Herxheim am Berg
Verkehrschaos: Künstliche Intelligenz soll Ampel an der Weinstraße besser steuern
Als eine „Katastrophe“ bezeichnet Beigeordnete Tanja Veit (IG Herxheim) die derzeitige Verkehrssituation in Herxheim am Berg. Den örtlichen Verkehrsausschuss informierte sie am Montag gemeinsam mit dem Leiter der Abteilung Bürgerdienste in der Freinsheimer Verwaltung, Jens Schäfer, darüber, wie die Lage verbessert werden soll. Rund 20 Zuschauer waren deshalb ins Dorfgemeinschaftshaus gekommen. Damit besuchten fast doppelt so viele Zuschauer die Sitzung wie Gremiumsmitglieder. Einige im Publikum hätten sich auch gerne zu Wort gemeldet. „Es ist kein Rederecht vorgesehen“, bedauerte Veit mit Blick auf die Tagesordnung. Die Zuschauer nahmen das ohne Murren hin. Veit leitete die Sitzung in Vertretung von Ortsbürgermeister Gero Kühner (SPD), der zeitgleich an einer Bürgermeisterdienstbesprechung in Freinsheim teilnahm.
Thema war zum einen die Situation an der großen Ampelkreuzung. Durch die Sperrung in Leistadt sind hier die Staus insbesondere zu Stoßzeiten immer länger geworden. Das führt dazu, dass viele Autofahrer abseits der Weinstraße versuchen, sich einen Weg durch den Ort zu bahnen.
Seitdem die Ampelschaltung im Herbst 2025 geändert wurde, habe es bestimmt drei oder vier Termine mit dem für die Weinstraße zuständigen Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Speyer gegeben, so Veit. Die Schaltung wurde so geändert, dass der Abbiegeverkehr nach links nicht mehr auf den Gegenverkehr warten muss. Das war ein Wunsch des Gemeinderates gewesen. Damit hat man eigentlich den Verkehrsfluss verbessern wollen. Seit der geänderten Schaltung wird jedoch darüber diskutiert, ob die vermehrten Staus auch daran liegen könnten.
Derzeit würden Daten über den Verkehr und das Abbiegeverhalten der Verkehrsteilnehmer gesammelt. „Doch das braucht Zeit“, bat Veit um Verständnis. So sei auf der Ampel eine Kamera installiert worden. Auch auf der Haupt- und der Weisenheimer Straße sollen mit Kameras die Verkehrsströme genau analysiert werden. Mit diesen Daten soll eine KI gefüttert werden, die es wiederum ermöglichen soll, dass sich die Ampel künftig je nach Verkehrsaufkommen selbst regelt, erklärte Veit.
Um den Verkehrsfluss in der Weisenheimer Straße zu verbessern, soll laut Veit das dortige Parkverbot ausgeweitet werden, das wegen der Sperrung in Leistadt einseitig beschildert wurde. Man habe jedoch bemerkt, dass dies nicht ausreichend sei. Mit der Stadt Bad Dürkheim seien dafür noch Gespräche nötig. Laut Veit muss noch geklärt werden, wer für das Aufstellen der entsprechenden Schilder zuständig ist.
Bei einem weiteren Ortstermin mit dem LBM seien neue Schilder verabredet worden, mit denen stärker auf das in der Hauptstraße geltende Durchfahrtsverbot für Lkw über elf Metern Länge aufmerksam gemacht werden soll. Wie Veit und Schäfer erklärten, werde es größere, gelb hinterlegte Schilder geben. Im „Eulengeschrei“ sollen die Schilder, die die Straße als verkehrsberuhigten Bereich ausweisen, in einen Rohrrahmen kommen und niedriger aufgestellt werden. Damit erhofft man sich eine größere Aufmerksamkeit. Derzeit hängen die blauen Schilder in 2,20 Metern Höhe. Laut Schäfer ist dies „suboptimal“, aber grundsätzlich richtig. Auch die Straße „Am Felsenberg“ soll als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen werden.
Anwohner aus dem Eulengeschrei schlugen nach der Sitzung vor, die blauen Schilder durch eine Angabe der Höchstgeschwindigkeit zu ergänzen. Denn die meisten Autofahrer seien viel schneller als die erlaubte Schrittgeschwindigkeit unterwegs. „Wo spielen denn hier Kinder?“, habe ein genervter Autofahrer geantwortet, den sie auf seine schnelle Fahrweise aufmerksam machen wollte, erzählte eine Anwohnerin kopfschüttelnd. Dabei könnten die Kinder gar nicht mehr auf der Straße spielen wegen des vielen Verkehrs. Eine andere Anwohnerin aus dem Eulengeschrei klagte über aggressives Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer. Hier müsse sich dringend etwas tun, bevor ein Kind Schaden nehme, sagte sie.