Donnersbergkreis Erinnerung an besondere Menschen

Erinnerungen: Eugen Zepp, der Ehrenvorsitzende des Historischen Vereins der Nordpfalz, und die aktuelle Vorsitzende Sonja Müller
Erinnerungen: Eugen Zepp, der Ehrenvorsitzende des Historischen Vereins der Nordpfalz, und die aktuelle Vorsitzende Sonja Müller begutachten eine alte Aufnahme von Alsenz.

«Alsenz.»Es ist etwas Einmaliges nicht nur in der Region: die Galerie Nordpfälzer Persönlichkeiten im Obergeschoss des Alten Rathauses am Marktplatz, die vor 40 Jahren ins Leben gerufen wurde. Anlässlich des Jubiläums führte der Ehrenvorsitzende des Historischen Vereins der Nordpfalz Alsenz (HVNA), Eugen Zepp, nicht ohne (berechtigten) Stolz am Sonntag die Besucher persönlich durch die Räume.

Denn Zepp, im Berufsleben aktiv als Restaurator am Nationalmuseum in München, hatte einst die Idee für diese Galerie aus der bayerischen Landeshauptstadt mit in seine Heimatgemeinde Alsenz gebracht und als langjähriger Vorsitzender des HVNA auch gleich in die Tat umgesetzt. Jährlich wird die Galerie um bedeutende und markante Persönlichkeiten der Nordpfälzer Region erweitert. Sei es, dass die Betroffenen hier geboren wurden, sei es, dass sie hier lebten oder beruflich wirkten, erläuterte Zepp, der fast jede Biografie auswendig kennt. Mit der Galerie soll die Erinnerung an diese Menschen aufrecht erhalten werden. Und so ist mittlerweile eine Sammlung von rund 70 Frauen und Männern im Obergeschoss des Alten Rathauses entstanden. Anschaulich dargestellt – zumeist mit einem persönlichen Bild versehen –, kann das Leben und Wirken in einer Kurzbiografie nachgelesen werden. Hildegard von Bingen – Mystikerin, Äbtissin und Universalgelehrte sowie 40 Jahre tätig am Disibodenberg in Odernheim – war die erste Person, die vor 40 Jahren in die Galerie aufgenommen wurde. Jedes Jahr folgten weitere Personen, die jeweils bei Veranstaltungen wie der Kerwe oder anderen Gelegenheiten vorgestellt wurden und die Galerie in Alsenz bereicherten: Staatsmänner, Heimatforscher, Wissenschaftler, Kleriker, Dichter, Literaten, Industrielle, Mundartdichter oder auch Personen aus dem Bereich der Landwirtschaft. Und die Galerie wird weiter wachsen, versicherte auch die derzeitige Vereinsvorsitzende Sonja Müller, die zusammen mit weiteren Helfern den 40-jährigen Geburtstag der Galerie initiiert und mitorganisiert hatte. Müller betonte, mit der Jubiläumsfeier wolle man auch das langjährige, unermüdliche Engagement von Eugen Zepp würdigen. Eine örtliche Veranstaltung wie die Kerwe oder der Weihnachtsmarkt sei ohne einen Beitrag des HVNA in den letzten Jahrzehnten undenkbar gewesen. Aber auch eigene Veranstaltungen, die die Erinnerung an die Historie wachhielten oder eine zeitliche Entwicklung von Geschehnissen in Alsenz und der Nordpfalz aufzeigten, seien für die Bevölkerung organisiert worden. Dafür sei herzlichst zu danken. Der viel gelobte Ehrenvorsitzende hatte sich sowie seinen langjährigen Mitstreiter und Freund Günter Müller zum Jubiläum der Galerie selbst beschenkt und kurzerhand eine Kunstausstellung im Sitzungssaal des vor 440 Jahren (1578) errichteten Alten Rathauses organisiert. Die Bilder, großteils im Besitz der Alsenzer Galerie, wurden im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnte erworben oder sind der Galerie als Geschenk beziehungsweise Leihgabe überlassen worden. Zu sehen waren Bilder aus dem Nahbereich um Alsenz – etwa das Ohlbachtal, das die verstorbene Künstlerin Hilde Mayaus Winterborn gezeichnet hatte. Oder eine Pfälzer Waldlandschaft von Adolf Mohr aus Alsenz/Rockenhausen und Stadtansichten von Obermoschel, die von Karin Metz stammten. Ein Ölgemälde der Burgruine Montfort des 93-jährigen Alsenzers Walter Müller und eine Küstenlandschaft von Ingeborg Ger-winn konnte ebenso bestaunt werden wie Bilder der Künstler Bernd Bambach aus Mainz, Maya Kron oder von Gerhard Korzenski. Moderne Computerbilder des Kalkofener Künstlers Christoph Frankfurter bildeten dazu ein reizvollen Kontrast. Daneben wurden Lithographien und Bleistiftzeichnungen aus Alsenz und Umgebung, aber auch aus Damaskus in Syrien oder China präsentiert. Unter den Arkaden des Alten Rathauses war zum 40. Geburtstag eine Tafel mit selbstgebackenem Kuchen aufgebaut, die zum Kaffeetrinken und Verweilen mit Plausch einlud. Sonja Müller dankte abschließend allen, die einen Beitrag dazu geleistet hatten und lud ein zur Kerweeröffnung am letzten August-Wochenende sowie zur Busreise des HVNA am 1. September nach Bad Nauheim.

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