Leichtathletik
Ella Schreiner zeigt ihre Vielseitigkeit bei den neu strukturierten Bezirksmeisterschaften.
Am Samstag fanden die Bezirksmeisterschaften Nord-Westpfalz in neuer Struktur statt. Die testweise Zusammenlegung der bisherigen Bezirke machte sich deutlich in den Teilnehmerzahlen bemerkbar. Mehr als 350 Athletinnen und Athleten gingen an den Start – mehr als doppelt so viele wie in der früheren Einteilung.
Besonders stark vertreten war der Nachwuchs: Über 200 der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zwischen zehn und 13 Jahre alt. Der Fokus lag damit klar auf den jungen Jahrgängen – eine von ihnen ist Ella Schreiner vom SV Börrstadt. Am Beispiel der jungen Athletin zeigt sich, wie Training im Verein, Schule und familiäre Unterstützung im Alltag zusammenwirken.
Trainingsarbeit auf mehreren Schultern verteilt
Im Verein ist die Trainingsarbeit auf mehreren Schultern verteilt. Während ihre Mutter Anne Schreiner vor allem die Laufdisziplinen betreut, werden die Wurfdisziplinen von einem weiteren Trainer übernommen. „Wir teilen uns das auf“, beschreibt Anne Schreiner die Organisation. Hintergrund ist auch der deutliche Zuwachs im Nachwuchsbereich, der den Verein vor neue Herausforderungen stellt.
Vor allem in den Altersklassen U8 und U10 ist die Zahl der Kinder zuletzt stark gestiegen. Laut der Trainerin beträgt der Zuwachs rund 50 Prozent. Allein in der U8 trainieren mittlerweile etwa 30 Kinder. Für einen Verein wie den SV Börrstadt bedeutet das eine erhebliche organisatorische Belastung. Die vorhandenen Trainingsmöglichkeiten stoßen dabei an ihre Grenzen: Trainiert wird überwiegend in einer Gemeindehalle mit Holzboden, die nur eingeschränkt für alle Disziplinen geeignet ist.
Strukturierter Trainingsrhythmus über die Woche.
Um den Trainingsbetrieb aufrechterhalten zu können, werden auch ältere Athletinnen und Athleten eingebunden. So unterstützen beispielsweise Jonte Jauß und seine Schwester Jördis aus der U18 teilweise im Training. Gleichzeitig profitieren die Jüngeren davon, dass sie sich an den Älteren orientieren können. Für Ella Schreiner bedeutet das ein vielseitiges sportliches Umfeld. Neben dem Vereinstraining spielt die Schule eine wichtige Rolle. Sie besucht das Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern, wo zusätzliche Trainingseinheiten und eine bessere Infrastruktur zur Verfügung stehen. „Dort haben wir sehr gute Trainingsmöglichkeiten“, sagt sie. Vor allem die Barbarossahalle mit ihrer Tartanbahn sieht sie als Vorteil gegenüber den Bedingungen im Heimatverein.
Der Trainingsalltag ist entsprechend umfangreich. Mehrere Einheiten pro Woche stehen auf dem Plan – sowohl im schulischen Umfeld als auch im Verein. Ergänzt wird das Programm durch Stützpunkttraining, unter anderem im Hürdenlauf. Daraus ergibt sich ein strukturierter Trainingsrhythmus über die gesamte Woche. Sportlich ist Schreiner breit aufgestellt. Sie startet in verschiedenen Disziplinen, darunter Diskuswurf, Kugelstoßen, Hürdenlauf und Weitsprung. Beim aktuellen Wettkampf zeigte sie sich vor allem mit ihrer Leistung im Diskuswurf zufrieden. Im Weitsprung hingegen machten sich leichte Knieprobleme bemerkbar, die sie beeinträchtigten.
Ziel: Aufnahme in den Talentförderkader
Unabhängig davon hat sich Ella Schreiner für die laufende Saison klare Ziele gesetzt: Sie möchte in den Talentförderkader aufgenommen werden. Die Qualifikation dafür erfolgt über Blockwettkämpfe. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf dem Wurfbereich. Wie bereits im vergangenen Jahr tritt sie im Block-Wurf an, der aus 60-Meter-Hürdenlauf, 75-Meter-Sprint, Weitsprung, Kugelstoßen und Diskuswurf besteht.
Auch organisatorisch erfordert der Alltag von Ella Schreiner einiges an Planung. Die Athletin aus Winnweiler pendelt regelmäßig zu Training und Schule, unter anderem mit dem Zug. Die Trainingseinheiten finden an unterschiedlichen Standorten statt, wobei Familie, Schule und Verein eng zusammenarbeiten.