Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Donnersberg dicht: Wurden die dort Arbeitenden vergessen?

Am Fuß des Berges, wo die K82 beginnt, wird klar: Hier ist kein Durchkommen mehr.
Am Fuß des Berges, wo die K82 beginnt, wird klar: Hier ist kein Durchkommen mehr.

Die Zufahrt zum Donnersberg ist unter der Woche komplett gesperrt. Hat der LBM die dort Arbeitenden vergessen? Wie sich ein Verdacht erhärtet – und welche Lösungen es gibt.

Die Zufahrt zum Donnersberggipfel ist seit dem vergangenen Montag unter der Woche vollständig gesperrt. Wegen der Sanierung der K82 ist der Berg montags bis freitags nicht mit dem Auto erreichbar. Die K51, die regulär als Einbahnstraße vom Gipfel nach Dannenfels führt, wurde nicht für den Gegenverkehr freigegeben. Weitere öffentliche Zufahrten gibt es nicht. Mit anderen Worten: Der Berg ist dicht.

Brisant: Auf dem Donnersberg befinden sich Arbeitsplätze. Der Sendeturm des SWR ist bemannt, außerdem nutzt das Forstamt die früheren Gebäude der US-Funkstation als Trockenarbeitsplatz. Erst im vergangenen Jahr sind die Waldarbeiter von Börrstadt dorthin umgezogen. Entsprechend drängte sich mit Beginn der Vollsperrung eine Frage auf: Wie kommen diese Leute jetzt zur Arbeit?

Aus der Zeitung von der Sperrung erfahren

Diese Frage stellte sich zunächst ganz konkret für eine Person, die über einen Dienstleister im SWR-Sendeturm arbeitet. Sie wandte sich anonym an die RHEINPFALZ und schilderte, wie sie am Montag aus der Zeitung erfuhr, dass die K82 gesperrt ist. Sie konnte an diesem Tag ihre Arbeit nicht antreten. Auch Kollegen seien vorab nicht informiert gewesen. Sie bat die RHEINPFALZ, bei den verantwortlichen Stellen nachzuhaken.

Das taten wir – und stießen dabei auf einige Ungereimtheiten, die eine naheliegende Frage aufwarfen: Kann es sein, dass der LBM bei der Planung der Sperrung schlicht übersehen hat, dass auf dem Berg gearbeitet wird? Die Antworten, die wir erhielten, waren jedenfalls nicht geeignet, diesen Verdacht zu entkräften. Der SWR bestätigte, dass der Sendeturm regelmäßig besetzt ist und Mitarbeiter von der Sperrung betroffen sind. Gleichzeitig hieß es, man habe sichergestellt, dass der Standort – abgesehen von zwei Tagen mit Teerarbeiten – erreichbar sei. Wie genau, blieb offen; der Sender verwies auf Fernüberwachung und automatische Reservelösungen. Unklar blieb zudem, ob der SWR vor Beginn der Sperrung informiert worden war oder erst nachträglich reagieren musste.

Blick vom Achsnagel-Kreisel am Bastenhaus Richtung Berg.
Blick vom Achsnagel-Kreisel am Bastenhaus Richtung Berg.

Auch das Forstamt Donnersberg reagierte zunächst zurückhaltend. Eine Information des LBM über die Sperrung habe das Forstamt nicht erreicht, hieß es. Man habe jedoch intern reagiert und Lösungen gefunden. Erst nach erneuter Nachfrage präzisierte das Forstamt einen Tag später diese Angaben: Die Benachrichtigung über die Sperrung sei verspätet und nicht schriftlich erfolgt. Daraufhin seien die Waldarbeiter umgesteuert und vorübergehend wieder an ihren früheren Trockenarbeitsplatz in Börrstadt verlegt worden.

Der Chef persönlich schaltet sich ein

Als letzter reagierte der LBM selbst – mit einer im Kern sehr vagen Antwort: Die Behörde teilte lediglich mit, dass Abstimmungen mit dem Forst, dem SWR sowie der ausführenden Baufirma stattgefunden hätten und eine Lösung gefunden worden sei. Auf die Frage, ob betroffene Institutionen oder Arbeitgeber im Vorfeld informiert wurden, verwies sie auf eine Pressemitteilung im Amtsblatt des Kreises sowie auf entsprechende Informationen auf der Website des LBM und im Mobilitätsatlas verkehr.rlp.de.

Erst nach einer weiteren Anfrage bei der Kreisverwaltung, ob im Vorfeld vergessen wurde, alle Beteiligten zu informieren, kam Bewegung in die Angelegenheit: LBM-Chef Bernhard Knoop meldete sich persönlich, räumte mögliche Fehler ein und konkretisierte die gefundene Lösung: Beschäftigte, die unter der Woche auf den Berg müssen, können sich demnach direkt an den Polier der ausführenden Baufirma wenden und werden bei Bedarf von Mitarbeitern der Firma zum Gipfel gebracht. Knoop betonte zudem, man sei in solchen Fällen grundsätzlich auch direkt ansprechbar. In vergleichbaren Situationen reiche ein Anruf beim LBM aus, dann würden kurzfristig Lösungen gefunden. Betroffene sollten sich nicht scheuen, sich zu melden. „Wir sind Dienstleister. Wir wollen einen guten Job für die Region machen“, so Knoop.

Hier endet die vom Berg herabführende Einbahnstraße K51. Angeblich wird sie gelegentlich regelwidrig befahren. Davon war zum Zei
Hier endet die vom Berg herabführende Einbahnstraße K51. Angeblich wird sie gelegentlich regelwidrig befahren. Davon war zum Zeitpunkt der Aufnahme aber nichts zu sehen.

Unterm Strich bleibt: Zu Beginn der Vollsperrung war nicht klar geregelt, wie die Arbeitsplätze auf dem Donnersberg unter der Woche erreichbar bleiben sollen. Konkrete organisatorische Lösungen wurden erst im Nachhinein gefunden. Mit anderen Worten: Der Berg war dicht. Auch für die dort Arbeitenden.

x