Winterborn Beim Benefiz-Lauf „Laufen für Wasser“ werden Spenden für Tansania gesammelt

Auch Vereinsvorsitzende Tatjana Reis (ganz rechts) war auf der Strecke.
Auch Vereinsvorsitzende Tatjana Reis (ganz rechts) war auf der Strecke.

Seit 14 Jahren gibt es in Winterborn „Laufen für Wasser“. Statt einer Startgebühr können die Läufer pro Runde drei Euro an den Verein „Vision Tansania“ spenden. Wegen Corona musste die Veranstaltung in diesem Jahr etwas kleiner ausfallen – trotzdem gab es ein weltweites Echo.

Armin Seibert aus Bretzenheim bei Bad Kreuznach ist passionierter Langstrecken- und Marathonläufer. Am Samstagabend hat er bereits neun Runden der 3,4 Kilometer langen Waldstrecke absolviert. Der 64-jährige Zeitungsredakteur des Öffentlichen Anzeigers in Kirn will nun eine kleine Schlafpause einlegen, bevor er die Nacht über wieder mit Stirnlampe und Taschenlampe ausgerüstet auf die Strecke geht. Damit sich niemand verlaufen kann, sind auch dieses Mal in den Kurvenbereichen Wald wieder zahlreiche LED-Batteriekerzen aufgestellt. Seiberts Ziel sind insgesamt 25 Runden.

Von Corona hat sich der Verein „Vision Tansania“ in Winterborn nicht unterkriegen lassen und die 14. Veranstaltung „Laufen für Wasser“ im Wöllsteiner Wald direkt bei Winterborn organisiert. Das frühere Anlauf-Zentrum der Heinrich-Brunck-Halle am Ortseingang wurde kurzer Hand verlegt und einige Hundert Meter weiter direkt am Kriegerdenkmal neu im Freien mit gut durchlüfteten Zelten errichtet.

Rückmeldungen aus Tansania, Portugal und Dänemark

Vereinsvorsitzende Tatjana Reis hatte mit ihrem vielköpfigen Vorstandsteam, Helfern aus der Nachbarschaft und aus der Gemeinde alle Hände voll zu tun, um alle Auflagen und Anforderungen in besonderer Zeit zu erfüllen. Die Stimmung am Samstagabend im Helferteam ist gut, auch wenn einige Läufer weniger als sonst an den Start gehen. Das große Ziel, Hilfe für Menschen in Tansania in Afrika, steht im Fokus. „Laufen für Wasser“ ist auch wichtig für die Vereinsarbeit, weil hierbei in der Regel die meisten Einnahmen übers Jahr für die Vereinskasse erzielt werden.

Mittlerweile hat sich die Veranstaltung weit über die Region hinaus herumgesprochen, denn eine 24-Stunden-Laufveranstaltung gibt es weit und breit außer in Winterborn nicht mehr. Auf dem nahe gelegenen Bolzplatz, der kurzerhand zum Park- wie auch Übernachtungsplatz umfunktioniert wird, standen am Samstagabend etliche Autos und einige Busse aus Heilbronn, dem Rheinpfalz-Kreis, Alzey, Bad Kreuznach, Dürkheim/Weinstraße, Ludwigshafen, Kusel und dem Donnersbergkreis. Dank Facebook wurde dieses Jahr sogar deutschland- und weltweit Werbung für die Veranstaltung gemacht. Alleine in Göppingen, so Reis, hat eine Gruppe schon 100 Kilometer absolviert. Sie freute sich außerdem über Rückmeldungen aus Tansania, Portugal oder Dänemark, wo Menschen sich dort beim „Laufen für Wasser“ beteiligten.

Jede Spende wird dankbar angenommen

Beim Lauf in Winterborn ist derweil Familie Zuhl aus dem Bad Kreuznacher Ortsteil Planig mit Fotoapparat und Hund unterwegs, die noch bei keiner Veranstaltung von „Vision Tansania“ in Winterborn gefehlt. Sie sind froh, sich im Freien bewegen zu können, und freuen sich so richtig, wieder mal unter Leute zu kommen. Weil sie die Vereinsziele so sinnvoll finden, sind sie schon lange Mitglied im Verein.

Pro Runde können die Läufer drei Euro für das Projekt spenden. Auch kleinere Runden wie die von Familie Baltz aus Winterborn durchs Neubaugebiet werden dabei anerkannt und die vorbeigebrachte Spende dankbar angenommen.

Im nächsten Jahr soll mit der 15. Veranstaltung zugleich ein kleines Jubiläum gefeiert werden, kündigte Tatjana Reis an. Die Vorfreude darauf sei in Winterborn jetzt schon groß. Das Versprechen: Wenn bis dahin Corona besiegt ist, wird das ein ganz großes Fest für Afrika werden.