Donnersbergkreis
AfD-Mann Damian Lohr will bei Direktmandat ein Wörtchen mitreden
Dass die AfD selbstbewusst in den Wahlkampf zur Landtagswahl im kommenden Jahr starten würde, war absehbar. Schließlich hatte die Alternative für Deutschland bei der jüngsten Bundestagswahl besonders im Wahlkreis 208, zudem auch der Donnersbergkreis gehört, ihr bisher bestes Ergebnis erzielt – bei den Zweitstimmen war sie sogar stärkste Kraft, während Direktkandidat Sebastian Münzenmaier bei der Erststimme nur knapp scheiterte. Wenn nun im März 2026 die Landtagswahlen anstehen, will die AfD den ganz großen Wurf schaffen: Diesmal, dann im kleineren Wahlkreis 40, der allein den Donnersbergkreis umfasst, wird sich Damian Lohr um das Direktmandat bemühen.
Einstimmig wählte der Kreisverband der AfD den 31-Jährigen kürzlich zum Kandidaten. Das kam wenig überraschend, da der stellvertretende Kreisvorsitzende Lohr bereits seit 2016 Landtagsabgeordneter ist und entsprechende Erfahrung mitbringt. „Es freut mich, zu sehen, dass der Kreisverband geschlossen hinter mir steht“, sagt Lohr. Nun will er dieses Vertrauen auch zurückzahlen und alles dafür tun, die SPD im Wahlkreis herauszufordern. „In den vergangenen Jahrzehnten war es ja eher so, dass die SPD hier quasi einen Freifahrtschein hatte“, meint Lohr. Als Herausforderer habe man also nichts zu verlieren. Im Wahlkampf will die AfD mitunter auf prominenten Besuch der Bundespartei setzen. „Wir werden in allen Verbandsgemeinden im Kreis eine Veranstaltung mit namhaften Gästen organisieren“, verspricht Lohr. „Außerdem werden wir wieder die Partei mit den meisten Infoständen sein.“ Es soll ein Wahlkampf werden, „wie es ihn noch nie gegeben hat“, verspricht der 31-Jährige, der dem rechtsnationalen Flügel der Partei zugeordnet wird.
Digitalisierung ist Lohr ein persönliches Anliegen
Als übergeordnete Themen im Wahlkampf sieht Lohr unter anderem das Gesundheitssystem im ländlichen Raum und die Probleme durch die kommunale Finanzsituation. „Andere wichtige Dinge sind auch sehr mit der Bundespolitik verknüpft, wie etwa die Gefährdung der Wirtschaft in der Region“, ergänzt er. Ganz persönlich liegt ihm, wie er erklärt, die Digitalisierung am Herzen. „Man muss den Staat neu denken“, sagt Lohr. Es sei kaum noch zu erklären oder nachvollziehbar, in welchem Maße der Verwaltungsapparat gewachsen sei. Hier könne durch Digitalisierung eine Kostenersparnis erreicht werden.
Damian Lohr ist aktuell parlamentarischer Geschäftsführer der AfD im rheinland-pfälzischen Landtag. Zudem ist er Mitglied im Ausschuss für Familie, Jugend, Integration und Verbraucherschutz, im Ausschuss für Europa und Eine Welt, im Zwischenausschuss und im Wahlprüfungsausschuss. Zuletzt sorgte Lohr für Schlagzeilen, weil er sich zum Vorsitzenden im Ausschuss für Gleichstellung und Frauen wählen lassen wollte, nachdem seine Parteikollegin Iris Nieland in den Bundestag wechselte. Wenig später ruderte Lohr aber zurück und schlug stattdessen die CDU-Abgeordnete Karina Wächter als Vorsitzende vor.