Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wird der Weinwandel zum vorgezogenen Mandelblütenfest?

Auch am Ungsteiner Weilberg blühen schon die Mandelbäume.
Auch am Ungsteiner Weilberg blühen schon die Mandelbäume.

Die Mandelblüte kommt für den Weinwandel in Bad Dürkheim genau zum richtigen Zeitpunkt. Was die Besucher erwartet und worauf sich die Winzer freuen.

Eigentlich werben ja die Mandelmeile in Edenkoben oder das Mandelblütenfest in Gimmeldingen mit der Kombination aus blühenden Mandelbäumen und Pfälzer Weinen. Doch in diesem Jahr kann sich der Dürkheimer Weinwandel am Sonntag hier einreihen. „Wenn das Wetter so bleibt wie jetzt, wird die Mandelblüte in den kommenden Tagen rasant zunehmen“, sagt Mandelexperte Philipp Eisenbarth. Er hat die Stadt Bad Dürkheim dabei beraten, wie die Mandelterrasse unterhalb der Michaeliskapelle angelegt und bepflanzt werden soll. „Die Sonne macht sehr viel aus“, ergänzt Eisenbarth. Auch die kühlen Nächte könnten den Blüten nichts anhaben, solange es nicht deutlich unter den Gefrierpunkt gehe. Der Experte rechnet damit, dass die Blüte schon bald ihren Höhepunkt erreichen wird.

Flanieren auf der „Ungsteiner Seite“

Auf die kommenden Tage freut sich Winzerin Sibylle Heissler – nicht nur wegen des Wetterberichts. Ihr Weingut ist bei der Weinbergnacht und beim Weinwandel am Sonntag dabei – was in diesem Jahr nicht für alle Betriebe gilt. Der Weinwandel, der am Sonntag um 11 Uhr startet, war im vergangenen Jahr als Verlängerung der Weinbergnacht am Freitag und Samstag erstmals über die Bühne gegangen. Im Vergleich zur Premiere wird die Strecke nun aber deutlich verkürzt. Probiert und flaniert werden kann nur noch zwischen Michelsberg und Römervilla, im Vorjahr war das analog zur Weinbergnacht auch noch in Richtung Leistadt möglich. „Das Konzept bleibt unverändert, nur, dass wir uns in diesem Jahr auf die ,Ungsteiner Seite’ beschränken“, erklärt Marcus Brill, Fachbereichsleiter Kultur und Tourismus. „Die Ungsteiner Seite war im vergangenen Jahr deutlich stärker frequentiert. Wir waren uns als Winzerschaft einig, dass wir lieber einmal aussetzen, sich der Aufwand dann aber auch rentiert“, erklärt Sybille Heissler.

An der Römervilla laufen die Vorbereitungen für Weinbergnacht und Weinwandel.
An der Römervilla laufen die Vorbereitungen für Weinbergnacht und Weinwandel.

Denn weil die Strecke auf etwa drei Kilometer schrumpft, braucht man auch weniger Winzer entlang der Route als bei der Weinbergnacht. An elf Ständen mit insgesamt 16 Betrieben können sich die Besucher am Sonntag ihr Probierglas füllen lassen. Das gibt es beim Einstieg an der Alten Stadtgärtnerei oder bei den Winzern für fünf Euro zu kaufen. Dazu sind die Gastronomen von der Weinbergnacht auch beim Weinwandel für hungrige Besucher da. „Der Weinwandel wird schön, nicht nur wegen der Mandeln. Wir haben gerade ein richtiges Frühlingserwachen im Wingert“, freut sich Heissler.

Ohne Pass und Bändchen

Davon schwärmt auch Sandra Morsch vom Weingut Bärenhof. „Es sind ja nicht nur die Mandelbäume an der Strecke. Es blühen auch Narzissen, wilde Apfelbäume oder Krokusse, dazu kommt unsere tolle Landschaft. Wir sind einfach eine begünstigte Region mit Alleinstellungsmerkmal“, sagt Morsch. Der Bärenhof ist bei Weinnächten ebenso dabei wie beim Weinwandel.

Anders als bei den Weinnächten brauchen die Besucher des Weinwandels weder Weinpass noch Bändchen, um auf der Strecke flanieren zu können. In dieser Frage habe unter den Gästen in den vergangenen Wochen Verunsicherung geherrscht, berichtet Morsch. Die Proben müssen am Sonntag direkt bei den einzelnen Weingütern bezahlt werden.

Wie Morsch und Heissler erzählen, ist es den Winzern frei gestellt, ob sie beim Weinwandel im Vergleich zur Weinbergnacht dieselben oder andere Weine ausschenken. Allerdings mussten die Weingüter schon frühzeitig mitteilen, welche Weine und Sekte sie anbieten wollen: „Wir hatten ein glückliches Händchen und haben für den Weinwandel unseren Mandelrosa, unseren Rosé mit Mandeletikett, angemeldet“, sagt Sibylle Heissler.

Lieber kleinere Veranstaltung

VDP-Winzer Jan Eymael freut sich schon sehr auf die Veranstaltung. Sein Weingut Pfeffingen ist zwar auch bei der Weinbergnacht dabei, aber der Weinwandel sei eine schöne Gelegenheit, um noch mehr mit den Kunden in Kontakt zu kommen. „Bei der Weinbergnacht im vergangenen Jahr haben wir am Samstag alle sieben Sekunden einen Probeschluck ausgeschenkt“, erzählt er. Da sei einfach keine Zeit, sich intensiv über die einzelnen Weine zu unterhalten. Deshalb sieht er es mit Vorbehalt, wenn angesichts der Mandelblüte Parallelen zum anstehenden Mandelblütenfest in Gimmeldingen gezogen werden. „Deshalb hätte ich nichts dagegen, wenn der Weinwandel eine nette, kleinere Veranstaltung bleibt“, sagt Eymael, der es aber schätzt, dass sich die Weinwandel-Besucher wegen des guten Wetters bereits an den blühenden Mandelbäumen entlang des Mandelpfads erfreuen könnten. „Eigentlich gibt es nichts Schöneres, als seinen Wein in einem solchen Umfeld präsentieren zu können.“

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