Herxheim am Berg
Warum die Gemeinde jünger ist als gedacht – und das gefeiert wird
„Danke gehört an den Anfang“, sagte die Beigeordnete Tanja Veit (IGH), die sich ebenso wie Bürgermeister Gero Kühner (SPD) und Hass sichtlich darüber freute, dass so viele Herxheimer gekommen waren. Sie dankte, ebenso wie Kühner, allen, die miteinander den Frühlingsempfang mit einem tollen Büffet „auf die Beine gestellt haben“ und allen, die sich im Dorf ehrenamtlich engagieren.
„Jeder kann sich einbringen und etwas für den Ort tun. Sprechen Sie uns an, wir finden etwas, wo Sie sich einbringen können“, so Veit. Veit dankte mit je einem Blumenstrauß den Ratsmitgliedern Edith Kullmann (SPD) und Lena Gabel (IGH), die sie in ihrer nicht immer einfachen Arbeit als Beigeordnete unterstützten.
Hochleistungssirene installiert
Miteinander war das Thema der Rede von Kühner. Seitdem er im August 2024 das Amt des Bürgermeisters übernommen habe, sei ihm oft gesagt worden, er sei der Richtige. Er habe sich gefragt, warum die Herxheimer das sagen. Die Antworten, die er gefunden habe, seien, dass er zunächst jedem vertraue, er habe gelernt Dinge anzupacken, habe ein starkes Selbstvertrauen und er „vertraue auf meine Mitmenschen, dass wir miteinander die Dinge zu einem guten Abschluss bringen“.
Verbandsbürgermeister Jürgen Oberholz (FWG) verriet, dass er sich über den ungewöhnlichen Termin für einen Empfang gewundert und Zweifel gehabt habe, ob Leute kommen. „Ich bin erstaunt, dass es so viele sind“, gab Oberholz zu. Als „Hauptsorgenkind“ bezeichnete er die Hauptstraße wegen der dortigen häufigen Wasserrohrbrüche. Die Leitung müsste erneuert werden, wegen der vielen anderen Sperrungen von Straßen in der Region könne die Hauptstraße aber nicht gesperrt werden.
Auch die Sanierung des Kanals im Dackenheimer Weg könne erst 2026 oder 2027 angegangen werden. Bei einer der gesperrten Straßen, der L522 nach Weisenheim am Berg, gehe die Sanierung schneller voran als gedacht, so Oberholz. Er berichtete, dass auf dem Dach des Dorfgemeinschaftshauses eine Hochleistungssirene installiert wurde und die Feuerwehr „sehr gut ausgerüstet“ sei.
Wie alt ist die Gemeinde?
Bisher war man davon ausgegangen, dass die erste urkundliche Erwähnung von Herxheim am Berg 774 war, 1975 wurde mit einjähriger Verspätung die 1200 Jahrfeier begangen. Bei den Vorbereitungen für die geplante 1250 Jahrfeier sei ihm aufgefallen, dass in der Urkunde von 774 Herxheim bei Landau gemeint ist, sagte Hass. Die erste urkundliche Erwähnung von Herxheim am Berg sei nicht genau datiert, in Absprache mit der Leitung des Landesarchivs Speyer sei als Datum 925 festgelegt worden, so Hass. Das bedeute, in diesem Jahr stehe das Jubiläum 1100 Jahre Herxheim am Berg an.
In einer kleinen Ausstellung zeigte Hass eine Abschrift der Urkunde, in der Herxheim am Berg erstmals erwähnt ist. In Vitrinen waren Fotos und Postkarten von Herxheim aus dem Zeitraum von 1898 bis 1934 zu sehen. Auch an den Kirchenbrand vom 5. August 1934 wurde erinnert. Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes sei nicht das einzige Jubiläum in Herxheim am Berg in diesem Jahr, informierte Hass. Vor 50 Jahren sei das Dorfgemeinschaftshaus eingeweiht worden.
Heimatabend geplant
Wie der Hobbyhistoriker berichtete, waren die Exponate, die im Museumsraum gezeigt werden, bisher in Archiv und Magazin gelagert. Dort liege noch mehr, er werde die Exponate immer mal wieder wechseln. Beeindruckend der Schädel und die Gebeine des 1780 verstorbenen Schultheiß Johann Caspar Kissel. In einer Vitrine liegen Fundstücke aus der Gemarkung Herxheim am Berg, wie ein Klingenkratzer aus der Zeit zwischen 20.000 und 10.000 vor Christus.
Zum Jubiläum sind nach Angaben von Hass eine Ausstellung bei der Weinkerwe und ein Heimatabend geplant.