Bad Dürkheim Zur Sache: Fast so intensiv überwacht wie BASF

Die Papierfabriken im Jägerthal gehören zu den am intensivsten kontrollierten Betrieben im Dienstbezirk der SGD Süd. Deren Sprecherin Dr. Kornelia Becker rückte die Cordier-Werke diesbezüglich sogar in die Nähe der BASF. Aber nicht einmal der Chemieriese übermittelt wöchentlich biologische Überwachungswerte: Cordier sei von rund hundert Firmen unter Aufsicht der Neustadter Behörde die einzige, die diese Auflage habe und erfülle. Üblich seien Messungen einmal im Jahr, merkte Jürgen Flickinger an. Die Probenentnahme sei automatisiert, entnommen werden zweistündliche Mischproben. Bei kritischem Abwasser wird mehrfach täglich überwacht, ab einem gewissen Schwellenwert werde die Produktion gedrosselt und im Extremfall abgestellt, wenn man bei einer Havarie das Stauvolumen von 200 Kubikmetern ausschöpfe. Die Isenach stehe zudem „unter intensiver Beobachtung durch das Landesamt für Gewässerschutz“. Die Überwachungskriterien sind laut Becker „immer auf den ,Worst Case’“, den Extremfall, ausgelegt. Grundlage für die neue Kläranlage sei die Maximalproduktion von 40 Tonnen pro Tag. Cordier-Abwasser darf weder Trübung noch Färbung aufweisen und keinen Schlamm in die Isenach leiten, sagt Flickinger. „Es darf auch nicht toxisch sein.“ Bei den Hadern handle es sich um Textilabfälle, die weltweit gesammelt würden. „Sie sind neuwertig, nicht gebraucht.“ Das Einleitwasser in die Isenach werde stichprobenartig anhand von Bioparametern untersucht. Das können Algen, Fische, Minikrebse sein, bei Cordier haben die Behörden sich auf Leuchtbakterien festgelegt. Hier gelte für die Industrie ein Grenzwert von 34, für Cordier sind 12 vorgegeben, so Flickinger. |psp