Zellertal RHEINPFALZ Plus Artikel Die neuen Bürgermeister: Christian Lauer setzt auf Digitalisierung und Gemeinschaftssinn

Christian Lauer will erreichen, dass die Ortsteile Zell, Harxheim und Niefernheim noch stärker zur Gemeinde Zellertal zusammenwa
Christian Lauer will erreichen, dass die Ortsteile Zell, Harxheim und Niefernheim noch stärker zur Gemeinde Zellertal zusammenwachsen.

ZELLERTAL. Er ist ein echtes Zellertaler Gewächs, der neue Ortsbürgermeister der Gemeinde Zellertal, die sich 1976 aus den drei Dörfern Harxheim, Zell und Niefernheim zusammengefunden hat. Und damit ist man bei Christian Lauer, Jahrgang 1975, schon direkt im Thema – denn der in Niefernheim verwurzelte Ortschef sieht sich als Kopf des Teams Zellertal. Sein größter Wunsch ist die Identifizierung seiner Bürger als Zellertaler, wobei die Zugehörigkeit zu den drei Ortsgemeinden natürlich nicht vernachlässigt werden soll.

Dabei befindet sich sein Team bereits auf einem guten Weg. Nachdem im Gemeinderat der Generationenwechsel stattgefunden hat, begrüßt Lauer den Einsatz der Ratsmitglieder für die Themen Digitalisierung und gute Außendarstellung, was sich demnächst in einer Homepage zeigen soll. „Digitalisierung wird mehr und mehr unseren Alltag bestimmen, dabei darf niemand verloren gehen. Mit unserem Arbeitskreis ’Digitales Zellertal’ zeigen wir die Möglichkeiten der Digitalisierung auf, unterstützen die Bürger, Vereine und das Gewerbe bei ihren Aktivitäten. Zudem wollen wir Alt und Jung zusammenbringen. Ein gutes Beispiel ist unsere Kita-App, hier fließen kurz und knapp wichtige Informationen, gute Kommunikation ist überall das A und O.“

Parteiarbeit ist untergeordnet

Lauer bemüht sich, Winzer, Landwirte und Vereine einzubeziehen. Daneben sollen junge Familie Unterstützung im Alltag finden. Gut elf Monate ist er im Amt, dabei hat er erfahren: „Eigentlich ist der Ortsbürgermeister ein Fulltime-Job.“ Lauer liebt die kurzen Wege und ist gerne Ansprechpartner für die Bürgerbelange, kann dabei auf Unterstützung durch die Ratsmitglieder zählen. „Ich wurde ja aus dem Rat heraus gewählt und habe gleich klar gemacht, dass ich die Hilfe der Ratsmitglieder brauche. Dabei ist die Parteiarbeit untergeordnet, nach dem Wahlkampf arbeiten wir alle jetzt für Zellertal.“

Zunächst musste sich Lauer selbst organisieren, denn in der Kindertagesstätte war er sofort gefordert. Wichtige Personalgespräche waren zu führen, das Neubaugebiet am Immesheimer Weg sollte in die nächste Phase geführt werden, die Infrastruktur erhalten und ausgebaut werden. Dann kam Corona.

Sein Arbeitgeber BASF ermöglichte Home-Office, was Lauer für sein Bürgermeister-Amt als sehr positiv sieht, denn so kann er vor Ort schnell reagieren. Durch seinen Beruf, in dem er verantwortlich für die unterschiedlichsten Gebäudeprozesse ist, ist er gut gerüstet, um die Herausforderungen seines Ehrenamtes zu stemmen. Für die Vereine im Ort engagiert er sich. „Ohne die Mitarbeit dieser Menschen können wir hier nicht gestalten“, ist er überzeugt.

Rückkehrer wünschen sich Bauplätze

Nicht nur von den Touristen sieht er sich bestätigt, dass es in seiner Heimat wirklich schön ist. Gerade von vielen Familien, deren Nachwuchs erst in die Großstadt gezogen ist und jetzt wieder zurück kommen möchte, höre er das immer wieder. „Deshalb brauchen wir Bauplätze, müssen unsere Ortskerne erhalten, Schule und Kindergarten pflegen, die Kultur vor Ort ebenso wie den Tourismus ausbauen.“

Gute Beispiele kennt er in den Ortsteilen, doch gerade beim sanften Tourismus sieht er noch Luft nach oben. „Wer bei uns wandern will, muss auch was essen und trinken können, wer hier Radfahren will, muss auch auftanken können“, sagt Lauer. Deshalb freut er sich über ein Bistro in Zell in Wartestellung und über die Bereitschaft vieler Winzer, hier mitzuziehen. Dass sich das junge Weingut Bremer in Niefernheim etabliert hat, begeistere ihn. Zudem sei in Harxheim Kunst und Weinkultur gut verwoben. „Unsere Winzer haben gezeigt, dass es geht, doch manches kann bei der Vermarktung verbessert werden.“

Das Wohnraum-Thema bewegt ihn, Leerstände im Dorfkern können gefüllt werden, neue Bauplätze entstehen. „Aber eigentlich fehlt uns eine Zwischenebene mit kleineren Wohnungen gerade für junge Leute, die noch keine Familie haben, aber nicht unbedingt in der Stadt wohnen wollen, selbst wenn dort die Arbeitsstelle ist. Hier müssen wir etwas Neues probieren.“

Zeitmanagement wird bei ihm großgeschrieben und glücklich ist er, dass seine Frau Anja ihm beim „Hobby“ Ortsbürgermeister den Rücken frei hält.

In sechs Jahren besteht die Gemeinde Zellertal 50 Jahre, und dieses Jubiläum soll bewusst gefeiert werden. „Im Gemeinderat ist es schon angekommen, dass wir zusammengehören, das soll auch in der Bevölkerung noch deutlicher werden.“

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