Herxheim am Berg RHEINPFALZ Plus Artikel Versuch gescheitert: Einbahnstraße schafft nur neue Probleme

Von der Hauptstraße sind viele Autofahrer in die schmale Straße „Zwischen den Mauern“ abgebogen. Das sollte eine Einbahnstraße v
Von der Hauptstraße sind viele Autofahrer in die schmale Straße »Zwischen den Mauern« abgebogen. Das sollte eine Einbahnstraße verhindern. Doch zu viele Verkehrsteilnehmer halten sich nicht daran.

Autofahrer lassen sich auch durch Verbotsschilder nicht abhalten: Mit der Kamera hat Bürgermeister Gero Kühner dies gefilmt. Was passiert jetzt mit der Einbahnregelung?

Mit der neuen Einbahnregelung in der Straße „Zwischen den Mauern“ hatte der Herxheimer Gemeinderat im Frühjahr nur Gutes im Sinn. Autofahrer, die die Hauptstraße aus Richtung Freinsheim hochfahren, wollte man mit der gesperrten Einfahrt quasi zwingen, sich in die Schlange an der Ampelkreuzung zur Weinstraße einzureihen.

„Viele sind rechts abgebogen, weil sie abkürzen wollten, standen dann aber ein paar Meter wieder an einer anderen Einmündung zur Weinstraße. Dann war da wieder Chaos“, erklärt Bürgermeister Gero Kühner (SPD). Dem habe man einen Riegel vorschieben wollen. Denn schließlich wollte man den Anwohnern in der engen Straße die Verkehrsbelästigung nicht länger zumuten, die wegen der gesperrten K2 zwischen Freinsheim und Dackenheim zugenommen habe. Die parallel zum Pfaffenhof verlaufende Straße wurde von der Verbandsgemeinde Freinsheim als unechte Einbahnstraße beschildert. Die Einfahrt ist seitdem von der Hauptstraße aus verboten. Fahrzeuge innerhalb der Straße dürfen aber in beiden Richtungen fahren.

Neue Probleme geschaffen

Zufrieden ist man im Ort aber damit nicht. „Wenn man an einer Stelle dreht, verursacht man woanders neue Probleme“, musste Kühner feststellen. So hätten die Bewohner des Dackenheimer Wegs moniert, dass sie zu ihrem Haus jetzt immer über die viel befahrene Weinstraße fahren müssten. Außerdem habe er selbst festgestellt, dass viele Autofahrer die Einbahnstraße gar nicht beachten, so Kühner. Über 80 Autofahrern sei er in etwa drei Wochen dabei auf die Schliche gekommen. Dass er eine kleine Kamera benutzt habe, sei jedoch bei den Ausschussmitgliedern nicht so gut angekommen, gesteht er. Jedoch müsse man feststellen, dass der Einbahnstraßenversuch gescheitert sei.

Anfang November wurde über den Zustand im Haupt- und Finanzausschuss bereits diskutiert. Am Montag kam das Thema dann in den Gemeinderat, nachdem Kühner das Freinsheimer Ordnungsamt um Vorschläge gebeten hatte. Die lagen den Ratsmitgliedern nun auf dem Tisch: Diskutiert wurde über eine Beschränkung auf Tempo 30 „Zwischen den Mauern“ oder auch in der Friedhofstraße sowie im Dackenheimer Weg.

Keine künstlichen Schwellen

Das Montieren von künstlichen Schwellen zur Verkehrsreduzierung kam für die Ratsmitglieder dagegen nicht in Frage. „Das führt bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen zu unnötigem Lärm“, meinte Stefan Eger-Gabel (CDU). Der Vorschlag, zusätzlich ein Schild mit der Aufschrift „Anlieger frei“ unter das Einbahnschild zu hängen, sei mit der Straßenverkehrsordnung nicht vereinbar, so Kühner. Edith Kohlmann (SPD) wollte den ursprünglichen Zustand wieder herstellen – aber mit Tempo 30. Eger-Gabel wandte ein, dass man dort sowieso nicht schneller fahren könne. Wenn man Gegenverkehr wieder zulasse, würde sich deshalb Tempo 10 wie in der Raiffeisenstraße lohnen.

Letztlich entschied sich der Rat, die Geschwindigkeit „Zwischen den Mauern“ auf zehn Kilometer pro Stunde zu begrenzen – auch wenn dies zeitgleich mit der Aufhebung der Einbahnstraße einhergehen müsse. Außerdem soll geprüft werden, ob in der Friedhofstraße Tempo 30 möglich ist.

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