Donnersbergkreis „Für die Bezirksliga sind wir nicht gut genug“

Es sei auch, sagt Gunter Franck, „irgendwann mal Endstation“. Nur wann? Der TTC Winnweiler II marschiert unentwegt: Von der Kreisklasse A wühlte er sich in zwei Jahren in die Bezirksklasse – jetzt lauert er da, einen Punkt hinter Erzrivale TTF Rockenhausen II, auf dritter Position. Ein Kunststück wäre der Einzug in die Relegation nicht. An den Aufstieg will in Winnweiler aber keiner denken.
. Weniger ist manchmal mehr. Für Gunter Franck, den „Mister TTC Winnweiler“, vergeht kaum ein Jahr ohne Aufstiegstrubel. Herren hier, Damen dort, auf allen Ebenen. Der TTC befindet sich in der Blüte seines Schaffens, seine Personalpolitik floriert. Die Erste kratzt am Titel, genauso wie beide Pfalzligateams der Damen. Reicht doch. Wenn Franck, Jahrzehnte Präsident, so nachdenkt, müsste es für die zweite Männergarnitur diese Saison mehr gar nicht sein. „Geplant hatten wir einen vorderen Mittelfeld-Platz. Es läuft sehr gut“, betont der Kapitän des Aufsteigers, dämpft aber die Euphorie: „Für die Bezirksliga sind wir nicht gut genug. Nach oben zu gehen, hätte keinen Sinn. Das ist die richtige Klasse für uns.“ Fast sämtliche TTC-Mannschaften mischen in ihren Ligen oben mit. Liefe es optimal, könnte Franck im Frühling 2016 sage und schreibe vier Aufstiege feiern – das wäre ein Novum in Winnweiler. Auch den der Zweiten, die aktuell ja am Relegationsplatz der Bezirksklasse Westpfalz Nord/Ost kratzt. Nach schleppendem Auftakt hängt der TTC den TTF Rockenhausen II dicht im Nacken. Ein Punkt trennt beide Klubs, die bestens um ihre Qualitäten wissen. Im Vorjahr lieferten sie sich ein erbittertes Titelrennen in der Kreisliga. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass einer von ihnen ein Bonusspiel am Saisonende bestreiten darf. „Man muss da realistisch bleiben. Über das Thema Aufstieg mache ich mir keine Gedanken. Wenn wir drei, vier Spieltage vor Schluss noch da stehen, kann man mich noch einmal danach fragen“, sagt Jochen Hemmer, Punkte-Ass in der TTC-Mitte (16:2). „Natürlich verlieren wir nicht für extra. Ich glaube aber nicht, dass wir da eingreifen können“, tritt Franck auf die Bremse. Er ist überzeugt: Vom Spitzen-Trio – neben den TTF zählt auch Primus TTV Siegelbach II dazu – hätte jeder immense Probleme, in der Bezirksliga zu punkten. Einen Gefallen, so Franck, tue man sich mit dem Aufstieg nicht. Vor der Winterpause muss sein Sextett ohnehin noch einen Kracher überstehen: Morgen, 19 Uhr, tritt Winnweiler beim TTC Börrstadt an, dem unberechenbaren Tabellen-Sechsten. Wie Rolf Binovec, Börrstadts Spielführer, bestätigte, läuft Börrstadt ohne den nach Bali zurückgekehrten Noppen-Artisten Ralf Henzig auf. „Börrstadt ist immer schwer, ein Lokalderby nie leicht“, weiß Jochen Hemmer. Beachtlich ist beim TTC Winnweiler II die Entwicklungskurve seines 15-jährigen Talents Ilja Kratschmer – seit mehr als zwei Monaten verlor er kein Liga-Einzel mehr. Der Paukenschlag gelang ihm im Pokal, als er Alsenborns Bezirksliga-Spitze Mario Friedrich auflaufen ließ. 3:1. Franck nennt es eine „kleine Sensation“. „Dass er es im Spiel packt, überrascht mich. Ilja spielt nicht mehr so blind, mehr mit Kopf “, so der Mannschaftsführer. Kratschmers Fortschritt lässt Franck nun überlegen, ihn weiter nach vorne zu stellen. Um ihn mehr zu fördern. Das sei auch wichtiger, als die Zweite mit aller Gewalt in die Bezirksliga zu hieven. (ppp)