Donnersbergkreis „Ablösefreier Spielerwechsel“

Die Absolventen der 9. und 10. Klasse. Jetzt schlagens sie neue, ganz unterschiedliche Berufs- und Schulwege ein.
Die Absolventen der 9. und 10. Klasse. Jetzt schlagens sie neue, ganz unterschiedliche Berufs- und Schulwege ein.

Es war ihr letzter offizieller Termin in ihrem bisherigen Schülerleben: In der bis auf den letzten Platz besetzten Donnersberghalle wurden die diesjährigen Abgänger der Integrierten Gesamtschule (IGS) Rockenhausen feierlich verabschiedet. Aus den 9. Klassen gehen 22 anderweitig ihren Weg ins Berufsleben. 118 Absolventen der fünfzügigen 10. Klasse verlassen mit ihrem Abschluss die IGS und werden in eine Berufsausbildung oder auf eine andere Schule wechseln.

Umrahmt wurde die Abschlussfeier von der Bläser-AG der Schule. Die Gruppe beeindruckte mit ihrem einzigartigen Sound. Ihr Markenzeichen: die starke Querflötensektion. Jubelnden Applaus erhielten sie für „See You Again“ und den mitreißenden Swing „Swiss Whistle“. Auch der Kreisbeigeordnete Michael Ruther war angetan: „In meiner Funktion darf ich ja nicht sagen, welche der Verabschiedungsfeiern, die ich besuche, mir am besten gefällt. Aber mit diesen Bläsern gefällt es mir besonders gut.“ Ruther wies in seinem Grußwort auf die Vielzahl der nun bestehenden Wahlmöglichkeiten für die Absolventen hin: „Ihnen stehen alle Wege offen, in den Beruf, zum Meister, in andere Schularten, auch wenn es Umwege gibt.“ „Jetzt kommt ein Redeprofi“, kündigten die Moderatoren Celina Nagel und Philip Sosnowski ihren Schuldirektor Dirk Melzer an. Er bedankte sich für die „feinsinnige Ironie. Denn Reden ist etwas, was ich nicht gerne mache.“ Die Anwesenden überzeugte er aber doch von seiner Redekunst. Was er den Schülern mit auf den Weg geben wollte, drückte er mit Bildern mit aktuellem Bezug aus: „Es ist wie bei der Fußball-WM. Nach dem Trainingslager, der Schule, dürft ihr nun aufs Feld. Vermeidet Abseits, gebt nicht auf, rennt mit Bedacht und planvoll an. Daumen hoch, ihr wart großartig. Ihr wechselt jetzt übrigens ablösefrei. Wir brauchen auch gute Spieler in anderen Ligen“, wies auch er auf die vielfältigen Möglichkeiten der Schul- und Berufsbildung hin. VG-Bürgermeister Michael Cullmann gab den Schülern ein mutmachendes Zitat von Winston Churchill mit auf den Weg: „Es ist von Vorteil, die Fehler, aus denen man lernen kann, frühzeitig zu machen.“ Er dankte den Lehrern, dass neben der Wissensvermittlung insbesondere das Lernen sozialer Kompetenzen an der IGS groß geschrieben werde. Die stellvertretende Schulelternsprecherin Gerlinde Klein zeigte sich ebenfalls von der guten Vorbereitung der Schüler überzeugt: „Egal ob ihr hier bleibt, die Schule oder in den Beruf wechselt, ich bin mir sicher, dass ihr euren Weg gehen und euer Ziel erreichen werdet.“ „Vielleicht werden uns die Lehrer vermissen oder froh sein, die Rabauken los zu sein. Wir sind jedenfalls heilfroh, den Prüfungsstress hinter uns zu haben“, leiteten die Moderatoren die Zeugnisübergabe ein. Emotional wurde es, als die Schüler der Klasse 10a Adel Tawils „Ich singe diese Lieder, tanz mit Tränen in den Augen“ sangen. Die Klassen kamen nacheinander zu einer von ihnen gewählten Popmusik auf die Bühne, während auf der Leinwand an der Rückseite Fotos aus ihrer Zeit an der IGS eingeblendet wurden. Für die einen ist es ein Abschied von der Schule. Sie erhielten von ihrem Klassenlehrer ihr Abschlusszeugnis und eine Rose. Viele von ihnen umarmten sich herzlich. Für etwa ein Drittel ihrer Klassenkameraden, die an der Schule bleiben, ist es der Abschied von den Abgängern. Alle werden sie klassenweise am Abend feiern, von der 10d hört man: Schüler und Eltern treffen sich in einem Restaurant. Drei Preise wurden im Anschluss an die Zeugnisübergabe verliehen. Den Preis der Bildungsministerin Stefanie Hubig „für vorbildliche Haltung und beispielhaften Einsatz“ erhielt Philip Sosnowski. „Der Schülersprecher mit dem höchsten Redeeinsatz in meinem Büro“, bemerkte Melzer augenzwinkernd. Beigeordneter Gerd Fuhrmann überreichte den Preis der Stadt Rockenhausen an Kevin Weid als besten Absolventen der 9. Klasse: „Sie haben Kraft und Mut bewiesen, bleiben Sie neugierig.“ Cullmann zeichnete Sejad Nasieri als besten Schüler der 10. Klasse mit dem Preis der Verbandsgemeinde aus. Raum für Emotionen gab die Bläser-AG mit ihrem Abschluss: „One Moment In Time.“ Die Moderatoren verabschiedeten sich mit der Empfehlung an ihre Mitschüler: „Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.“

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