Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Beginn Bauarbeiten: Neuer Radweg zwischen Steinbach und Hahnweilerhof

 Wer gerne in der Natur radelt, wird die Strecke zwischen Steinbach und Hahnweilerhof zu schätzen wissen.
Wer gerne in der Natur radelt, wird die Strecke zwischen Steinbach und Hahnweilerhof zu schätzen wissen.

Noch vor Weihnachten soll er fertig sein, der erste Abschnitt des Großprojektes „Radwegeverbindung Steinbach-Imsbach“. Auch in den meisten anderen Verbandsgemeinden tut sich etwas in Sachen Mobilität auf zwei Rädern.

Die Bauarbeiten haben bereits begonnen: Zwischen Steinbach und Hahnweilerhof entsteht derzeit ein neuer Radweg. Planmäßig sollen die Arbeiten noch vor Weihnachten, je nach Witterung, abgeschlossen werden. Die Ausbaustrecke ist 1,5 Kilometer lang, vom Ortsausgang Steinbach bis zum Anfang des Betonwegs in der Gemarkung Börrstadt. Damit der Weg wetterunabhängig gut genutzt werden kann, wird er in Asphalt ausgebaut.

Zur nächsten Fahrradsaison fertig

Auch die nächsten Bauabschnitte für die Verbindung Steinbach-Imsbach sind bereits geplant: Zwischen Imsbach (Langenthal ab Weiße Grube) bis Gemarkungsgrenze Börrstadt (Hahnweilerhof) finden die Arbeiten je nach Witterung von Mitte bis Ende Januar 2025 statt. Der letzte von insgesamt sieben Bauabschnitten von Börrstadt, ab der Gemarkungsgrenze Imsbach bis Hahnweiler und von Hahnweilerhof bis circa Gemarkungsgrenze Steinbach, soll bis März 2025 abgeschlossen werden und die insgesamt rund 4,5 Kilometer lange Verbindungsstrecke von Imsbach nach Steinbach komplettieren. „Wenn uns das Wetter nicht einen dicken Strich durch die Rechnung macht, dann wird dieser Weg zu Beginn der kommenden Fahrradsaison für die Radfahrer nutzbar sein“, ist Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob zuversichtlich.

Winnweiler besonders aktiv

Rund 1,5 Millionen Euro Förderung erhält die Verbandsgemeinde Winnweiler für diesen aktuellen Ausbau ihres Radwegenetzes. Die Mittel stammen aus dem Förderprogramm „Stadt und Land“ des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV). Damit ist eine 90-prozentige Förderung der gesamten Maßnahme möglich. Die Wege gelten als wichtige Verbindungen zwischen dem Alsenztal- und Zellertalradweg sowie zwischen den betroffenen Ortsgemeinden. Im Zeitraum des Förderprogramms 2022 bis 2027 hat Winnweiler 2,7 Millionen Euro für Radwege abgerufen und ist damit kreisweit an der Spitze in Sachen Radwegeausbau. Davon hat der Kreis rund 85.000 Euro bezuschusst. Dass es dazu kam, sei der guten Zusammenarbeit der beteiligten Ortsgemeinden sowie der Fördermittelgeber des Landesbetriebes Mobilität und der Kreisverwaltung Donnersberg zu verdanken, sagte Jacob. Auch Standortentwickler Reiner Bauer sieht in diesem Radwegeprojekt ein Beispiel dafür, wie ein gemeinsames An-einem-Strick-Ziehen zum Ziel führt.

