Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Eisenberg: Kurt Eckel GmbH „auf gutem Weg“

Ulrich Eckel (links) und Jochen Eckel führen den Betrieb.  Foto: Paul
Ulrich Eckel (links) und Jochen Eckel führen den Betrieb.

Wirtschaft regional: Die Kurt Eckel GmbH in Eisenberg feiert in diesem Jahr 60-jähriges Bestehen. In Zeiten wie diesen, in denen viele Familienbetriebe kaputtgehen, weil keine Nachfolger gefunden werden, keine Selbstverständlichkeit. Wir haben die Schreinermeister Uli und Jochen Eckel in ihrem Betrieb besucht.

EISENBERG. Keine Frage: Deutschland ist das Land der Familienunternehmen. Die 100 größten davon haben laut einer Studie des Instituts für Familienunternehmen zusammen einen Umsatz von rund 1200 Milliarden Euro. Aldi, Bosch, BMW – man kennt diese Erfolgsgeschichten.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Gerade bei den kleineren und mittleren Familienunternehmen droht in absehbarer Zukunft Ungemach. Nach Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind bis zum Jahr 2022 rund 511.000 Inhaber von eben solchen Unternehmen auf der Suche nach Nachfolgern. Ein Unterfangen, das in manchen Fällen schwierig, in vielen sogar aussichtslos sein wird.

Bei der Kurt Eckel GmbH aber hat der Generationenwechsel seinerzeit reibungslos geklappt. Er wurde auch von langer Hand geplant. In das vom Namensgeber Kurt Eckel, Jahrgang 1936, gegründete Unternehmen stiegen bereits 1978 und 1980 die Söhne Jochen und Uli Eckel ein. Seit dem Tod des Firmengründers im Jahr 2014 teilt sich der Nachwuchs die Geschäftsführung.

Sicher, er sei auch mal mit einer anderen Berufsidee schwanger gegangen, am Ende sei es aber doch recht schnell klar gewesen, dass er in den Betrieb des Vaters einsteigen würde. „Wir wurden dazu nicht gezwungen“, sagt Uli Eckel augenzwinkernd, um dann ernst hinzuzufügen: „Das würde ja auch keinen Sinn ergeben. Ein Beruf muss letztlich Spaß machen, sonst hält man es in ihm nicht aus.“

Der Spaß an der Sache, er scheint bei den Eckels auf jeden Fall da zu sein. Wenn Uli Eckel so in seinem Showroom sitzt, über Fenster, Türen, Innenausbau, Möbel und das Handwerk im Allgemeinen spricht, seinen Betrieb als Problemlöser bezeichnet, dann schwingt da schon jede Menge Leidenschaft mit.

1,75 Millionen Euro Jahresumsatz macht der Betrieb

Und Stolz. Stolz auf einen Betrieb, dem es gut geht. 1,75 Millionen Euro Umsatz machen die Eckels, der Wert sei seit Jahren einigermaßen konstant. Die Geschäftsfelder bestehen heute vor allem aus individuellem Innenausbau, Maßanfertigungen von Möbeln und Schränken, Büro- und Objekteinrichtungen inklusive Sitzmöbeln, außerdem aus Bauelementen wie Fenstern, Türen und Rollladen. Zu den Kunden gehören Banken, Spielcasinos, Firmen, aber auch Privatleute; der Einzugsradius liege bei 150 Kilometern, so Eckel.

Dass es läuft, zeigt auch die Tatsache, dass erst 2017/18 nochmal ordentlich Geld in die Hand genommen wurde, um die Ausstellungsfläche auf nun 350 Quadratmeter zu erweitern. 100.000 Euro haben sich die Eckels, die drei Schreiner und eine kaufmännische Angestellte beschäftigen, das Ganze kosten lassen. Seit 2002 ist Eisenberg alleiniger Sitz des Unternehmens, zuvor unterhielten die Eckels noch einen Standort in Bad Dürkheim.

Schon 2009 wurden 300.000 Euro in den Ausstellungsbereich in Eisenberg gesteckt. Er ist sozusagen das Herz des Unternehmens, die Grundlage für Beratungen. Kunden können hier Produkte ansehen und testen. Auch Hausmessen finden in diesen Räumlichkeiten statt.

Beratung, das Zwischenmenschliche, Analoge – es ist für die Eckels ungeheuer wichtig. Aber klar, das Digitale hat natürlich auch bei ihnen längst Einzug gehalten. Kunden können heute etwa auf der Internetseite www.eckel-einrichtungen.de ihre Schränke planen. Montiert wird dann von den Profis, wobei die Chefs auch mal selbst Hand anlegen. Und die Arbeitszeiterfassung, derzeit in der Politik ja ein vieldiskutiertes Thema, geschieht ebenfalls digital. „Tradition im Handwerk und Digitalisierung – das ist kein Widerspruch“, findet Uli Eckel.

Wie es nun mit dem Betrieb weitergeht? Größere Investitionen stehen erstmal nicht an, nachdem die großen Projekte ja gerade erst abgeschlossen worden sind. Uli Eckel: „Wir sind auf einem guten Weg, den wir gern weitergehen wollen.“

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