Gelassen im Garten RHEINPFALZ Plus Artikel Der klimafreundliche Garten: Neue Serie mit Andreas Raschke

In der neuen Serie beantwortet Andreas Raschke Leserfragen – praxisnah, nachhaltig und mit viel Liebe zur Natur.
In der neuen Serie beantwortet Andreas Raschke Leserfragen – praxisnah, nachhaltig und mit viel Liebe zur Natur.

Ob Wildhecke, Staudenbeet oder ökologischer Rasen – in unserer neuen Serie „Gelassen im Garten“ gibt Andreas Raschke monatlich Tipps für mehr Natur im Garten.

Es gibt Dinge, die passen so gar nicht zusammen – Steingärten und Andreas Raschke zum Beispiel. Und dann gibt es Dinge, die passen ganz hervorragend zusammen – eine Gartenserie in der Donnersberger Rundschau und Andreas Raschke zum Beispiel. Aber von vorne.

Andreas Raschke ist im Donnersbergkreis als Pflanzenexperte und „Pflanzendoktor“ bekannt. Der Fachmann für Garten- und Landschaftsbau hat nicht nur Antworten auf akute Fragen wie Schnecken oder Trockenheit, sondern denkt in langfristigen, ökologischen Zusammenhängen. Seine zentrale Botschaft lautet: „Wir müssen uns sowohl beim Thema Klimawandel als auch beim extremen Rückgang der vielen verschiedenen Lebewesen den verändernden Bedingungen stellen – und gelassener werden.“

Auszeichnung als Klimaheld

Und in Sachen Klimaschutz kennt er sich bestens aus: Im Jahr 2024 wurde Raschkes Garten- und Landschaftsbaubetrieb in Bayerfeld-Steckweiler vom Klimaschutzmanagement der Kreisverwaltung als „Donnersberger Klimaheld“ ausgezeichnet. Mit der Ehrung würdigt der Kreis regelmäßig Personen, Unternehmen oder Vereine, die sich in besonderer Weise für den Schutz von Klima und Natur engagieren und dabei eine Vorbildrolle in Sachen Nachhaltigkeit einnehmen. Die klimatischen Veränderungen sind für Raschke und sein Team deutlich spürbar. Gerade deshalb achten sie bei der Gestaltung und Pflege von Gärten darauf, den Boden zu schonen, Lebensräume zu erhalten, giftfrei zu arbeiten und für Natur und Mensch gleichermaßen einen Mehrwert zu schaffen.

Auch Maßnahmen in der freien Landschaft – wie das Anlegen von Wildhecken und Streuobstwiesen oder die Renaturierung von Gewässern – gehören zu den Arbeiten seines Betriebs. „Wir bilden uns regelmäßig zu Themen wie Anpassung an die Klimaänderungen fort und geben dieses Wissen auch in Vorträgen, wie zum Beispiel zum Thema ,Klimagerechter Garten’ weiter“, betont Raschke. Dabei gehe es immer stärker um praktischen Naturschutz: „Wir verstehen uns als ökologisch orientiertes, nachhaltiges Unternehmen und versuchen, unser Wissen und Können gleichermaßen zum Erschaffen neuer Lebensräume für Mensch, Tier und Pflanze einzusetzen.“

Ökologisch handeln

Für Raschke ist der vermeintliche Widerspruch zwischen „pflegeleicht“ und „insektenfreundlich“ gar keiner: „Je insektenfreundlicher ich einen Garten gestalte, desto pflegeleichter ist er.“ Er empfiehlt freiwachsende Stauden und Blühsträucher, die wenig Arbeit machen und gleichzeitig die Artenvielfalt fördern. Arbeitsintensive Elemente wie großer Zierrasen oder immergrüne Sichtschutzhecken aus Thuja oder Lorbeerkirsche hält er für überholt – auch weil sie den Herausforderungen des Klimawandels nicht gewachsen sind: „In klimaresilienten Gärten haben diese Pflanzen keine Zukunft.“

Gärten müssten regional gedacht werden. Mediterrane Pflanzen etwa gedeihen in der Nordpfalz oft nicht dauerhaft, weil sie unter Winternässe und Spätfrösten leiden. Dabei ruft er zu einem gelassenen Umgang mit natürlichen Kreisläufen auf – selbst bei Schnecken: „Schnecken sind überaus nützliche Tiere. Im Gemüsegarten schaffe ich schneckenfreie Zonen, aber angefressene Blätter im Ziergarten sind Teil des ökologischen Systems.“

Regionale Pflanzen statt exotischer Arten

Mit populären, aber ökologisch fragwürdigen Gartentrends wie Schotterflächen geht Raschke hart ins Gericht: „Der Schottergarten ist nach wie vor nicht aus den Köpfen zu bekommen – dabei zerstört er Klima, sorgt für Hitzestau und Überschwemmungen.“ Statt Unkraut in Pflasterfugen als Feind zu sehen, wünscht er sich einen Perspektivwechsel: „Das Gute ist das Grüne in der Fuge, das Schlechte ist der Pflasterstein drum herum.“

Besonders wichtig ist ihm auch, woher neue Pflanzen stammen. Viele vermeintlich insektenfreundliche Angebote im Handel seien mit Pestiziden belastet und schadeten so den Tieren, die sie eigentlich anlocken sollten. „Man muss schon darauf schauen, was man kauft und wo man es kauft.“ Auch die Klimabilanz einer Pflanze beginne nicht erst im Garten, sondern bereits bei der Produktionsweise.

Achtsam Pflanzen auswählen

Die größten Fehler von Gartenbesitzern entstehen seiner Erfahrung nach aus unrealistischen Vorbildern: Englischer Rasen oder mediterranes Flair passen selten zum Donnersberger Klima. Sein Rat ist einfach, aber konsequent: „Ein wenig mehr Wissen und Bewusstsein zulassen, ein wenig mehr Gelassenheit an den Tag legen und deutlich weniger in ökologische Zusammenhänge eingreifen. Das ist jetzt notwendig, um das zu retten, was noch zu retten ist.“

Und jetzt kommt die Donnersberger Rundschau ins Spiel: Denn wir starten das neue Jahr mit einer neuen Serie. „Gelassen im Garten“ wird sie heißen, und Sie, liebe Leserinnen und Leser, können Andreas Raschke eine Frage zu Ihrem Garten stellen. Immer am ersten Samstag im Monat wird die Serie erscheinen, und wenn Sie eine Frage zu Ihrem Garten haben, schreiben Sie uns eine E-Mail an reddonn@rheinpfalz.de. Mit etwas Glück beantwortet Andreas Raschke Ihre Frage in der nächsten Folge von „Gelassen im Garten“.

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