Adventskalender Adventstürchen (20): Ein Platz an der Sonne

Am 20. Dezember wird die Tür zur Wetterstation in Kirchheimbolanden geöffnet.
Am 20. Dezember wird die Tür zur Wetterstation in Kirchheimbolanden geöffnet.
Die Wetterstation erfasst viele verschiedene Daten.
Die Wetterstation erfasst viele verschiedene Daten.

Ein Tor, hinter dem eine größtenteils freie Fläche liegt: Dahinter verbirgt sich die Wetterstation in Kirchheimbolanden, die der Pollichia-Kreisgruppe gemeinsam mit der Firma MeteoGroup gehört. Dort lässt sich so manche Überraschung erleben.

Fast schon einsam und verlassen steht sie da, die Wetterstation auf dem Gelände des Wasserwerks in Kirchheimbolanden. Doch genau das muss so sein, denn nur auf einer freistehenden Fläche erhält man unverfälschte Daten – Gebäude zum Beispiel strahlen Wärme ab. Gerhard Eymann, zuständig für die Arbeitsgruppe Wetter und Klima der Pollichia-Kreisgruppe, erklärt die Station: In zwei Metern Höhe befinde sich der Temperaturmesser, der Windmesser wiederum liege in zehn Metern Höhe. „Der Seitenast oben an der Station dient zur Messung der Sonnenscheindauer“, erklärt er.

Und wenige Meter neben dieser großen Station entdeckt man eine weitere Messanlage. „Hier wird der Niederschlag gemessen, die Regenmenge wird gewogen“, sagt Eymann. Dadurch konnte beispielsweise beim Starkregenereignis im August dieses Jahres die genaue Niederschlagsmenge gemessen werden: „Es waren 130 Millimeter in sehr kurzer Zeit. Das gibt es selten“, sagt Eymann, der die Werte der Station regelmäßig auswertet.

Zusätzlich werden an der Station auch Bodenfeuchte und Bodentemperatur gemessen. Das sei im Donnersbergkreis sehr wichtig, da dieser stark landwirtschaftlich geprägt sei. Die Pollichia-Kreisgruppe hat weitere Wetterstationen in Winnweiler, Obermoschel, Göllheim und Rockenhausen. „Im Jahr 2000 haben wir die erste Station in Winnweiler finanziert“, erzählt der Vorsitzende Ernst Will.

Kibo ist eine Sonnenstadt

Gerhard Eymann hat einen guten Überblick über die Witterungsverhältnisse im Kreis. Um klimatische Trends zu bestimmen, werden Messwerte über eine Zeitspanne von mehr als 30 Jahren benötigt. So lange stehen die Wetterstationen im Donnersbergkreis noch nicht. Dennoch konnte Eymann in den vergangenen Jahren die Beobachtung machen, dass die Frosttage (also Tage mit einer Temperatur, die ständig unter null Grad Celsius liegt) abnehmen und heiße Tage (über 30 Grad) zunehmen.

Und noch etwas konnte er beobachten: Kirchheimbolanden sticht mit besonders vielen Sonnenstunden heraus. Kibo kommt regelmäßig auf mehr als 2000 Sonnenstunden im Jahr, Tendenz steigend. 2018 waren es sogar 2227 Stunden. Ein wahrer Platz an der Sonne also.

Info

Das aktuelle Wetter, gemessen von der Wetterstation, kann man auf www.wetter24.de ansehen. Monatliche Wetterreporte von Gerhard Eymann gibt es hier.

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