Donnersbergkreis „Gefängnisbilder“ mit Tiefe

Für ihn seien Brigitte Königs Bilder spannend, weil man sich erst „hindurch sehen“ müsse: Das sagte der Kaiserslauterer Fotograf Thomas Brenner an der Vernissage im Kahnweilerhaus in Rockenhausen. Hier stellt die in Aachen lebende Künstlerin ihre Werke bis zum 29. Juni aus.

„Ich mache keine Einführung in die Ausstellung – ich bin ja kein Kunsthistoriker und auch kein Maler. Ich werde nur ein wenig darüber erzählen, wie ich Brigitte König kennen gelernt habe und wie sich unsere Freundschaft dann entwickelt hat“, betonte Brenner in seinen einleitenden Worten. Auf der Kunstmesse „Kunst direkt“ sei er König und ihren Bildern zum ersten Mal begegnet. Dabei habe er ihre Werke anfangs wegen der eigentümlichen Struktur des sogenannten Linespacing – der Raster und Gitter, die darauf zu erkennen sind – „Gefängnisbilder“ genannt. Erst allmählich, nachdem er ein Bild von König gekauft und aufgehängt habe, sei dann eine Annäherung an die Art der Bildgestaltung erfolgt. Während seines ersten Besuchs bei der Künstlerin in Aachen habe er dann festgestellt, dass ihre Wohnung auch gleichzeitig ihr Atelier sei. Dies habe sich nicht nur an den halbfertigen Bildern, die überall herumgestanden hätten, sondern auch an dem vorherrschenden Geruch erkennen lassen: Denn Brigitte König male mit Eitempera – einem Gemisch aus Eigelb, Leinöl und Wasser, das sie selbst herstellt. Luise Busch vom Arbeitskreis Kahnweilerhaus hatte eingangs die Gäste begrüßt. Sie zeigte sich sehr erfreut darüber, dass so viele Bekannte und Freunde der Künstlerin aus Kaiserslautern angereist waren, um bei der Vernissage dabei zu sein. Sie sprach auch darüber, dass das Hängen der Bilder im Vorfeld der Ausstellung, bei der sie mit Ingrid Krusen vom Arbeitskreis assistiert hatte, eine sehr angenehme Beschäftigung gewesen sei. Ferner legte sie den Besuchern, die erstmals im Kahnweilerhaus waren, die Dokumentation über Daniel Henry Kahnweiler ans Herz. (bus)

x