Donnersbergkreis Achtzig Jahre und kein bisschen müde

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Kirchheimbolanden. Große Ehre am Wochenende für Kirchheimbolanden: Der „Club der Freunde des Basketballsports“ feierte sein 15-jähriges Bestehen von Freitag bis gestern in der „Kleinen Residenz“.

Der Verein wurde in seiner jetzigen Form 2001 gegründet und umfasst derzeit 138 Mitglieder aus ganz Deutschland. Geführt wird der Club von Präsident Dr. Heinz-Michael Sendzik. Er finanziert sich aus den Beiträgen der Mitglieder, die häufig Sportvereine gegründet haben, maßgeblich daran beteiligt waren oder lange Zeit in verantwortungsvollen Positionen arbeiteten. Die Idee, diese Gründergeneration des Basketballs zusammen zu bringen, liegt Präsident Sendzik, ehemaliger Vizepräsident für Breiten- und Freizeitsport sowie Ehrenmitglied des Deutschen Basketballbundes (DBB), am Herzen. Der Club hat sich Pflege und Förderung des Sports, insbesondere des Basketballs, zur Aufgabe gemacht. Das dreitägige Programm für die rund 50 Gäste, die zum Beispiel aus Berlin, Dresden, Nürnberg, Wuppertal, Köln oder Hamburg anreisten, begann am Freitagnachmittag mit einer Stadtführung, begleitet von Gudrun Bauer, die vieles über die Geschichte von Kirchheimbolanden berichtete und mit den Gästen markante Plätze und Gebäude wie Schloss, Schlossgarten, Peterskirche, Apothekerturm, Stadtmauer oder Hochzeitszimmer besichtigte. Als Höhepunkt erwies sich ein virtuoses Konzert von Martin Reitzig auf der Mozartorgel in der Paulskirche. Am Abend konnten Kenntnisse über Weine und dessen Herstellung bei einer ausführlichen Weinprobe im Parkhotel Schillerhain, kredenzt vom Weingut Schwan/Niefernheim, vertieft werden, was alle im wahrsten Sinne genossen. Der Samstagmorgen stellte die Konditionen der Teilnehmer auf eine harte Probe: Unter der sachkundigen und humorvollen Führung von unserem „Donnersberger“, Erwin Schottler, lernten die Gäste das Leben der Kelten auf dem Donnersberg kennen. Zahlreiche Funde und Ausgrabungen belegten die Informationen. Gestärkt durch einen Umtrunk absolvierten alle die einstündige Führung mit Bravour. Die Kelten wurden die Gäste aber auch am Nachmittag nicht los: Im Keltendorf in Steinbach wurde ein zünftiges Essen mit Met serviert und durch das Dorf geführt. Auch hier gab es interessante Einblicke in das Leben und Werken des Volkes. Wer noch Kraft und Muse verspürte, durfte die Ausstellung zum 65-jährigen Jubiläum der Basketballer des TVK im Stadtpalais besuchen. Sie wurde von allen gelobt und als sehr gelungen erlebt. Angeregt durch die ausgestellten Fotos, Zeitungsausschnitte, Pokale und Wimpel, erinnerte sich der ehemalige Hannoveraner Hüffmann, der aus Mallorca angereist war, an vergangene Basketballtage. Mit seinem Verein Post SV Hannover spielte er während der Deutschen Meisterschaftsrunde 1961 gegen den TVK. Dazu mussten die Spieler in einem gelben Postbus anreisen. Nach gewonnenem Spiel hatte dieser Bus bei Kassel eine Panne. Da er mit seinem Privatauto unterwegs war, schleppte er den kleinen Postbus bis Hannover ab mit dem traurigen Ergebnis, dass sein eigener PKW diese Tortur nicht überstand und ebenfalls den Geist aufgab. Für ihn eine kostspielige Reise. Er stellte übrigens 1964 als Sportwart des DBB den Antrag, eine Basketball-Bundesliga zu gründen, was vom DBB im gleichen Jahr beschlossen wurde. Damit war der Tag aber noch lange nicht zu Ende. Am Abend gab es im Hotel Braun ein schmackhaftes Büffet mit gemütlichem Beisammensein und einigen Überraschungen. Nach einer kurzen Ansprache von Herrn Leverkus als Vertreter des Stadtbürgermeisters begrüßte „Moderator“ Heinz-Michael Sendzik mit Professor Walther Tröger und Manfred Ströher hoch dekorierte und verdiente Sportfunktionäre. Die Verdienste und Auszeichnungen von Professor Tröger in Kürze: Der studierte Jurist begleitete von 1983 bis 1990 das Amt des Sportdirektors des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), war von 1992 bis 2002 Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) und ist seit 2003 Ehrenpräsident des NOK, seit 2009 Ehrenmitglied des IOC. Er war achtmal „Chef de Mission“ bei Olympischen Winterspielen und 30 Jahre lang Vizepräsident des Deutschen Basketballbundes, ist Ehrendoktor verschiedener Universitäten und Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Manfred Ströher war Vizepräsident und Präsident des Deutschen Basketballbundes, Präsident der FIBA-Finanzkommission, ist Ehrenpräsident, Träger der Goldenen Ehrennadel und Ehrenrings des DBB. 1998 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Ein Dankeschön für seinen Einsatz bei der Planung dieses Jubiläums übermittelte Heinz-Michael Sendzik, verbunden mit einem kleinen Geschenk, an das Urgestein des TVK-Basketballs, Arthur „Adi“ Bitschnau. Weiterhin zeigte er sich begeistert von der entgegengebrachten Gastfreundschaft aller Beteiligten. In einer kurzen Rede betonte Manfred Ströher seine Verbundenheit mit dem TVK-Basketball (seine Frau stammt aus Kirchheimbolanden) und erinnerte humorvoll an die alte Jahnturnhalle, in der zu Beginn die Spiele ausgetragen wurden (in der „Mausefalle“). Arthur Bitschnau überreichte ihm zu dessen Freude einen alten Schriftverkehr von 1962. Eine schöne Idee hatte Bernd Hofmann, Unternehmer und TVK’ler: Da die Vorführung auf der Mozartorgel so toll erlebt wurde, verschenkte er an alle Gäste eine CD mit dem Titel: „Mozart und die Hofmusik in Kirchheimbolanden“. Zum Abschluss der drei Tage bestritten am Sonntagmorgen die „Oldies“ ihr jährliches obligatorisches Basketballspiel über – bewundernswert – viermal zehn Minuten. Sensationell, was die zum Teil über 80-jährigen Spieler noch so „drauf“ hatten. Sicher waren die Bewegungen nicht mehr so elegant wie früher, die Schnelligkeit hatte auch gelitten, aber Kampfgeist und Ehrgeiz waren geblieben. Der erfolgreichste Korbschütze, Spieler Bungert aus Berlin, erhielt einen Wanderpokal, den er im nächsten Jahr, dann in Lübeck, verteidigen kann. Das Ergebnis? Nebensache. Gewinner waren allemal Kameradschaft und Spaß am Basketball-Spiel.

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