Donnersbergkreis „Beständige“ Entwicklung
Kirchheimbolanden: Positiv blickt Hans-Joachim Omlor, der Chef der Arbeitsagentur Kaiserslautern-Pirmasens, auf das Jahr 2016. Die Beschäftigung baut sich auf. Bereits im vergangenen Jahr gab es einen historischen Höchststand für die Westpfalz. Den Donnersbergkreis sieht er gut aufgestellt. Für die Menschen hier sei die Stadt Kaiserslautern ein wichtiger Jobmotor.
„Es gibt nicht den geringsten Anhaltspunkt, dass etwas krisenmäßig ansteht. Auch wenn man nicht immer alles weiß.“ Hans-Joachim Omlor blickt nicht nur äußerst zufrieden auf das Jahr 2015 zurück, er ist auch sehr zuversichtlich, wenn er über 2016 spricht. Mit 158.592 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gab es im gesamten Gebiet der Agentur, zu dem die kreisfreien Städte Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken sowie die Landkreise Kaiserslautern, Kusel, Südwestpfalz und der Donnersbergkreis gehören, im vergangenen Jahr einen „historischen Höchststand“, wie er sagt. Das sind noch einmal 2452 Beschäftigte mehr als 2014. Ein Grund für die wachsende Beschäftigung in der Westpfalz sei vor allem der „Jobmotor“ Kaiserslautern – unter anderem durch die Neueröffnungen Mall, Ikea und Vapiano. „Es ist Wahnsinn, was die Menschen bereit sind zu fahren“, sagt der Agenturchef. Aus dem Donnersbergkreis machen sich allmorgendlich 2179 Menschen auf zur Fahrt zu ihrem Arbeitsplatz nach Kaiserslautern. Große Veränderungen zum Vorjahr gab es hier allerdings nicht – 13 mehr sind es. Dennoch gab es auch rund um die höchste Erhebung der Pfalz 2015 einen historischen Höchststand, was die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten betrifft: 21.408 waren es im September. 21.084 wurden noch im Juni 2014 gezählt, 2005 waren es 17.612. „Seit dieser Zeit hat sich im Donnersbergkreis beständig einiges getan. Das macht einen stabilen, robusten Eindruck“, sagt Omlor. Er weiß natürlich auch, dass in der Region vieles von den drei großen Ankern abhängt – Johnson Controls in Rockenhausen, Borg Warner in Kirchheimbolanden und Gienanth in Eisenberg. Was ihm speziell an der Kreisstadt Kirchheimbolanden – aber auch generell am Kreis – imponiert, ist der Branchenmix. „Die Region ist stark vom Handwerk geprägt“, weiß Omlor aber auch. Dass es hier viele kleinere Unternehmen gibt, ist für ihn kein Nachteil. „Die Faustformel lautet: Je kleiner ein Unternehmen, desto stabiler ist es.“ Ein Plus hat es in der Westpfalz 2015 bei den Stellenangeboten gegeben. 12.088 waren es insgesamt – 1104 mehr als noch 2014. Für den Donnersbergkreis galt diese Tendenz jedoch nicht. 1425 offene Stellen wurden gemeldet. Das waren 536 weniger als 2014. Ein Grund hierfür sei gewesen, dass es im Bereich der Zeitarbeit 2015 im Kreis ruhiger gewesen sei, berichtet der Agenturchef. In der Westpfalz gab es im abgelaufenen Jahr den prozentual gesehen (- 4,1) stärksten Rückgang an Arbeitslosen im Vergleich mit allen Agenturbezirken in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. 18.197 Menschen waren im Agenturgebiet im Jahresdurchschnitt arbeitssuchend. Das sind 784 weniger als 2015. 45 weniger waren es im Donnersbergkreis, wo es im Schnitt 2185 Arbeitslose gab. Die Arbeitslosenquote betrug im Schnitt im Kreis 5,3 Prozent, im Agenturgebiet lag sie bei 6,6 Prozent. Eine große Herausforderung für das Jahr 2016 wird die Qualifizierung und Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt sein. „Das wird uns fordern und wird nur funktionieren, wenn es eine sehr intensive Kooperation mit dem Kreis und gerade mit den Ehrenamtlichen gibt. Sie sind mit einer absolut positiven Absicht unterwegs, den Menschen zu helfen“, berichtet Omlor. Integration laufe über Ausbildung und Arbeit. Es gelte zu schauen, wer habe eine große Bleibeperspektive, wie sieht das Profil des Menschen aus, gibt es genügend Integrationskurse und funktioniert die Sprachförderung. „Es wird auch darauf ankommen, dass wir an den Schnittstellen unheimlich gut miteinander arbeiten“, sagt der Agenturchef. Gerade mit dem Kreis funktioniere das hervorragend. Omlor glaubt auch, dass die ankommenden Flüchtlinge einen Teil dazu beitragen können, dass der Mangel an Fachkräften im Handwerk nicht mehr so groß sein wird. Fachkräftemangel ist ein Punkt, den viele Unternehmer auch im Donnersbergkreis beklagen. „Ich warne aber davor, hier auf den schnellen Erfolg zu setzen.“ Man brauche Geduld. Ohne ein gewisses Sprachniveau funktioniere dies nicht. Entstehen soll in diesem Jahr auch eine Inklusionsinitiative Westpfalz mit den großen Trägern Zoar, den Westpfalz-Werkstätten mit Sitz in Landstuhl und der Heinrich Kimmle Stiftung in Pirmasens. Nicht vergessen werden sollen die Menschen, die arbeitslos sind. Hier setze man darauf, diese zu qualifizieren. Ziel sei zudem, Langzeitarbeitslosigkeit abzubauen. (Archivfoto: View)