Friedelsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Verstecktes Kleinod: Winzer will historischen Weinberg bekannt machen

Der Burgweinberg wird bereits im 16. Jahrhundert erwähnt.
Der Burgweinberg wird bereits im 16. Jahrhundert erwähnt.

Mit einem Winzerpicknick im historischen Burgweinberg möchte Bioland-Winzer Stefan Reinhart einen wenig bekannten Ort in Friedelsheim in den Fokus rücken.

Das historische Herz Friedelsheims schlägt im Mennonitenhof mit den Resten der ehemaligen Burg. Dass dort an einem Pfad entlang des Schwabenbachs zwischen Sportplatz und Burgweiher ein Wingert liegt, dessen Existenz laut Quellen seit dem 16. Jahrhundert belegt ist, dürften die wenigsten Friedelsheimer wissen. Der junge Bioland-Winzer Stefan Reinhart hat den Wingert im vergangenen Jahr übernommen und möchte ihn nun stärker ins Bewusstsein rücken. Dafür hat er sich ein Winzerpicknick auf dem malerisch gelegenen Gelände einfallen lassen.

Nur ein Pfad in den Weinberg

Zu dem Wingert gelangt man nur über den Bachpfad. Diesen mit schweren Maschinen zu befahren, ist nicht möglich. Deshalb gab der Vorbesitzer des Wingerts, Paul Gerhard Lehmann, dem Biowinzer die Erlaubnis, mit seinen Maschinen über sein Privatgelände zu fahren. Bürgermeisterin Anja Bletzer freut sich, dass sich jemand um das Kleinod kümmert.

Der Friedelsheimer Burgweinberg wird bereits in Quellen aus dem 16. Jahrhundert erwähnt. Der Kunsthistoriker Hanns Hubach beschreibt in einem Aufsatz einen Renaissancegarten, den Pfalzgraf Johann Casimir zwischen 1576 und 1578 bei Schloss Friedelsheim anlegen ließ. Zeitgenossen bezeichneten die Anlage als bedeutenden pfälzischen Hofgarten. Auch Elizabeth Stuart, die Ehefrau Friedrichs V., erwähnte Friedelsheim in einem Brief aus dem Jahr 1653. Darin schrieb sie, der Ort habe einen schönen Garten und einen Weinberg besessen.

Picknick am Wochenende

Mit dem Winzerpicknick am 6. Juni ab 14 Uhr und am 7. Juni ab 11 Uhr zwischen den Reben möchte Reinhart das Projekt einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen. Angeboten werden verschiedene Weine, alkoholfreie Alternativen und kleine Speisen. Sitzmöglichkeiten sind vorhanden, Gäste können aber auch eigene Decken, Stühle und Speisen mitbringen. Das Weingut bietet zudem Rebstockpatenschaften für 50 Euro an. Die Paten erhalten regelmäßige Einblicke in die Arbeit im Weinberg und jedes Jahr sechs Flaschen Wein mit einem eigens gestalteten Etikett aus dem Burgweinberg. Am Stand des Ortsverschönerungsvereins kann der Riesling exklusiv verkostet werden, zu kaufen gibt es ihn nicht.

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