Börrstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Allein mit dem Rad durch Europa: Börrstadter fährt 2300 Kilometer in 20 Tagen

Herausforderung gemeistert: Magnus Windecker auf der Passstraße des Großglockners.
Herausforderung gemeistert: Magnus Windecker auf der Passstraße des Großglockners.

Magnus Windecker radelt in beeindruckender Geschwindigkeit bis nach Kroatien und zurück, meistert locker den Großglockner – und trifft überall nette Menschen.

Das ging schnell: In nur 20 Tagen, vom 18. April bis zum 7. Mai, absolvierte der 37-jährige Magnus Windecker aus Börrstadt seine eigene „kleine“ Tour de Europa. Insgesamt 2300 Kilometer fuhr er von Börrstadt bis Kroatien hin und wieder zurück. Über die Schweiz und Italien, über die Alpen und dann Slowenien, München, Ingolstadt und Heilbronn wieder in den Donnersbergkreis. Während seiner Tour sei alles wie am Schnürchen gelaufen – nur viel Zeit für ein Touristenprogramm hatte er nicht. Er musste ja radeln. Im Gepäck hatte er nur ein Zelt und ein Ziel: Am 17. Mai musste er wieder in Börrstadt sein, da wird ein Familienmitglied operiert. Das hieß dann für ihn: Kräftig in die Pedale treten. Jeden Tag mehr als 100 Kilometer, an einem Tag aber nur 60 Kilometer, da ging es den Großglockner hoch.

Das Fahrrad und die Alpenlandschaft inmitten der Großglockner-Hochalpenstraße.
Das Fahrrad und die Alpenlandschaft inmitten der Großglockner-Hochalpenstraße.

Und auf diese Etappe ist Magnus Windecker besonders stolz: Der Großglockner ist nicht nur Österreichs höchster Berg, sondern auch ein mythischer Ort für Radfahrer aus aller Welt. Die Großglockner-Hochalpenstraße gehört zu den bekanntesten und spektakulärsten Passstraßen Europas. Sie verbindet Salzburg und Kärnten und führt auf 48 Kilometern durch beeindruckende Alpenlandschaften. Der höchste Punkt der Strecke ist die Edelweißspitze, die mit 2571 Metern über dem Meeresspiegel auch die höchste asphaltierte Passstraße Österreichs ist. Für Magnus Windecker war die Überquerung dieses Passes ein Höhepunkt seiner Tour – und gleichzeitig eine enorme physische und mentale Herausforderung.

Er kann immer noch lachen: Magnus Windecker vor einer Bergkulisse in den Alpen.
Er kann immer noch lachen: Magnus Windecker vor einer Bergkulisse in den Alpen.

Der Großglockner ist eine Herausforderung

„Das war schon der heilige Gral“, beschreibt Windecker den Aufstieg. Auch wurde er von Rennradfahrern anerkennend angesprochen – wie er voller Stolz erzählt. Nur die Nacht hoch oben in den Alpen war nicht ganz so erholsam: Die Temperaturen fielen auf minus acht bis neun Grad Celsius. „In der Nacht habe ich definitiv nicht gut geschlafen, obwohl ich eigentlich eine super Ausrüstung dabei habe“, erzählt er.

Was Magnus Windecker während seiner Reise besonders beeindruckte, war die Gastfreundlichkeit der Menschen, denen er begegnete. Egal, ob in kleinen Dörfern, bei Landwirten auf Wiesen oder auf Sportplätzen, auf denen er sein Zelt aufstellen durfte – überall erlebte er Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft. „Das war unglaublich und extrem schön, das zu erleben“, erzählt er und betont, dass diese Erfahrungen für ihn den eigentlichen Reichtum seiner Reisen ausmachen.

Die Belohnung nach 2300 Kilometern – das türkisfarbene Meer.
Die Belohnung nach 2300 Kilometern – das türkisfarbene Meer.

Nur freundliche Menschen

Ein Land stach jedoch besonders hervor: Slowenien. Hier war es nicht nur die Landschaft, die ihm den Atem raubte, sondern auch die Herzlichkeit der Einheimischen. „Slowenien hat mich wirklich beeindruckt. Es war das erste Mal, dass ich dort war, und die Menschen waren unglaublich freundlich.“ Trotz Sprachbarrieren – sein Englisch sei „nicht so perfekt“ und er könne kein Slowenisch – führte er dank Google Translator Gespräche.

„Es hat immer funktioniert. Die Leute waren so offen, dass ich mich überall wohlgefühlt habe“, meint er. Und obwohl er sich nicht wirklich lange an den Orten aufgehalten hat: „Ich habe mir trotzdem Zeit gelassen. Ich wollte mir die Welt angucken, die Landschaft genießen, mal hier und da eine Kaffeepause machen“, erzählt er.

Die Reise war entspannt

Obwohl Magnus Windecker in nur 20 Tagen 2300 Kilometer zurücklegte, betont er, dass er sich keinen Stress gemacht habe. „Da war nicht morgens ein Plan wie: Ich fahre heute 120 Kilometer. Es war einfach so, dass ich entspannt losgerollt bin und irgendwann das nächste Ziel erreicht habe.“ Selbst an anstrengenden Tagen, an denen er bis zu 160 Kilometer zurücklegte, hatte er das Gefühl, die Reise sei „entspannt“ verlaufen.

Berge und Täler auf zwei Rädern – eine Tour, die dem 37-Jährigen in Erinnerung bleibt.
Berge und Täler auf zwei Rädern – eine Tour, die dem 37-Jährigen in Erinnerung bleibt.

Nach seiner frühen Rückkehr am Abend des 7. Mai gönnte sich Windecker keine lange Pause. Bereits zwei Tage später drehte er auf seinem Fahrrad eine Runde durchs Dorf – „nur, um mal zu schauen, ob alles noch steht.“ Und obwohl die Tour nach Kroatien gerade erst hinter ihm liegt, denkt Windecker schon über die nächste große Reise nach. „Vielleicht fahre ich Ende Mai nochmal in die Slowakei. Da habe ich mittlerweile ein paar Bekannte und könnte nochmal ein bisschen die Wurzeln meiner Familie erkunden.“ Schon vor einem Jahr ist er mit dem Rad in die Slowakei gefahren, und bevor er am 21. Juni wieder arbeiten muss, wäre ja noch ein bisschen Zeit für eine weitere „kleine“ Radtour. Ganz nach dem Motto von Queen: „I want to ride my bicycle, bicycle, bicycle.“

Ziel erreicht: Seine Tour zeichnete er mit dem Handy auf.
Ziel erreicht: Seine Tour zeichnete er mit dem Handy auf.
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