Dannenfels
Die „Donnersberger Kelten“ verabschieden sich aus dem Keltenland
Mit der Gründung des „Keltenkreises“ in Dannenfels im Jahr 2000 ging es los. Aus der Gruppe von geschichtsinteressierten Heimatfreunden gingen zwei Jahre später dann die „Donnersberger Kelten“ hervor. Mit seinem vielfältigen Engagement für die höchste Erhebung der Pfalz wurde der Verein mit seinen Aktionen schnell zur festen Institution. Anfang 2025 gaben die verbliebenen Mitglieder die Auflösung ihres Herzensprojektes bekannt.
Vereinsvorsitzender: „Es hat schon wehgetan“
„Es hat schon wehgetan, als es hieß: Wir hören jetzt auf“, bedauert der Vereinsvorsitzende Erwin Schottler. Es seien vorwiegend Altersgründe, die zu der Entscheidung geführt hätten: „Zuletzt sind auch noch zwei Todesfälle hinzugekommen. Im letzten Herbst haben wir dann gesagt: Wir machen den Sack zu“, wie er erklärt.
Einen Namen in der Region machte man sich gleich zu Beginn mit der Ausrichtung eines ersten „s“. Knapp eine Woche lang pilgerten im Jahr 2001 rund 4000 Besucher zu „Musik, Magie und Manufaktur“ auf den Berg. 20.000 Euro Sponsorengeld seien dafür aus dem Stand aufgetrieben worden, erzählt Schottler begeistert. Der Erfolg der „“-Premiere führte zu sechs Wiederholungen des Spektakels und zog in der Spitze mehrere Tausend Besucher an. Die ersten fünf Veranstaltungen fanden auf dem Donnersberger „Plateau“ statt, 2006 wechselte man ins neu eröffnete „Keltendorf“ in Steinbach. Bei der Gründung des historischen Dorfes seien die „Donnersberger Kelten“ im Übrigen von Beginn an aktiv eingebunden gewesen, ergänzt Schottler.
Im Vordergrund hätten stets die vielen Vereinsaktivitäten rund um Erhalt und Pflege der historischen Anlagen am Donnersberg gestanden: „Wir haben dem Thema ,Keltenwall, eine Bekanntheit gegeben“, sagt er. Mit der Vereinsarbeit sei auch die Beschaffung von Fördergeldern ermöglicht worden. So sorgten die „Donnersberger Kelten“ unter anderem für die Beschilderung auf dem Berg.
Großer Beliebtheit erfreuten sich die zahlreichen Führungen, die die „Kelten“ – teils in historischer Kluft – für Schulklassen, aber auch Betriebe und Vereine angeboten hätten. „Wir sind bei Sonnenwend-Wanderungen mit Fackeln rumgelaufen“, erinnert sich Schottler. Die so gesammelten Spendengelder hätten dann die Vereinsarbeit möglich gemacht. Zudem waren die „Kelten“ für Arbeitseinsätze an der Ringmauer und Pflegearbeiten am westlichen Wall der Anlage zur Stelle. Auch der Kauf von Holzrahmen zum Sortieren der Steine bei Ausgrabungsmaßnahmen am Zwischenwall sei aus Vereinsgeldern gekommen. Die Idee zu einem „Keltengarten“ entstand ebenfalls im Verein. Der Garten wurde später umgesetzt und ist heute Teil des „Keltendorfes“, berichtet Naturfreund Schottler erfreut.
2018 lieferte der Verein die Idee für ein Zukunftsprojekt zur Rekonstruktion eines Zangentores auf dem Donnersberg. Tief in die Vereinskasse griff man dann im Folgejahr mit dem Kauf einer Replik des berühmten „Keltischen Achsnagels“. Die Kaufsumme in Höhe von 10.000 Euro sei in Kooperation mit weiteren Sponsoren erfolgt. Der zwölf Zentimeter große Achsnagel wurde im Anschluss dem Stadtmuseum Kirchheimbolanden dauerhaft als Schenkung überlassen, berichtet der Vereinsvorsitzende stolz.
Anfangs aus einer Handvoll Gründungsmitgliedern bestehend zählte der Verein später bis zu 70 Mitglieder. „Die kamen aus der Region, aber wir hatten sogar jemanden aus Stuttgart dabei, der das enorm spannend fand, was wir hier machen“, sagt Schottler zufrieden. Das noch verbliebene Vereinsvermögen ginge zu gleichen Teilen an das Stadtmuseum sowie das Keltendorf, kündigt er an.
Sein persönliches Interesse am Donnersberg sei ihm als „Kerchemer Kind“ praktisch in die Wiege gelegt worden. „Ich war ein echtes Waldkind und bin damals schon auf den Berg gelaufen“, erinnert sich Schottler. Mit seiner Frau Waltraud betrieb er später den „Kastanienhof“ in Dannenfels und diente dort seinen Gästen als Donnersberger Wanderführer.
Gleichermaßen stand stets das Interesse am keltischen Leben am Berg ganz oben auf seiner Liste. Als „Druide Donarix“ ist er im keltischen Gewand seit vielen Jahren unterwegs. In der Rolle des Druiden dient er als lebendiges Geschichtsbuch, bietet unter anderem ehrenamtliche Führungen für Kinder an: „Es ist wichtig, den Kindern das Keltenleben am Donnersberg näherzubringen“, zeigt sich der 74-Jährige begeistert. Dieses Wissen weiterzugeben, liege ihm besonders am Herzen. Dem elf Jahre alten Enkelsohn habe er vor Jahren bereits von den „Donnersberger Kelten“ erzählt. Dieser habe schon angekündigt, den Vereinsvorsitz später mal vom Opa zu übernehmen, erzählt Erwin Schottler stolz. Bis es so weit ist, will Opa „Donarix“ weiterhin auf den Spuren der Kelten wandeln und seine Seminare und Führungen so lange wie möglich anbieten.