Dackenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Viele Eigentümer, wenig Zeit: Zukunft des Golfplatzes Dackenheim offen

Ein schönes Areal, der Golfplatz in Dackenheim. Doch nach 30 Jahren laufen die Pachtverträge aus und alle Besitzer der Flächen m
Ein schönes Areal, der Golfplatz in Dackenheim. Doch nach 30 Jahren laufen die Pachtverträge aus und alle Besitzer der Flächen müssen kontaktiert werden.

Vor 30 Jahren wurde der erste Teil des Golfplatzes in Dackenheim angelegt. Die Pachtverträge laufen Ende des Jahres aus. Wie geht es weiter?

„Ich wollte, dass wir in Dackenheim einen Golfplatz bekommen, das war eine meiner verrückten Ideen“, sagt Edwin Schrank. 30 Jahre war er Bürgermeister seiner Heimatgemeinde – und Initiator des Golfplatzes. Ein Teil der Fläche für den Platz wurde damals für Obstanbau, ein anderer als Weinbergsgelände genutzt. Weitere Flächen dienen als Ausgleich für die Versiegelung anderer Bereiche und müssen einen ökologischen Wert haben. Sie sind im Besitz der Gemeinde. „Die Ausgleichsflächen werden durch die Nutzung als Golfplatz erhalten und gepflegt“, sagt Schrank. Sie kosten die Gemeinde nichts, stattdessen erzielt sie durch die Verpachtung Einnahmen. Ein Aspekt, der bei der „verrückten Idee“ des Kommunalpolitikers, der immer den Vorteil „seiner Gemeinde“ im Blick hat, eine Rolle gespielt haben dürfte.

„Es war eine sehr mühselige Geschichte alle Eigentümer zu überzeugen, dass sie ihr Gelände verpachten“, blickt Schrank zurück. Der Dackenheimer Weingutsbesitzer Gerhard Mäurer und der damalige Leiter des Bauamts der Verbandsgemeindeverwaltung Freinsheim hätten ihm dabei sehr geholfen. Die Pachtverträge seien für 30 Jahre abgeschlossen worden. Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist geregelt, dass bei langfristigen Verträgen beide Parteien das Recht haben, nach 30 Jahren „spätestens am dritten Werktag eines Pachtjahres“ den Vertrag „zum Ende des nächsten Pachtjahres“ zu kündigen.

Der Bürgermeister soll Auskunft geben

Im Jahr 2000 hat die Firma Golf absolute, die zur in Mannheim ansässigen Weiland-Firmengruppe gehört, den Golfplatz übernommen, deutlich erweitert und zum Golfgarten Deutsche Weinstraße gemacht. Geschäftsführer Dirk Weiland teilt auf die Frage zur Verlängerung der Pachtverträge mit, dass „wir im laufenden Verfahren uns hierzu nicht äußern möchten“. Weiland verweist auf den Dackenheimer Bürgermeister Matthias Fankhänel, der Auskunft geben könne.

„Die Gemeinde hat ein großes Interesse, dass der Golfplatz bleibt“, sagt Fankhänel. Deshalb unterstütze man die Verhandlungen mit den Besitzern der Grundstücke und versuche zu vermitteln. So habe die Gemeinde im vergangenen Jahr alle Verpächter zu zwei Gesprächen eingeladen. Es würden nicht nur Pacht-, sondern auch Verkaufsgespräche geführt, berichtet Fankhänel.

Problematisch seien die „sehr kleinteiligen Besitzverhältnisse“ und Veränderungen bei diesen in den vergangenen 30 Jahren, so Fankhänel. Es gebe 40 bis 50 Besitzer, denen jeweils Teile des Areals gehören, darunter einige Erbengemeinschaften. Trotz verschiedener Bemühungen sei es bisher nicht gelungen, mit allen Besitzern in Kontakt zu treten. „Die meisten, zu denen wir Kontakt haben, sind bereit, ihr Gelände weiter zu verpachten oder zu verkaufen“, so Fankhänel. Die Besitzer könnten mit dem Gelände nicht viel anderes anfangen, denn es sei überwiegend Vogelschutz- und/oder Natura-2000-Gebiet.

Anregungen und Golfwissen in Bayern geholt

„Wir haben ganz klein angefangen“, erinnert sich Schrank an die Anfangsjahre, bevor Golf absolute den Golfplatz übernommen hat. „Ich bin mit meiner Gattin nach Bad Griesbach gefahren“, erzählt Schrank. Die Gemeinde in Niederbayern ist bekannt für ihre Golfplätze. Schrank hat für sich und seine Ehefrau Elisabeth unterschiedliche Golfkurse gebucht, beide haben sich umgeschaut und informiert.

In Dackenheim sei es mit einer Abschlagfläche losgegangen. Er oder seine Ehefrau seien am Wochenende auf dem Gelände gewesen und hätten „den Leuten gezeigt, wie es geht“. Rentner hätten die Bälle eingesammelt. Der anfängliche Golfclub sei bald in eine Golfclub Betriebs GmbH umgewandelt worden, in der Grundstücksbesitzer und Golfer jeweils 50 Prozent der Anteile gehalten hätten. Um Geld für Verbesserungen und Erweiterungen zu haben, seien Bausteine verkauft worden. „Das hat erst ganz gut geklappt, aber auf Dauer hatten wir nicht ausreichend Kapital“, erzählt Schrank. Er selbst ist kein Golfspieler. „Dafür habe ich keine Zeit“, sagt der 77-Jährige. „Ich bin guter Hoffnung, dass der Golfgarten weiterlaufen wird“, so Schrank.

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