Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Fink knackt den Streckenrekord beim Donnersberglauf

Und los geht’s: 340 Läuferinnen uind Läufer nahmen den 33. Donnersberglauf am Samstag in Angriff.
Und los geht’s: 340 Läuferinnen uind Läufer nahmen den 33. Donnersberglauf am Samstag in Angriff.

Von wegen abgenutzt. Der 33. Donnersberglauf schrieb am Samstag ganz neue Geschichten. Ein Läufer aus dem Saarland erhielt eine ganz besondere Auszeichnung.

19 Jahre mussten die Zuschauer rund um und auf dem Donnersberg warten, um eine neue Bestzeit zu sehen. Die Marke von 26:18 Minuten – aufgestellt im Jahr 2007 durch Thomas Greger – schien so langsam unerreichbar. Namhafte Athleten wie Jonas Lehmann oder Tim Könnel bissen sich die Zähne aus. Bis zur 33. Auflage am Samstag. Da stieß der erst 24-jährige Leander Fink den bisherigen Rekordhalter um exakt eine Sekunde in 26:17 Minuten vom Thron. 2108 brauchte der aus Ober-Olm stammende talentierte Jungläufer noch bei seinem Debüt 34:50 Minuten. Nun holte er sich zum vierten Mal hintereinander den Sieg. Und das mit Streckenrekord – quasi auf sich allein gestellt, gemessen an den 27 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten Lennart Nies (TV Maikammer). Welch rasante Entwicklung.

Entsprechend glücklich und zufrieden zeigte sich der Student bei der Siegerehrung: „Letztes Jahr habe ich den Rekord um sieben Sekunden verpasst. Natürlich habe ich mir fest vorgenommen, es heute zu schaffen.“ Den dritten Platz holte sich Uwe de Mas aus Darmstadt (29:24 Minuten). 16 Sekunden dahinter landete der Eisenberger Hannes Ebener auf Rang vier. Der Sportler des Jahres von 2023 im Donnersbergkreis wurde im Januar rheinland-pfälzischer Vizemeister über 800 Meter in der Halle. Lukas Tschoepke vom ausrichtenden Leichtathletikclub Donnersberg (LCD) landete in seiner Altersklasse M35 ganz vorne (31:21 Minuten).

Seriensiegerin schlägt erneut zu

Bei den Frauen war auch in diesem Jahr kein Vorbeikommen an Seriensiegerin Simone Raatz. In 34:18 Minuten holte sich die mittlerweile 50-jährige Karlsruherin ihren bereits achten Triumph auf dem höchsten Berg der Pfalz. Dabei ihre Paradedisziplin die Halbmarathondistanz, wo sie auf reihenweise deutsche Meistertitel in ihrer Altersklasse blicken kann. Natascha Hartl (36:08 Minuten) vom Laufteam TV Alzey wurde Zweite. Direkt ein Podiumsplatz bei ihrer Premierenteilnahme erreichte Katharina Dietz aus Rockenhausen. In 37:08 lief die 35-Jährige, die sich erst frisch dem LCD anschloss, die drittschnellste Zeit.

„Das hat super viel Spaß gemacht. Auch die ganzen Trainingsläufe schon als Vorbereitung. Mein Ziel war es tatsächlich, heute unter die ersten Drei zu kommen, wohlwissend, dass das sehr schwer werden wird. Während des Laufs, nach etwa drei Kilometern dachte ich mir kurz, okay ich höre auf. Die Beine gingen zu. Doch gerade auf der letzten Etappe lief es wieder richtig gut und ich konnte alles raushauen“, freute sich Dietz, deren Rockenhausener Laufpartnerin Franziska Schmitt ebenfalls ein erfolgreiches Debüt feierte und in ihrer Altersklasse W30 den ersten Platz belegte (40:55 Minuten). Diesen holte sich in der W45-Wertung auch die Steinbacherin Katrin Gabelmann (42:50).

Bei allen 33 Läufen dabei

Freuen durften sich neben den Podiumsplatzierten aber auch alle anderen der insgesamt 340 Teilnehmer, die sich der Herausforderung der 418 Höhenmeter auf 7,2 Kilometern von Steinbach über Dannenfels hoch zum Ludwigsturm stellten. Beispielhaft der Wille und Einsatz von Werner Mootz aus der 320-Seelengemeinde Selchenbach (Landkreis Kusel), der als Schlussläufer in einer Stunde und 19 Minuten den Gipfel erreichte. Nach RHEINPFALZ-Recherche ist der 84-Jährige damit der älteste Absolvent in der Geschichte des Donnersberglaufs.

Apropos Geschichte: Diese hat ein Stück weit auch Hubert Willems geschrieben. Von der LCD-Vorstandschaft um Uwe Rahm wurde der 67-Jährige für seine 33. Teilnahme geehrt. Der im saarländischen Püttlingen beheimatete Dauerbrenner verpasste somit als jetzt einziger Hobbyathlet keine einzige Auflage. Auch ein längerer Krankenhausaufenthalt im Rahmen einer Krebstherapie vor zehn Jahren konnte Willems nicht davon abhalten mitzumachen.

Zitate zum Donnersberglauf

„Herzlich willkommen. Schön, dass wenigstens Ihr Leistung bringt, nicht so wie Eure Fußballer.“ Wolfram Böcher, einer von rund 50 ehrenamtlichen Helfern des LC Donnersberg, in gewohnt humorvoller Rolle als Moderator im Zielbereich, begrüßte die Lauf-Delegation des 1. FC Kaiserslautern und konnte sich eine spitze Bemerkung hinsichtlich des dürftigen Heimauftritts der Zweitligamannschaft gegen Paderborn nicht verkneifen.
„Man merkt, dass Ihr ab einem gewissen Alter nichts mehr zu tun habt.“ Die nicht ganz ernst gemeinte Erklärung Böchers für die Tatsache, dass sehr viele Läufer über 50 Topzeiten ablieferten. fsm

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