Dannenfels RHEINPFALZ Plus Artikel Feuerwehr-Großübung auf dem Donnersberg: Lange Schläuche und abgeklebte Visiere

Zahlreiche Löschfahrzeuge positionieren sich um den Sendeturm auf dem Donnersberg. Grund ist eine Großübung von acht Feuerwehren
Zahlreiche Löschfahrzeuge positionieren sich um den Sendeturm auf dem Donnersberg. Grund ist eine Großübung von acht Feuerwehren der VG Kirchheimbolanden.

Einen Großeinsatz auf dem Donnersberg hatten Feuerwehren aus der VG Kirchheimbolanden bei einer Übung zu bewältigen. Aber wo kommt da oben eigentlich das Löschwasser her?

Dichter Rauch, vermisste Arbeiter im Sendeturm und in einer Garage sowie ein sich ausbreitender Brand: Dieses Katastrophenszenario stellt sich rund 100 Einsatzkräften aus acht Ortswehren bei der Übung auf dem Donnersberg, die ihnen taktisch und körperlich einiges abverlangt. Die Lage: Im mehr als 200 Meter hohen SWR-Sendeturm werden mehrere Personen vermisst, gleichzeitig brennt in unmittelbarer Nähe eine Garage – auch dort gelten Menschen als eingeschlossen.

Der Sendeturm auf dem Donnersberg ist exakt 204,82 Meter hoch.
Der Sendeturm auf dem Donnersberg ist exakt 204,82 Meter hoch.
VG-Wehrleiter Matthias Groß schaut den ersten Einsatzkräften über die Schulter.
VG-Wehrleiter Matthias Groß schaut den ersten Einsatzkräften über die Schulter.
Die Wasserversorgung kann durch einige auf dem Plateau befindliche Wasserbehältnisse sichergestellt werden.
Die Wasserversorgung kann durch einige auf dem Plateau befindliche Wasserbehältnisse sichergestellt werden.
Gerade die kleineren Löschfahrzeuge bewähren sich bei dieser Übung.
Gerade die kleineren Löschfahrzeuge bewähren sich bei dieser Übung.
Mit Atemschutzmasken machen sich die Wehrleute auf den Weg in Richtung Turm.
Mit Atemschutzmasken machen sich die Wehrleute auf den Weg in Richtung Turm.
Für den Einsatz in der angrenzenden Garage werden Schlauchleitungen verlegt.
Für den Einsatz in der angrenzenden Garage werden Schlauchleitungen verlegt.
Die Feuerwehrleute sind konzentriert bei der Arbeit.
Die Feuerwehrleute sind konzentriert bei der Arbeit.
Um ein Ausbreiten des Waldbrands zu verhindern, werden Schneisen ins Laub und Gestrüpp gehauen.
Um ein Ausbreiten des Waldbrands zu verhindern, werden Schneisen ins Laub und Gestrüpp gehauen.
Die Wasserrucksäcke zum Ablöschen kleinerer Glutnester sind ebenfalls im Einsatz.
Die Wasserrucksäcke zum Ablöschen kleinerer Glutnester sind ebenfalls im Einsatz.
Um eine realistische Situation eines verrauchten Raums zu simulieren, werden die Fenster der Atemschutzmasken verklebt.
Um eine realistische Situation eines verrauchten Raums zu simulieren, werden die Fenster der Atemschutzmasken verklebt.
Rund 100 Feuerwehrleute sind bei der Großübung dabei.
Rund 100 Feuerwehrleute sind bei der Großübung dabei.
Auf allen Vieren und ohne Sicht erkunden die Wehrleute den Raum auf der Suche nach Verletzten.
Auf allen Vieren und ohne Sicht erkunden die Wehrleute den Raum auf der Suche nach Verletzten.
Ein »Verletzter« wird abtransportiert.
Ein „Verletzter“ wird abtransportiert.
Immer wieder muss das Personal koordiniert werden.
Immer wieder muss das Personal koordiniert werden.
An gleich drei parallelen Schauplätzen müssen die Wehrleute eingesetzt werden.
An gleich drei parallelen Schauplätzen müssen die Wehrleute eingesetzt werden.
Aus den Rettungsfenstern des Turms werden die Opfer befreit.
Aus den Rettungsfenstern des Turms werden die Opfer befreit.
Das »Feuer« greift schließlich noch aus der Garage auf den Wald über.
Das „Feuer“ greift schließlich noch aus der Garage auf den Wald über.
Deswegen heißt es dann: »Wasser marsch!«
Deswegen heißt es dann: „Wasser marsch!“

