Obermoschel RHEINPFALZ Plus Artikel Ampel-Ärger: LBM sieht keinen Anlass für Prüfung

Grünes Fußgängerlicht sieht man in Obermoschel nachts selten.
Grünes Fußgängerlicht sieht man in Obermoschel nachts selten.

In Obermoschel stören sich Anwohner am grünen Dauerlicht einer Ampel, obwohl nachts sehr wenig Verkehr herrscht. Nun beschäftigt das Thema Behörden und Politik.

Sie erleuchtet weiter die Obermoscheler Nacht und in nächster Zeit wird das wohl auch so bleiben: Die Ampel an der B420 in der Ortsdurchfahrt Obermoschel beschäftigt die Anwohner, die zuletzt ihrem Ärger Luft machten. Unter anderem beklagen diese, dass das Licht am späten Abend und in der Nacht ins Wohnzimmer strahlt und stört. Zudem komme es zu Fehlschaltungen – die Ampel werde also rot, obwohl gar kein Fußgänger da ist und das Signal gedrückt habe. Der Wunsch der Anwohner ist nun der, dass sich der Landesbetrieb Mobilität (LBM) nochmals mit der Ampel beschäftigt und selbst prüft, ob eine Schaltung in der Nacht überhaupt notwendig ist.

Im Nachgang an die erste RHEINPFALZ-Berichterstattung zu diesem Thema erklärte der LBM Worms nun, dass es seit der Installierung der Ampel keine weitere Verkehrsschau gegeben habe. Eine solche finde auch nur dann statt, wenn es einen konkreten Anlass gebe. Die Beschwerden der Obermoscheler Anwohner sieht der LBM scheinbar nicht als solchen Anlass an. Man bleibt stattdessen bei der Argumentation mit der höchstmöglichen Verkehrssicherheit. Demnach würde eine Abschaltung, also eine so genannte „schlafende Ampel“, die erst leuchtet, wenn sie aktiv von Fußgängern per Signalknopf aktiviert wird, ein Risiko darstellen. „Die Praxis zeigt, dass ungeduldige, querende Fußgänger bei schlafenden Ampeln die Möglichkeit einer Anforderung umgehen, nicht nutzen und die Straße einfach queren“, argumentiert der LBM. Aktuell wäre es an der Stelle so, dass die gleichen vermeintlich ungeduldigen Fußgänger dann vor einer roten Fußgänger-Ampel stehen und ebenfalls den Knopf drücken müssen. Ob oder wie oft das wiederum genutzt wird, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Glaubt man den Anwohnern, tendiert die Nutzung am späten Abend und in der Nacht gegen null.

VG-Bürgermeister will sich dem Thema annehmen

Für Philipp Weirich, Stadtratsmitglied in Obermoschel und direkter Anwoher der Ampel, bleibt aktuell also eher die Aussicht auf viele weitere Abende mit grüner Beleuchtung. „Es gab allerdings viele Reaktionen auf den ersten Zeitungsbericht“, sagt Weirich. Unterstützung gebe es also auch aus der Bevölkerung. Womöglich auch aus der VG Nordpfälzer Land? Verbandsbürgermeister Michael Cullmann erklärte im RHEINPFALZ-Gespräch, dass er den Austausch mit Obermoschels Stadtbürgermeister Hans Ruppert zu diesem Thema suchen will. Bei ihm selbst sei zuvor nur der Wunsch einer Einzelperson eingegangen, die die komplette Abschaltung der Ampel gefordert hätte. Das fand Cullmann wenig nachvollziehbar, da die Ampel erst 2022 in Betrieb genommen wurde – und damals eben auch auf ausdrücklichen Wunsch vieler Obermoscheler. Nun geht es aber zumindest Weirich nicht zwingend um eine Komplett-Abschaltung, sondern vor alllem um die Nachtstunden. Cullmann will das Anliegen ernstnehmen. Das letzte Wort wird in diesem Fall aber der LBM haben.

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