Landtagswahl
SPD-Kandidatin Angela Hubach: Für gerechte Bildung und ein starkes Ehrenamt
„Ich bin Pfälzerin durch und durch“, sagt Angela Hubach. Aufgewachsen in Freinsheim, zur Schule gegangen in Grünstadt, studiert in Landau, berufliche Stationen in Neuwied, Bad Kreuznach und Trier. Heute lebt und arbeitet „Angi“ wieder in der Region. Für die SPD tritt die 50-Jährige im Wahlkreis Bad Dürkheim bei der kommenden Landtagswahl an. Ihr Ziel: das Direktmandat.
Hubach ist Förderschullehrerin und seit 20 Jahren an der Siegmund-Crämer-Schule der Lebenshilfe in Bad Dürkheim tätig. Bildungspolitik ist für sie deshalb kein abstraktes Feld. „Ich komme aus der Praxis“, sagt sie. Viele Debatten verfolge sie nicht nur politisch, sondern aus beruflicher Erfahrung heraus, etwa die Diskussion um Sprachförderung im Kindergarten. Förderbedarf beginne nicht erst im letzten Jahr vor der Einschulung, sondern müsse früh und kontinuierlich ansetzen. „Sprache darf nicht isoliert betrachtet werden“, betont sie. Entscheidend seien ausreichend Fachkräfte und ein System, das Kinder von Anfang an begleite.
Für Hubach steht fest: Bildung dürfe nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Das „Aufstiegsversprechen“ sei für sie zentral. Ganztagsschule, gezielte Programme zur Unterstützung von Schulen in herausfordernden Lagen und eine enge Verzahnung von Kita und Grundschule sind aus ihrer Sicht wichtige Bausteine. Eine grundlegende Änderung der Schulstruktur hält sie dagegen nicht für zielführend. „Wir müssen die bestehenden Strukturen stärken“, sagt sie.
Ehrenamt als zweiter Schwerpunkt
Neben der Bildung nennt Hubach das Ehrenamt als zweiten Schwerpunkt ihrer Kandidatur. Im Wahlkampf habe sie erlebt, wie stark das gesellschaftliche Leben in den Dörfern vom Engagement Einzelner abhänge – in Vereinen, Kirchengemeinden oder Initiativen. „Das hält unsere Orte zusammen“, sagt sie. Aufgabe der Politik sei es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die dieses Engagement unterstützen, etwa durch verlässliche Förderung und weniger bürokratische Hürden.
Auch der Weinbau spielt im Wahlkreis eine große Rolle. Hubach kennt die Branche aus der Familie. Viele kleinere Betriebe stünden unter wirtschaftlichem Druck, berichtet sie aus Gesprächen mit Winzern. Neben dem rückläufigen Absatz bereiteten vor allem fehlende Nachfolger Sorgen. Hier brauche es Unterstützung bei Umstrukturierungen und Perspektiven für Flächen, etwa durch neue Nutzungs- oder Fördermodelle.
Wahlkampf vor Ort
Politisch aktiv ist Hubach seit 2014, zunächst als Stadträtin in Freinsheim. Sie engagiert sich in verschiedenen Parteigremien auf regionaler und Landesebene, war zuletzt B-Kandidatin für den Landtag. Mit der Entscheidung des bisherigen SPD-Abgeordneten Christoph Spies, nicht erneut anzutreten, sei für sie klar gewesen, dass sie bereitstehe. Ihr Listenplatz 34 gilt nicht als aussichtsreich – umso wichtiger ist für sie der direkte Einzug.
Der Wahlkampf findet für Hubach vor allem vor Ort statt: Haustürgespräche, Veranstaltungen, Diskussionsabende. Prominente Unterstützung aus der Landespolitik hat sich angekündigt, so war Bildungsminister Sven Teuber im Von-Busch-Hof in Freinsheim für einen Dialog-Abend. Doch entscheidend seien für sie die Begegnungen im Alltag. „Zuhören gehört für mich zur Politik“, sagt sie.
Privat lebt Hubach mit ihrer Familie in Freinsheim. Sie ist Mutter einer 16-jährigen Tochter. In ihrer Freizeit arbeitet sie im Garten, liest oder hört Podcasts. Ehrenamtlich engagiert sie sich seit ihrer Jugend, unter anderem im kulturellen Bereich und in Initiativen gegen das Vergessen.
Was soll man nach fünf Jahren mit ihrem Namen verbinden? Hubach überlegt kurz. „Dass ich nahbar war – und dass ich Bildung und die Region gestärkt habe.“