Sportlerin im Blick
U20-Rheinland-Pfalz-Meisterin geht bei den Damen an den Start
Oft bleibt Maren Franke nicht viel von ihrem Tag. Denn neben ihrem Studium und viermal Leichtathletik-Training pro Woche ist dann eher wenig Freizeit übrig. „Mittwochs bin ich von 7 bis 20 Uhr nicht zu Hause“, sagt die 19-Jährige. „Montags bin ich zwischendurch immerhin drei bis vier Stunden daheim.“
An der Hochschule Worms studiert sie im dritten Semester angewandte Informatik. Bevor die Präsenzlehre in Worms Mitte Dezember wieder eingestellt wurde, pendelte Franke vom heimischen Birkenheide aus mit Zug und Fahrrad an die Hochschule und ins Training zum LTV Bad Dürkheim. „Nur, wenn es etwas stressiger wird, nehme ich das Auto“, sagt die Leichtathletin. Doch auch ohne Präsenzvorlesungen und die so wegfallende Pendelei in die Nibelungenstadt bleibt nicht viel mehr Freizeit, schließlich muss sie auch lernen. Der vollgepackte Wochenplan macht ihr aber nichts aus. „Der Sport ist für mich der Ausgleich für den Tag in der Hochschule.“
„Meine Chancen sind schwer einzuschätzen“
2022 tritt sie erstmals bei Wettkämpfen nicht mehr im Nachwuchsbereich an, sondern bei den Damen. Als erstes stehen im Januar die Hallenpfalzmeisterschaften in Ludwigshafen auf dem Programm. „Meine Chancen sind schwer einzuschätzen, da das eben eine neue Altersklasse ist“, sagt Franke. Umstellen musste sie sich schon beim Schritt von der Altersklasse U18 in die U20. „Da gab es neue Regeln“, sagt sie. So seien die Kugeln beim Kugelstoßen schwerer und die Hürden beim Hürdenlauf höher geworden. „Das wird jetzt wieder so“, erklärt sie.
In Ludwigshafen geht sie wohl im Weitsprung, Sprint über 200 Meter im Einzel und in der Staffel sowie im Kugelstoßen an den Start. Auch wenn „das noch nicht ganz feststeht“, wie sie sagt. „Im Kugelstoßen habe ich wohl die besten Chancen.“ Neben der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft hat sie in der Disziplin in der U20 auch die Pfalzmeisterschaft gewonnen. „Vielleicht gehe ich 2022 auch wieder im Siebenkampf an den Start“, erzählt Franke. „Da bin ich aber wegen Corona schon lange nicht mehr im Wettkampf angetreten.“
Studium geht vor
Eine Karriere als Sportlerin hat sie nicht unbedingt zum Ziel, an eine mögliche Olympia-Teilnahme – auch in ferner Zukunft – noch gar nicht gedacht. Das Studium geht vor, dann erst kommt der Sport. „Für mich gilt es jetzt, meine Leistung zu halten und vielleicht zu steigern“, sagt Franke. „Einer hohen Erwartungshaltung – oder gar Druck – gehe ich aus dem Weg.“ Das bedeutet für sie, weiter regelmäßig ins Training zu gehen.
Als realistisches Fernziel hat sie sich eine Teilnahme an den Süddeutschen Meisterschaften in der U23 gesetzt, für die sie mit derzeit noch 19, später im Jahr 2022 dann mit 20 Jahren noch eine Zeit lang startberechtigt wäre. „Alles darüber hinaus ist schwer zu sagen“, meint Franke. „Ich weiß noch nicht, was in einem oder zwei Jahren ist.“ Konkrete Langzeitziele seien wegen ihres Studiums nur schwer festzulegen. „Ich weiß auch noch gar nicht, ob ich nach dem Bachelor noch einen Masterstudiengang anhänge“, sagt die Leichtathletin. Ihren Bachelorstudiengang versucht sie innerhalb der sieben Semester Regelstudienzeit zu beenden.