Donnersbergkreis Erfolgreiche Griffe in die Trickkiste

Rockenhausen. Ein seltener Griff in die Trickkiste, und die TTF Rockenhausen brillieren. Zum ersten – aber vorerst letzten Mal – setzte der Aufsteiger Ex-Oberliga-Spieler Michael Kuntz ein. Die Überraschung: Das aufreibende Herbstfest-Spiel gegen den Spitzenverein Post SG Kaiserslautern II gewannen die TTF nach vier umkämpften Stunden mit 9:7. Eine Energieleistung, die zeigt, dass die Rockenhausener in Bestbesetzung mehr als nur Favoritenschreck sein können.

Im Testen strategischer Clous ist Gunter Franck bestens geübt. Mindestens einmal pro Saison packt der Taktikfuchs eine Finte aus. Auch jetzt: Dass eine Mannschaft drei gleich starke Doppel stellt, passiert nicht allzu oft. „Wir sind aber so mutig, auf ein 3:0 zum Auftakt zu gehen“, attestiert Winnweilers Kapitän. Gegen den TTC Brücken II wurde das belohnt. Nach drei Doppelsiegen und einer Glanzvorstellung des ersten Paarkreuzes um Carsten Wiegand und Christian Müller lag der TTC Winnweiler 5:0 vorne. Mehr als ein kurzer Zwischensprint zum 3:5 brachte der Abstiegskandidat nichts zustande. „Zuletzt haben wir hier 8:8 gespielt. Die sind seitdem etwas schlechter, wir stärker geworden. Das 9:3 ist aber zu hoch. Da waren viele knappe Spiele dabei“, sagte Franck. Platz eins steht. Ganz standesgemäß. Müller/Franck, Pfannenstein/Wiegand, Haag/Böttger, Müller (2), Wiegand (2), Franck, Böttger. „Heute ist echt alles für uns gelaufen.“ Schweißgebadet sog Daniel Heintz ganz tief die Hallenluft ein. Er war platt. Vier Stunden Herzschlag, sechs Fünfsatzspiele, ein Auf und Ab: Als der hagere Heintz den letzten Punkt gegen Lauterns Alexander Pogostkin zum 3:1-Erfolg eintütete, beendete er einen Nervenmarathon. 9:7. Durch starke Doppel und ein noch besseres vorderes Paarkreuz – die TTF konnten am Herbstfest sogar Spitzenspieler Michael Kuntz einbauen – sprinteten sie auf 5:2 davon. Die Post um den ehemaligen Börrstadter Matthias Linder glich aus. Bis Rockenhausens Schlussdoppel und Heintz alles klar machten. „Da hat sich bestätigt, dass wir mit Michael Kuntz vor keinem in der Bezirksliga Angst haben müssen“, meinte TTF-Spielführer Michael Nehm. Mit Kuntz hat der Aufsteiger ein ganz starkes erstes Duo. Kein Wunder: Auch Top-Spieler Günther Rutz punktete am Samstag, wieder einmal, so viel er konnte. Zwei Einzel, zwei Doppel. Ein mitreißender Rutz. Rutz/Bauer, Portz/Kuntz, Kuntz, Rutz (2), Portz, Bauer, Heintz, Rutz/Bauer. Es sieht eigentlich ganz knapp aus. War es aber gar nicht, gab ASV-Mannschaftsführer Wolfgang Frohs zu. „Uns hat die entscheidende Durchschlagskraft gefehlt. Da war nichts drin, in keinster Weise“, bedauerte er. Dabei legten die Höringer gut los: 2:1 führten sie nach den Doppeln. Doch die Einzelrunden danach? Zu schwach. Nur Fabian Rubel sowie Herbert Denzer und Frohs, beide mit einem 3:1 über Ralf Mar, gestalteten das Ergebnis recht umkämpft. „Seit Jahren sehen wir gegen Hochspeyer schlecht aus“, sprach Frohs die unangenehme Spielweise der Gastgeber an. Hilft alles nichts. Schon jetzt steckt sein ASV im Abwärtsstrudel. Gegen den TTC Bann muss in zwei Wochen ein Sieg her. Frohs/Seib, Geißler/Denzer, Frohs, Rubel, Denzer. Ein Novum: Erstmals spielte die TSG Zellertal beim haushohen Meisterfavoriten mit dem neuen Plastikball, der im nächsten Jahr Pflicht sein wird. Stefan Müller kam das entgegen. „Die Bälle springen höher ab. Das hat dann mit dem Blocken ganz gut geklappt. Ich konnte schön in die Ecken drücken“, bilanzierte Zellertals Langnoppen-Spieler, der gegen Tobias Reißenweber klar mit 3:0 siegte. Einer der wenigen lichten Momente. Wieder fehlte bei der TSG Matthias Ermel, Harald Zinser fuhr zwar mit, schüttelte aber nur zweimal die Hand. „Wir haben das geholt, was wir holen konnten“, so Müller. Mike Peter war an zwei Zählern beteiligt – beide Male gegen TVC-Ersatz Hans Debus. Fischer/Peter, Müller, Peter.

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