Ellerstadt
Was Moritz Grallath an der Winzer-Nationalmannschaft reizt
Seit 2005 spielt die sogenannte Weinelf Fußball – von Freundschaftsspielen bis zu Europameisterschaften. Der 37-jährige Moritz Grallath ist seit 2018 bei der Weinelf dabei. Somit hat der Betriebsleiter des Ellerstadter Weinguts Vollmer viel zu erzählen: zum Beispiel über das Besondere der Mannschaft. „Das Besondere ist die Vision einer Verbindung zwischen Sport und dem Wein“, sagt der 1,96 Meter große Innenverteidiger. „Der Winzerberuf an sich weist eine unglaubliche Vielfalt auf und der Fußball ist eine der schönsten Nebensachen der Welt.“
Ihm fallen bewusst eigentlich nur Gemeinsamkeiten zwischen Wein und Fußball ein. „Teamgeist ist für mich dann der Wichtigste, denn eine Mannschaft kann nur Erfolg haben, wenn sich alle miteinbringen“, sagt Grallath. Auf dem Platz und daneben. So sei es auch im Weinberg über die Vegetationsperiode und später im Herbst im Weinkeller.
Als Höhepunkte auf dem Platz nennt er „ganz klar, die Reise nach Rom und Vatikan mit Audienz beim Papst und einem rassigen Match gegen die Vatikanstadt“.
Auch der Pressesprecher der Weinelf, Rudolf Knoll, erinnert sich daran: „2019 beim 1:1 der Weinelf gegen das Team des FC Vatikan in Rom war Moritz ein Turm in der Abwehr, ich habe ihn damals mit dem 1974er-Weltmeister Katsche Schwarzenbeck verglichen.“ Grallath ergänzt noch, dass das Spiel zwar körperbetont gewesen sei, nach dem Spiel aber freundschaftlich.
Zwei Lieblinge: FCK und Riesling
Rechtsfuß Grallath trägt bei der Weinelf die Trikotnummer 73, diese sei ihm von Vereinsseite zugewiesen worden. Sein Profi-Lieblingsspieler – Marlon Ritter vom 1. FCK – trägt die Nummer sieben. „Ritter verkörpert die Region, zeigt Präsenz auf dem Platz und überzeugt durch seine Technik“, erläutert der gebürtige Rheinhesse Grallath, der in Neustadt Weinbau und Önologie studiert hat.
Sein Lieblingswein besteht aus einem Riesling, am liebsten von der Mittelhaardt, vom Forster Pechstein. Die besondere Lage gebe diesem, auch durch den Boden aus Basaltstein, einen individuellen Geschmack und Langlebigkeit, sagt Grallath.
Zum Thema bevorstehende Europameisterschaft im Juni in Italien meint der 37-Jährige: „Wegen eines Rückenleidens bin ich leider nicht dabei, trotz starker Konkurrenz sehe ich uns aber als Titelaspirant.“ Die feierliche Auslosung ergab folgende Gruppen: Gruppe A: Italien, Frankreich, Tschechien, Rumänien und Portugal. Gruppe B: Ungarn, Slowenien, Deutschland, Schweiz und Österreich. Mehr als 3000 Besucher werden während der Turnierwoche in der Toskana erwartet. Neben den Spielen sind Weinverkostungen, Fachkonferenzen und Weingutsbesuche geplant.
Info
Sichtungstraining für neue Spieler am Samstag, 18. April, gegen 10 Uhr in der Sportschule Edenkoben. Teilnahmevoraussetzung: Bewerbung mit Kurzvorstellung der Person, eine Beschreibung des weinprofessionellen Hintergrunds sowie eine fußballerische Vita mit Position und Angabe des jetzigen Vereins mit Ligazugehörigkeit. Anmeldung über die Teammanager Carsten Strauß und Thomas Porsch, E-Mail teammanager@weinelf.de.