Bad Dürkheim
Wurstmarkt: Wie sich Hitze und Änderungen auf dem Festplatz ausgewirkt haben
„Für uns ist der Wurstmarkt bisher gut gelaufen“, sagt Rudolf Barth, Chef des Riesenrads Jupiter. Der Freitag und der Samstag seien stärker gewesen als 2022. Der Sonntag war laut Barth „eher durchschnittlich“. Montag und Dienstag seien auch nicht rekordverdächtig verlaufen. Er macht dafür insbesondere die Hitze verantwortlich: „Das macht einen ja schon zu schaffen. Ich bin auch ziemlich k. o.“ Jedoch sei das Riesenrad vor dem wolkenlosen blauen Himmel auch ein sehr schönes und beliebtes Fotomotiv. „Aber 23 Grad wären mir schon lieber“, äußert er einen Wunsch für das kommende Wochenende. Der Platzaufbau ist aus Barths Sicht sehr gelungen. „Wir sind ja drei Meter nach hinten gerutscht, damit wir vorne etwas mehr Luft haben“, sagt Barth. Dadurch hätte es auch zu den Hauptzeiten am Wochenende zwischen 21 und 23 Uhr kein Gedrängel vor dem Jupiter gegeben. Erheblich belebter sei jetzt die Gasse zwischen Hamel-Zelt und Jupiter. „Das war vorher ein totes Eck, das hat sich verbessert“, lobt Barth. Auch sei es gut gewesen, den XXL-Polyp dorthin zu platzieren, wo vorher das Bierzelt stand. Dadurch sei auch hier „mehr los“.
Neuer Platz für Polyp hat sich bewährt
Das sieht auch Marcus Brill so. Es habe sich ausgezahlt, dass der Wurstmarktausschuss zugestimmt habe, einige Dinge auf dem Platz zu verändern und umzustellen – darunter auch den XXL-Polyp, sagt der Chef des Wurstmarktorganisationsteams bei der Stadtverwaltung. Das Fahrgeschäft ist zum dritten Mal dabei – und jedes Mal auf einem anderen Platz. Vom Riesenfass ging es im vergangenen Jahr neben den Jupiter und in diesem Jahr an die Ecke gegenüber des Laufgeschäfts Crazy Vegas.
Der Platz neben dem Jupiter sei zwar der beste, jedoch sei der Polyp auch ein Fahrgeschäft, das von den Besuchern gezielt gesucht werde, sagt Massel. „Die finden uns schon“, ist er überzeugt. Und wie bewertet der Schausteller aus dem Saarland den bisherigen Markt? „Nicht so stark wie letztes Jahr, aber trotzdem gut.“ Außerdem sei das Jammern auf hohem Niveau. „Der Wurstmarkt ist immer eine starke Veranstaltung und wir sind froh, dass wir dabei sein dürfen“, betont Massel. So wie Massel gehe es vor allem vielen jungen Schaustellern, erklärt der zuständige Wurstmarktbeigeordnete Karl Brust (SPD). Die Attraktivität des Wurstmarkts habe geholfen, die kurzfristigen Absagen vor dem Fest auszugleichen, sagt er.
Mit dem Platzaufbau zeigten sich sowohl der Beigeordnete als auch Brill zufrieden. Brill sprach von einer „Wohlfühlatmosphäre“, die durch einige Änderungen entstanden sei. So habe man in diesem Jahr bewusst attraktive Buden oder Fahrgeschäfte an markanten Punkten sowie an die Ecken der einzelnen Gassen gestellt, um diese aufzuwerten. Auch gebe es eine Reihe neuer Angebote auf dem Festplatz.
Wasserrekord im Weindorf
Doch wie liefen bislang die Geschäfte im einzig verbliebenen Festzelt? Der Sonntag und der Montag waren für Hamel-Zelt-Betreiberin Ilona Böhm wegen der Hitze nicht so gut. „Da waren einfach zu wenig Leute auf dem Platz“, sagt sie. Der Freitag und der Samstag seien jedoch sehr gut besucht gewesen. Mit dem Dienstag ist Böhm sehr zufrieden. Die Band „Fine R.I.P“ habe für großen Zuspruch und mächtig Stimmung gesorgt.
Rolf Bart, Sprecher der Schubkärchler und Betreiber des Standes 33, zeigt sich zufrieden. Am Freitag und Samstag sei die Besucherbilanz sehr stark ausgefallen, sonntags und an den Folgetagen sei der Besuch etwas schwächer gewesen. „Unter den Zeltplanen war es natürlich warm“, sagt er. Am stärksten sei die „klassische Rieslingschorle“ nachgefragt worden. „Pur wird der Wein bei diesen Temperaturen eher weniger getrunken“, erklärt Bart.
„Der Umsatz von Mineralwasser im Weindorf war enorm“, sagt Weindorf-Sprecher Peter Döngi. „Es wurde so viel Wasser wie noch nie getrunken.“ Das verwundert ihn angesichts der schweißtreibenden Temperaturen nicht. Noch heftiger als für die Besucher sei die Hitze aber für die Zäpfler und Caterer im Weindorf gewesen. Am Sonntag hat er selbst zwei Stunden Dienst im Ausschank geleistet: „Das war schon heftig.“
Mehr als 600.000 Besucher erwartet
Genaue Besucherzahlen kann Marcus Brill noch nicht nennen, spricht ganz allgemein von „Hunderttausenden“, die bislang auf den Platz gekommen sind. Angesichts der guten Wetterprognosen für den Nachmarkt ist Brill sicher, dass bei der Besucherzahl am Ende „eine sechs vorne stehen“, sprich die 600.000er-Marke überschritten wird.
Unterdessen zieht die Polizei eine positive Zwischenbilanz. Wenn es Probleme gab, dann wegen handgreiflicher Auseinandersetzungen: So nahmen die Beamten an den fünf Tagen 27 Körperverletzungsdelikte auf, was angesichts der Hitze und der hohen Besucherzahl nicht sehr viel ist. Außerdem vermeldeten sie unter anderem vier Taschendiebstähle sowie drei Fälle von Widerstand gegen die Polizei.




