Donnersbergkreis „Halle würde mit Leben erfüllt“
Die Tai-Chi-Akademie hat sich als Mieter bei der Stadt Kaiserslautern um die Friedenskapelle beworben. Ihr Konzept für den Betrieb sieht eine Mischung von Kultur und Sport für alle Altersklassen und unabhängig von Bildung und Herkunft vor. Der Verein hat über 100 engagierte Mitglieder.
Das Konzept der Tai-Chi-Akademie steht. Der Verein für Kung-Fu, Tai-Chi-Chuan und Qi Gong hat sich auf die Ausschreibung der Stadtverwaltung hin beworben und konkurriert nun mit dem Konzept für ein „soziokulturelles Stadtteilzentrum Friedenshalle“, das die Volkshochschule, das Kulturreferat und die Zukunftsregion Westpfalz erarbeitet haben. Die Vergabe der Friedenshalle in der Friedenstraße wurde inzwischen von Oberbürgermeister Klaus Weichel verschoben. Sie soll möglicherweise zuerst als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt werden. „Dafür haben wir Verständnis, die Flüchtlinge haben Priorität“, erklären der Vorsitzende Adelino Rondalli und Trainer Jörg Roth im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Trotzdem: „Je eher“ der Verein die Halle betreiben könne, „desto besser“, sagen sie, denn bisher besitzt die Tai-Chi-Akademie keine eigenen Räume. Mit solchen könnten sie ihr Angebot ausweiten, wobei Rondalli und Roth betonen, es gehe in der Akademie nicht nur um Kampfsport, sondern vielmehr um Kampfkunst. Dahinter stehe ein umfassendes Spektrum, das kulturelle, integrative, gesundheitliche und soziale Aspekte umfasse. „Wir kümmern uns um den Nachwuchs, fördern Schulkinder und Jugendliche mit besonderem Unterricht“, erklären Rondalli und Roth. Als Beispiel nennt Roth den Unterricht in der Schule für ganzheitliche Förderung am Beilstein, an der er die Kinder in Kung-Fu unterrichtet. Als weiteres Beispiel führt er die Zusammenarbeit mit dem SOS-Kinderdorf an, wo momentan vier Jugendliche aus Afghanistan mittrainierten. „Wir würden unser Programm gerne ausweiten.“ Die Akademie denkt dabei nicht nur an eine größeres Kursangebot, sondern auch an regelmäßige Angebote zum Beispiel für ADHS-Kinder, auf die sich das ganzheitliche Training äußerst positiv auswirke. Stichworte sind das Fördern von geistiger und körperlicher Koordination, das Stärken von Körper und Geist, die Stressbewältigung, Gewaltprävention oder auch gesundheitliche Prävention und soziale Achtsamkeit. Die Akademie vermittele Wissen, das „vom Meister zum Schüler“ in gegenseitigem Respekt, mit Disziplin und dem Streben nach Harmonie weitergegeben werde. Die Friedenshalle soll mit gemeinsamen Lese- oder Videoabenden, Ausstellungen und Musik- oder Schauspielabenden auch zu einer kulturellen Begegnungsstätte werden. Jörg Roth ist der Sänger der bekannten Mittelalter-Folk-Rock-Band „Saltatio mortis“. Er hat internationale Kontakte, die er für Veranstaltungen in der Friedenshalle gerne nutzen würde. „Wir wollen eine Tür aufmachen“, schildern Rondalli und Roth ihr Anliegen, zu dem es auch gehört, offen für andere Vereine zu sein. Die Tai-Chi-Akademie sei in der Lage, finanziell benachteiligten Menschen die Trainingsausrüstung zu stellen. Der Materialfundus an Geräten oder Matten sei enorm. „Die Halle würde mit Leben erfüllt“, denn die rund 100 Mitglieder seien aktiv und engagiert. Der Innenausbau, den die Stadt zur Bedingung gemacht hat, hält der Verein für machbar. Es gebe Architekten und Handwerker als Mitglieder, für sie sei das kein Problem, sagt Rondalli, der selbst Architekt ist. Der Betrieb der Halle sei dem Verein ohne externe Hilfe möglich: „Wir brauchen keine Zuschüsse.“ (ita) Info www.tai-chi-akademie.de