Kirchheimbolanden Gedenken an Bücherverbrennung mit Feierstunde und Infotafel

Die Initiatoren der Gedenkveranstaltung vor der Tafel: Maximilian Engel, Thomas Mayr, Marc Muchow, Viktor Wendtner.
Die Initiatoren der Gedenkveranstaltung vor der Tafel: Maximilian Engel, Thomas Mayr, Marc Muchow, Viktor Wendtner.

Mit einer Gedenkstunde wurde am Dienstagabend an die Bücherverbrennung in Kirchheimbolanden zu Beginn des nationalsozialistischen Regimes erinnert. Auf dem Platz vor der ehemaligen Oberjägerei in der Neumayerstraße wurde eine Gedenktafel enthüllt. An dieser Stelle entstand Mitte Mai 1933 das einzige erhaltene Foto der Bücherverbrennung.

Die Tafel wurde vom Donnersberger Literaturverein gestiftet, der Unterstützung von der Stadt erhielt. Sie solle dazu auffordern, die Freiheit des Denkens und der Kultur in einer toleranten und weltoffenen Gesellschaft zu verteidigen, erklärte der Vereinsvorsitzende Thomas Mayr. Mit einem Zitat von Erich Kästner erinnerte er an den Willkür-Akt gegen die vom Regime geächteten und verfolgten Autoren. „Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine wird“, hatte der vom NS-Regime verfolgte Kästner gemahnt. Neben einer Auswahl seiner Texte wurden am Abend auch Passagen aus Werken von Kurt Tucholsky und Nelly Sachs gelesen.

Zu der Gedenkveranstaltung fanden sich gut 50 Gäste im Hof der Oberjägerei ein, die heute im Besitz der Familie Engel ist. Musikalisch wurde die Feierstunde mit vier von Andrea Bruns in jiddischer Sprache gesungenen Liedern untermalt. Begleitet wurde sie von Viktor Wendtner von der Kreismusikschule.

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