Göllheim RHEINPFALZ Plus Artikel Doris Bugiel ist die Kulturfrau der 4000-Einwohner-Gemeinde

Seit 2010 Vorsitzende und treibende Kraft hinter dem Göllheimer Kulturverein: Doris Bugiel im Kulturhof der Gemeinde.
Seit 2010 Vorsitzende und treibende Kraft hinter dem Göllheimer Kulturverein: Doris Bugiel im Kulturhof der Gemeinde.

Doris Bugiel engagiert sich mit Herz, Seele und Tatkraft für die Kulturszene in Göllheim. Seit 16 Jahren führt sie den Vorsitz des Kulturvereins der 4000-Einwohner-Gemeinde.

„Als Nächstes wird es einen Durchbruch vom Museum Uhl’sches Haus zum Kulturhof geben“, erklärt Doris Bugiel begeistert. Die Kulturstätten im Herzen Göllheims umfassen das Museum, die Kleine Galerie im Kerzenheimer Tor, den Gaulstall und den Kulturhof mit der Kunstscheune. Zum Areal gehört außerdem der künstlerisch gestaltete Garten der Begegnung. Rund 60 Mitglieder zählt der 2005 gegründete Verein, der jedes Jahr ein umfangreiches Kulturprogramm auf die Beine stellt.

Nach Göllheim kam die Studienrätin vor 25 Jahren, nachdem ihr Mann Gerhard die Schulleitung am Gymnasium Weierhof in Bolanden übernommen hatte. Doris Bugiel war ebenfalls an der Schule tätig, sie unterrichtete dort von 2003 bis zu ihrer Pensionierung Englisch und Deutsch. Ihre Laufbahn im Schuldienst startete die gebürtige Mainzerin am Eleonoren-Gymnasium in Worms. Es folgte eine kurze Zwischenstation in Bingen, bevor sie für 16 Jahre ans Aufbaugymnasium Alzey wechselte.

Faible fürs Theater

Seit Kindertagen begeistert Doris Bugiel sich für das Theater. Als junge Lehrerin in Worms gründet sie ihre erste Theater AG, eine Leidenschaft, die sie an allen späteren Schulen erfolgreich weiterführte. Mit ihrem „Theaterfimmel“ habe sie auch den älteren ihrer beiden Söhne in seiner Jugend angesteckt, erzählt Doris Bugiel schmunzelnd.

Nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Schuldienst 2017 stellte sie schnell fest: „Das Theater fehlt mir.“ Zwei Jahre später entstand bei einer Weinpräsentation mit der Aufführung eines kleinen Schwanks der Vorläufer des heutigen Kulturkarree-Theaters. In dem Ensemble spielen derzeit 25 Mitglieder. Den Schwank aus dem Leben der Familie Uhl habe sie selbst geschrieben, so Bugiel. Alle Bühnenstücke des Kulturkarree-Theaters würden von ihr adaptiert und an aktuelle Themen angepasst. „Darin liegt der große Reiz für mich“, erklärt sie begeistert.

Goethes „Faust“

In der Adaption des historischen Stückes um die „Schlacht am Hasenbühl“ befasste sie sich mit der Göllheimer Geschichte, die sie in einen aktuellen Kontext mit dem Ukrainekrieg setzte. Im Herbst bringt das Kulturkarree-Theater eine moderne Adaption von Goethes „Faust“ auf die Bühne im Haus Gylnheim.

Der Verein, der maßgeblich von ihrem Vorgänger, dem ehemaligen Ortsbürgermeister Hans Appel, gestaltet wurde, geht auf den örtlichen Heimatverein zurück. Von Anfang an habe sie als Vorsitzende die Kunst und deren Förderung in den Mittelpunkt gestellt, erklärt Bugiel. Seither finden in Göllheim mehrmals im Jahr Kunst- und Geschichtsausstellungen in zahlreichen Veranstaltungsstätten statt. Hinzu kommen weitere Angebote wie Tangokurse und Chansonabende.

Umbau im Uhl’schen Haus

Im Uhl’schen Haus soll als Nächstes der große Saal umgebaut werden, so dass größere Gemäldeausstellungen möglich sind. Für den Herbst ist eine Ausstellung in Kooperation mit dem Pfälzischen Institut für Geschichte über berühmte Frauen in der Pfalz angedacht.

Im August präsentiert die zweite Vorsitzende des Vereins, Claudia Schäfer, eine eigene Ausstellung: In der Kunstscheune soll ihre Papierkunst zusammen mit Glasarbeiten des verstorbenen Kerzenheimer Künstlers Karl Heinz Garske gezeigt werden. Für 2027 kündigt Doris Bugiel eine große Gemeinschaftsausstellung von Künstlern aus der Umgebung von Göllheim an.

Alle zwei Jahre richtet der Kulturverein „Geschichtstage“ mit regionalen Bezügen aus, die stets auf große Resonanz stoßen.

Für ihren Verein sei sie täglich mehrere Stunden im Dienst, sagt Bugiel. Altersbedingt habe sie schon mal an Rückzug gedacht, auch um mehr Zeit mit ihrem Mann in ihrem Ferienhaus im Allgäu sowie mit ihren Enkelkindern verbringen zu können. Die Suche nach einer Nachfolge gestalte sich allerdings schwierig: „Aktuell ist niemand in Sicht, und ich möchte schon gerne einiges erhalten, was ich mitaufgebaut habe. Daher fällt es mir schwer, damit aufzuhören“, sagt sie.

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