Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Alleskönner Johanniskraut: Natürliche Hilfe aus dem Garten

Ein Muss in jedem Naturgarten: das vielseitige Johanniskraut.
Ein Muss in jedem Naturgarten: das vielseitige Johanniskraut.

Einen anspruchslosen Alleskönner stellt Jeanette Anthes in ihrer Gartenkolumne „Tipps aus Bullerbü“ vor: Das Johanniskraut gehört ihrer Meinung nach in jeden Naturgarten.

Vor Kurzem hatte ich das Vergnügen, mit einem Kräuterexperten über die Heilkraft in der Pflanzenwelt sprechen zu dürfen. Dabei ist mir einmal mehr bewusst geworden, wie viele dieser Pflanzen sich auch in meinem „Bullerbü“ tummeln. Eine wahre Naturapotheke – und das direkt vor der Haustür!

Rund um mein Gartenhaus zeigen sich gerade die ersten Blüten des Johanniskrauts. Diese Pflanze ist ein echtes Multitalent in der Welt der Heilkräuter. Sie ist einerseits wegen der antidepressiven Wirkung bekannt, die ihr zugeschrieben wird. Ferner gewinnt man aus dem Kraut das sogenannte Rotöl, das als Schmerzöl eingesetzt wird. Bei Muskel- und Nervenschmerzen kann ich darüber nur Gutes berichten. So manchem angespannten Nacken und Hexenschuss hier in „Bullerbü“ wurde mit dem Öl schon zu Leibe gerückt. Auf die Haut hat es eine beruhigende und durchblutungsfördernde Wirkung. Bei Sonnenbrand (auch das im Selbsttest im vergangenen Sommer erprobt) und leichten Verbrennungen besänftigt es die gereizte Haut.

Projekt Rotöl schon lange auf der Liste

In der Arzneimittelheilkunde ist das Johanniskraut ein vielverwendeter Klassiker. Über seine entspannende Wirkung bei mentaler Erschöpfung und leichten depressiven Verstimmungen wird schon lange berichtet. Die Drogerie-Regale sind daher voll mit Johanniskraut-Kapseln, die der Beruhigung der Psyche dienen sollen.

Die Heilpflanze verdankt ihren Namen ihrem Blühzeitpunkt rund um den Johannistag am 24. Juni.
Die Heilpflanze verdankt ihren Namen ihrem Blühzeitpunkt rund um den Johannistag am 24. Juni.

Vor einigen Jahren hat mir eine Tierheilpraktikerin von ihren Erfolgen in ihrer Praxis mit dem Heilöl erzählt. Sie hat das Öl sogar selbst hergestellt. Seither habe ich jedes Jahr aufs Neue den Gedanken, das vielleicht auch mal auszuprobieren. Zumal die Herstellung denkbar einfach ist. Im Internet findet man dazu viele einfache Anleitungen. Das Projekt Rotöl bleibt weiterhin auf meiner Liste…

Bis zu einen Meter hoch

Optisch kommt das Johanniskraut mit seinen schlichten Laubblättern erstmal recht bescheiden daher. Zu ihrer Blütezeit sind die hellgelben Kelche indes ein schöner Blickfang. Die Wuchshöhe kann bis zu stattlichen 100 Zentimetern betragen; an meinem Gartenhaus geht’s allerdings nicht so ganz hoch her. Das Johanniskraut stellt keine großen Ansprüche an den Boden, zu trocken sollte er jedoch nicht sein. Auch beim Standort ist die Pflanze nicht wählerisch, kommt gleichermaßen an sonnigen und schattigen Plätzen zurecht.

 Genau hinschauen: Das Johanniskraut und das giftige Jakobskreuzkraut können verwechselt werden.
Genau hinschauen: Das Johanniskraut und das giftige Jakobskreuzkraut können verwechselt werden.

Das „Echte Johanniskraut“ verdankt seinen Namen seinem Blühzeitpunkt, dem Johannistag am 24. Juni. Schon in der Antike wussten die Menschen um die vielseitige Heilkraft der Pflanze und des Rotöls. Heute wird sie in Form von Kapseln, Salben, Tees, aber auch Tinkturen verwendet.

Das ähnliche Jakobskreuzkraut verbreitet sich

Achtung: Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit dem giftigen Jakobskreuzkraut, das sich in den letzten Jahren auch im Donnersbergkreis verbreitet hat. Zu unterscheiden sind beide anhand ihrer Blüte. Das Jakobskreuzkraut gleicht dabei einer Margerite. Das Johanniskraut hat lediglich fünf Blütenblätter mit langen Staubblättern, die wie ein Haarbüschel aussehen.

Und schließlich punktet das Johanniskraut auch noch in Sachen Insektenfreundlichkeit. Dieser anspruchslose Alleskönner ist somit eigentlich ein Muss im Naturgarten.

Die Serie

Hobbygärtnerin Jeannette Anthes gibt alle 14 Tage in der Donnersberger Lokalausgabe der RHEINPFALZ Tipps rund ums Gärtnern. Sie lebt in Kirchheimbolanden und hat selbst einen traumhaft schönen Garten – eben wie in Bullerbü. Hier geht es zur vorherigen Folge der Serie „Tipps aus Bullerbü“: Mähfrei durch den Mai

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