helferteam aber nicht“, sagt sie.
Entspannt sieht die Osterhasensituation auch Dagmar Grünewald von der Eisenberger Brücke. „Wir hatten schon einige Spenden vorm Fest und konnten für unsere Kunden Osterpäckchen inklusive Hasen zusammenstellen“, erzählt sie. Was die Supermärkte jetzt in dieser Woche noch in den Regalen zu verbilligten Preisen haben, werde wohl erst in kommenden Woche bei der Brücke landen, so Grünewald, die sich wie ihre Kollegin Böckmann aber über die großzügige Unterstützung aus dem Lebensmitteleinzelhandel freut.