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Die nächstgelegene Wehr aus Dannenfels erreicht den Einsatzort trotz Verzögerungen durch die momentane Straßen-Baustelle nach nur acht Minuten. Doch vor Ort wartet die erste Hürde: verschlossene Türen. Routiniert setzen die Kräfte ihr Wissen über Türöffnungen bei Sonderobjekten ein und verschaffen sich Zugang. Weitere Einheiten, darunter aus Kriegsfeld und Kirchheimbolanden, treffen rund 17 Minuten nach der Alarmierung ein. „Die Menschenrettung steht immer an erster Stelle“, betont Übungsleiter Oliver Schmittinger, der gemeinsam mit Wehrleiter Matthias Groß die Übung konzipiert hat. Während sich ein Trupp in den Sendeturm vorkämpft, entwickelte sich der Garagenbrand zum zweiten – im doppelten Wortsinn – Brennpunkt. Dichter, künstlich erzeugter Rauch sorgt für nahezu realistische Bedingungen.

Auf dem Donnersberg gibt es mehrere Wasserreservoire

Um die Situation weiter zu verschärfen, werden die Visiere der Atemschutzmasken abgeklebt – die Wehrleute sind orientierungslos. Kriechend und tastend arbeiten sich die Einsatzkräfte eng an der Wand entlang voran. Mit Hilfe von Schlauch, Strahlrohr und Axt suchen sie nach Vermissten – und werden schließlich fündig. Eine „verletzte“ Person wird ins Freie gebracht. Parallel dazu wird die Alarmstufe erhöht, weitere Kräfte rücken nach. Zugführer Florian Viermann aus Kriegsfeld koordiniert gemeinsam mit Abschnittsleitern das komplexe Einsatzgeschehen.

Eine entscheidende Rolle spielt die Wasserversorgung: Trotz der Höhenlage von etwa 670 Metern stehen am Donnersberg mehrere Reservoire zur Verfügung. Allerdings müssen lange Schlauchleitungen verlegt werden, um alle Einsatzstellen zu versorgen. Für den Ernstfall sei zusätzlich ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen vorgesehen, erklärt Groß. Die Lage spitzt sich weiter zu: Im Übungsszenario greift das Feuer von der Garage auf den angrenzenden Wald über. Nun gilt es zusätzlich, einen Waldbrand einzudämmen und eine Ausbreitung auf weitere Gebäude zu verhindern. Dabei bewähren sich kleinere, wendige Fahrzeuge, die tief in die engen Waldwege vordringen können.

Evakuierung aus Sendeturm über Leitern und Luken

Während größere Fahrzeuge die Wasserversorgung sichern, gehen andere Trupps mit Spezialwerkzeugen gegen die Flammen vor. Mit Harken werden Brandschneisen geschlagen, Löschrucksäcke kommen bei der Bekämpfung von Glutnestern zum Einsatz. Zwischenzeitlich gibt es Entwarnung aus dem Sendeturm: Alle vermissten Personen konnten lokalisiert werden. Über Rettungsluken und fest installierte Leitern werden sie schließlich in Sicherheit gebracht. Nach rund zwei Stunden endet die Übung, an der acht von 16 Ortswehren in der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden beteiligt sind. Bewusst haben die Verantwortlichen auf feste Ausrücke-Strukturen verzichtet, um die Zusammenarbeit unter ungewohnten Bedingungen zu fördern. Der Effekt ist deutlich spürbar: Erfahrene Kräfte geben ihr Wissen – insbesondere bei der Waldbrandbekämpfung – weiter, während die Kommunikation zwischen den Einheiten intensiv trainiert wird.

Auch Vertreter aus der Kommunalpolitik verfolgen aufmerksam das Geschehen. Der für Brand- und Katastrophenschutz zuständige VG-Beigeordnete Franz Röß zeigt sich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit und Professionalität der Einsatzkräfte. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie der Funkturm im Inneren aussieht, dürfen einige Wehrleute bis hinauf ins siebte Stockwerk. Von dort geht es nur noch über Leitern oder einen Lastenaufzug nach oben.

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