Kallstadt Tourismusdebatte: Verkehrsverein sieht Ortsgemeinden wieder am Zug
In der Debatte um die Neuausrichtung des Tourismus in der Verbandsgemeinde Freinsheim hat sich Otto Haaß, Kallstadts Verkehrsvereinsvorsitzender, zu Wort gemeldet. „Tourismus ist ein harter Wettbewerb – guter Wille allein reicht nicht. Wer Gäste gewinnen will, braucht Professionalität, klare Strategien und ausreichende personelle Ausstattung“, findet Haaß. Aktive Betriebe würden erhebliche eigene Mittel in Marketing investieren. Gleichzeitig höre man von genau diesen Leistungsträgern immer wieder, dass die Tourismusabteilung der Verbandsgemeinde weder strukturell noch personell den heutigen Anforderungen gerecht werde. „Wenn die größten Beitragszahler unzufrieden sind, sollte das zu denken geben“, meint Haaß. Denn diejenigen, die unmittelbar vom Fremdenverkehr profitieren, wüssten schließlich am besten, welche Maßnahmen wirken.
An den Bedürfnissen der Betriebe orientieren
„Genau diese Kompetenz muss stärker eingebunden werden“, fordert Haaß. Statt einer Verwaltungsstruktur, die „über die Köpfe der Leistungsträger hinweg“ agiere, brauche es eine klare Ausrichtung, die sich an den Bedürfnissen der Betriebe orientieren müsse. Voraussetzung dafür sei, die „ehrliche Bereitschaft, Verantwortung und Finanzierung neu zu ordnen“.
Deshalb dürfte auch eine unbequeme Frage gestellt werden: „Wäre eine Rückgliederung der Tourismusaufgaben an die Ortsgemeinden sinnvoll?“ Ein „Weiter so“ aus Gewohnheit könne nicht die Lösung sein. „Es braucht Mut zur strukturellen Veränderung“, betont Haaß.