Kreis hält 300.000 Euro jährlich bereit

Laut Bauer hält der Donnersbergkreis für den Radwegeausbau im Kreis jährlich 300.000 Euro bereit. Das Förderprogramm läuft seit 2022 und soll im Jahr 2027 enden. In erster Linie geht es darum, Förderlücken zu schließen und auch besonders klammen Gemeinden die Möglichkeit zu bieten, die Radinfrastruktur auszubauen. Mit dem Geld von Bund und Land können die Kommunen so bei dem Ausbau ihres Radwegenetzes mit mehr als 90 Prozent unterstützt werden. Seit Beginn der Förderung wurden 4,4 Millionen Euro kreisweit für den Radwegeausbau abgerufen, vom Kreis gefördert davon rund 300.000. Nur ein kleiner Teil der Kosten bleibt durch diese Förderung an den einzelnen Ortsgemeinden hängen. „Genau darum geht es auch aus Sicht des Kreises, dass der Radwegeausbau auch dort möglich ist, wo Gemeindekassen klamm oder leer sind“, so Bauer. In den meisten Fällen gehe es nämlich um die Ertüchtigung von Wirtschaftswegen für den Zweiradverkehr. Und die fallen unter die Zuständigkeit der einzelnen Ortsgemeinden.

Eisenberg steckt Geld in den Barbarossaweg

Den größten Batzen des Förderangebotes des Kreises hat bisher neben der Verbandsgemeinde Winnweiler die Verbandsgemeinde Eisenberg abgerufen, und zwar für die Sanierung eines Teilabschnitts des Barbarossaradweges, der von Worms bis nach Glan-Münchweiler bei Kusel verläuft. Von den insgesamt rund 770.000 Euro an Fördergeld für den Barbarossaweg wurden 107.000 vom Kreis übernommen. Wie der Eisenberger Bürgermeister Bernd Frey sagt, stehe bereits das nächste Großprojekt in der Verbandsgemeinde Eisenberg an. Dabei geht es um einen Radweg zwischen Rodenbach und dem Göllheimer Häuschen. Hier sei man aber noch in der Phase der Machbarkeitsprüfung, so Frey.

Antweiler: Froh, dass das jetzt läuft.

In der Verbandsgemeinde Göllheim steht als nächstes Großprojekt die Verbindung zwischen Dreisen und Standenbühl an. Ein Vorhaben, das laut Bürgermeister Steffen Antweiler einiges an Planungsarbeit nötig gemacht hat. „Ich bin froh, dass das jetzt läuft und wir diesen Ausbau auf den Weg gebracht haben“, so Antweiler. Außerdem sollen drei Wegeabschnitte für die touristische Radwegebeschilderung ausgebaut werden.

In der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land ist ein Radweg zwischen Obermoschel und Unkenbach mit einer Gesamtlänge etwa zwei Kilometern in Arbeit. Zwischen Rockenhausen und Imsweiler soll zudem auf einer Gesamtlänge 2,80 Kilometer ein Radweg entstehen bis Stadteingang Rockenhausen. Ebenfalls in Planung ist ein Radweg zwischen Imsweiler und Schweisweiler mit einer Gesamtlänge 728 Metern. Die VG Nordpfälzer Land ist zudem eingebunden ist das Radwegekonzept Alte Welt mit einer Gesamtstrecke von etwa 17,4 Kilometern. Davon sind bereits gebaut über vorhandene Wirtschaftswege etwa 5,15 Kilometer und aktuell ist eine Neubaustrecke über bisher noch nicht asphaltierte Wirtschaftswege über eine Gesamtlänge von rund drei Kilometern geplant, außerdem ein Teilstück zwischen Rathskirchen und Dörrmoschel entlang der L 386. Für die VG Nordpfälzer Land sind rund 680.000 Euro an Fördermittel beantragt oder bewilligt, rund 61.000 davon kommen über den Kreis.

Noch Luft nach oben

Noch völlig ohne Fördergelder des Kreises kam bisher die Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden aus. Das Programm wurde von dieser Stelle bisher nicht abgerufen.

Wie Standortentwickler Reiner Bauer sagt, wurde das Förderangebot des Kreises insgesamt nur in geringen Maße abgerufen. Über drei Jahre hätte theoretisch eine Fördersumme von rund 900.000 Euro zur Verfügung gestanden, abgerufen wurden allerdings in allen Verbandsgemeinden zusammen bisher nur rund 300.000 Euro. „Alle Akteure sind sich einig, dass der Radwegeausbau im Kreis weiter vorangetrieben werden muss. Sowohl für die Kreisbewohner als auch für den Tourismus hier ein wichtiger Punkt“, so Bauer. Was den Einsatz der Fördermittel betrifft, gebe es aber noch Luft nach oben.

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