Donnersbergkreis Gute Noten fast überall Voraussetzung

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Die Parkplatznot am Schulzentrum und am Hallenbad kündigte bereits Großes an: Mehr als 700 Personen warteten im überfüllten Forum der Neumayerschule auf die Eröffnung der ersten gemeinsamen Berufsinformationsmesse der Realschule plus und des Nordpfalzgymnasiums. Dass die Großveranstaltung, bei der umfangreiche Informationen zu Beruf, weiterführenden Schulen und Studium gegeben wurden, ein voller Erfolg war, belegen Rückmeldungen aller Beteiligten, ob Veranstalter, Referenten, Eltern oder Schüler.

Dicht gedrängt standen Schüler und Eltern im Forum, die Bühne reichte nicht für die Vorstellung aller Workshop-Anbieter aus. Kreisbeigeordneter Jamill Sabbagh war überwältigt vom Rieseninteresse an der Veranstaltung und dankte allen Firmen, Betrieben und Behörden für ihre Teilnahme. Welche Kompetenzen muss ich haben? Sind Teamfähigkeit oder Medienkompetenz erforderlich? Auf welche Schulfächer kommt es hauptsächlich an? Wird auf die Mitarbeits- und Verhaltensnoten Wert gelegt? Wie sieht es mit Urlaubstagen und der Vergütung aus? Wird Weiterbildung angeboten, und wie sind die Aufstiegschancen? – Mit diesen Fragen wurden die Referenten in den Workshops von den Schülern bombardiert, die Antworten wurden sorgfältig in ihre Fragebögen eingetragen. Die Meisterschule für Handwerker in Kaiserslautern stellte Michael Kullmann vor. In dieser Einrichtung werden nicht nur Meister und Techniker ausgebildet, sondern sie bietet darüber hinaus eine Erstausbildung in neun Berufen an, wobei für jede Gruppe, ob Steinmetz, Mechaniker, Elektroniker, Maler, Lackierer oder Mechatroniker, eine eigene Werkstatt vorhanden ist. Man bekomme zwar keine Vergütung, so Kullmann, doch die Ausbildung sei sehr umfangreich, dazu Theorie und Praxis unter einem Dach, und schon vor der Abschlussprüfung bekämen viele Absolventen Arbeitsverträge. Dieser Workshop wurde beispielsweise vom 14-jährigen Lukas Stoll aus Oberwiesen besucht. Er geht in die 9. Klasse der Realschule und ist glücklich, bereits einen Ausbildungsvertrag als Systemelektroniker erhalten zu haben. Sein Vater Andreas ist von der Meisterschule überzeugt: „Sie bieten da eine gute Ausbildung, und für meinen Sohn ist dieses Konzept genau das richtige.“ Beim Workshop der Landespolizei informierten Jasmin Sauter von der Dienststelle Kirchheimbolanden und Anja Marx aus Eisenberg über die vielfältigen Möglichkeiten in der Polizeilaufbahn. Sie berichten über Einstiegsmöglichkeiten und Voraussetzungen nach der Mittleren Reife oder dem Abitur. Marx pries einen sehr interessanten Beruf an, der aber auch Schichtdienst erforderlich macht und gute Deutschkenntnisse voraussetzt. Schon beim Aufnahmetest, der einen Sport- und einen Intelligenztest sowie ein Deutschdiktat und eine medizinische Untersuchung umfasst, würden viele Bewerber scheitern. „Die Rechtschreibung und sportliche Fitness ist bei etlichen der Knackpunkt“, so Marx. Das alles schreckte Veit Brüsewitz aus dem Zellertal, Schüler der 9. Klasse am NPG, nicht ab. Er zeigte großes Interesse und informierte sich anschließend auch im Workshop der Bundeswehr. Vater Tim unterstützt die Absichten seines Sohnes, einen Beruf in Uniform zu ergreifen, fand nur die Zeit zu kurz, um sich detailliert informieren zu können. Mit großem Interesse verfolgten Angela Dorbert aus Stetten und ihr Sohn René die Ausführungen von Catrin Eibel und Marian Hesse von Aldi Süd. Aldi bietet vom Verkäufer über den Einzelhandelskaufmann bis zum geprüften Handelsfachwirt, dem dualem Studium oder gar dem Master of Arts vielfältige Ausbildungen und Studiengänge. Notwendig seien gute Noten in Mathematik, so Eibel und Hesse, und im Sport, da von körperlicher Belastung im Laden auszugehen sei. Unbedingte Voraussetzungen seien ein guter Schulabschluss, gute Allgemeinbildung, Flexibilität und Teamgeist, dazu Respekt beim Umgang mit Kunden. René wird nächstes Jahr die Schule mit der Berufsreife verlassen und kann sich eine Ausbildung bei Aldi vorstellen. „Ich bin von den Ausführungen sehr angetan und möchte ein Schnupperpraktikum absolvieren. Besonders gut finde ich die Berufsaussichten nach der Ausbildung“, fand er. In der abschließenden Feedbackrunde hat die RHEINPFALZ noch einige Meinungen eingeholt: Hausherr Jörg Oeynhausen war mit der Resonanz sehr zufrieden. Man habe es geschafft, den Schülern erste Einblicke zu gewähren, die umfangreichen Vorbereitungen hätten sich gelohnt. Sein Dank galt allen, die diese Veranstaltung ermöglich haben. Adolf Paul, Leiter des Nordpfalzgymnasiums, sagte: „Ich finde es großartig, dass 600 Schüler und Eltern hier diszipliniert die Angebote wahrnehmen. Für mich ist das ein wunderbares Bildungserlebnis.“ Für Lutz Mergen von der Handwerkskammer war die Sache trotz der riesigen Teilnehmerzahl gut organisiert. Imponiert habe ihm, dass die Schüler wissbegierig seien, er sehe die Workshops aber nur als erste Übersicht, ein Anreißen das vertieft werden müsse. Sascha Haselsteiner, Student von der Ingenieurskammer Mainz, fand die Mischung gut. Wichtig sei, dass von Fachleuten, also Stimmen von außen, Informationen kämen, und nicht nur von der Berufsagentur.

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