Sparen mit der Rheinpfalz
Sparen mit Nadel und Faden
„Verflixt und zugenäht – betreutes Nähen“, heißt einer der beliebten Kurse, die Silke Schirmer, Inhaberin von „Dein Nähwerk“, mit ihrem Team anbietet. „Dieser Kurs am Montagabend ist eine Anlaufstelle für Näherinnen mit ihren kleinen und großen Problemen“, erzählt sie. Dazu gehört zum Beispiel das korrekte Einnähen eines Reißverschlusses oder das Einpassen des Ärmels in Bluse oder Jacke.
Nachhaltige Stoffe
Was sich alles aus den schönen Stoffen wie Jersey, Wolle oder Teddy herstellen lässt, präsentiert die Inhaberin der kleinen Stoff- und Nähschule am Obermarkt in Bad Dürkheim in ihrem Laden. Wollige Mäntel, kuschelige Schals, praktische Taschen und Hoodies für Kinder und Erwachsene: das Sortiment ist vielseitig und bunt. Und es kann selbst nachgenäht werden. Zuhause oder unter Anleitung in den Kursen, die regelmäßig stattfinden. Ob sich dabei etwas sparen lässt, liegt auch an den verwendeten Stoffen: „Für einen Mantel braucht man etwa drei Meter Stoff“, weiß die Expertin. Das kuschelige Material koste um die 50 Euro pro laufendem Meter, mit Alpaca-Anteil oder Mohair etwas mehr. „Nachhaltig ist das selbsthergestellte Unikat auf jeden Fall: Bei der Zeit, die man investiert hat, trägt man es ganz sicher länger“, sagt Schirmer.
Schon beim Stoff spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle: „All unsere Stoffe sind Oekotex-Standard, eine Neuheit ist ein Stoff aus Abfallprodukten der Sojabohne“, erzählt Schirmer.
Erste Nähmaschine von der Oma
Wie viele ihrer Kundinnen – es sind meist Frauen – ist sie selbst in ihrer Rolle als Mutter kleiner Kinder zum Nähen gekommen: „Ich bin verheiratet und habe drei Kinder. Da habe ich von meinem Beruf als technische Zeichnerin auf das ehemalige Hobby Nähen umgesattelt.“ Seit fast genau fünf Jahren hat sie ihr Lädchen am Obermarkt.
Als sie 16 Jahre alt war, habe ihr die Oma die erste Nähmaschine geschenkt. „Sie war es auch, die mir die ersten Nähschritte beibrachte“, verrät Schirmer auf ihrer Firmenwebsite. Die Nähmaschine habe nach einer kurzen kreativen Phase im Keller gestanden. „Erst vor einigen Jahren habe ich diese wieder entdeckt, und das Nähfieber hat mich seitdem nicht mehr losgelassen.“
So wie auch Barbara Schulze. Die treue Kundin hat sich inzwischen auf das Fertigen von Schultertaschen spezialisiert und kam ebenso über das Nähen für die eigenen Kinder zu dem Handwerk. Ihr gehe es um Nachhaltigkeit, sagt sie.
Bis unter die Decke stapeln sich die Stoffballen aus Musselin, Jersey oder French Terry in den aktuellen Herbstfarben und Mustern. „Das ist alles langlebige Bio-Qualität“, sagt Schirmer. Die nötigen Handgriffe lernen die Neulinge in Kursen wie etwa „Das 1x1 beim Schnittmuster“ oder „Dein neuer Hoodie“. „Anfänger starten am Besten mit Kissen oder T-Shirts“, rät Schirmer.
Neues Leben für alte Jeans
Besonders das Nähen eines Kissens sei ein guter Einstieg in die Handwerkskunst. Erst wird der Stoff zugeschnitten, das Einfädeln des Fadens übernehmen die modernen Maschinen in der firmeneigenen Nähstube selbst. Sechs Nähmaschinen stehen dort bereit. Die nötigen Utensilien finden sich im Laden: Stoffe, Garne und Schnittbögen, hier sogar hauseigene Kreationen. Drei Schneiderinnen bringen den Teilnehmerinnen den Umgang mit Nadel, Stoff und Maschine bei: vom einfachen Kissenbezug oder Schal bis zum Jackett im Wunschstoff. Wer günstig eigene Textilien herstellen möchte, kann Alt-Textilien verwenden oder günstige Stoffreste, die es auch im Laden zu erwerben gibt.
Ganz aktuell ist generell auch das Thema „Upcycling“: Das bedeutet Möbel, Geräte oder Kleidung werden nicht einfach nur recycelt, sondern aufgewertet. So auch bei Silke Schirmer. Hier bekommen alte Jeans oder Blusen ein neues Leben. Alte Kleidung wird mit ein paar Handgriffen und Applikationen aufgepeppt oder es entstehen beispielsweise Schultertaschen aus festem Canvas-Stoff. Aber auch kleine Alltagshelfer wie Jeans-Topflappen mit einem speziellen Thermo-Inlay oder Reinigungs-Pads aus Frottee- und Baumwollstoff fürs Gesicht oder Spüllappen für die Küche lassen sich gut selbst herstellen. Die selbst genähten Helferlein aus Stoffresten sind eine Alternative zu Wegwerfprodukten.
In der Vorweihnachtszeit biete sich auch das Nähen von hübschen wiederverwertbaren Geschenkbeuteln mit Weihnachtsmotiven an, berichtet Schirmer. Denn gerade für die eigene Familie müsse es nicht immer gekauftes Geschenkpapier sein: „Mir waren die riesigen zerknüllten Geschenkpapierberge ein Graus“ , erzählt sie.
Noch Fragen?
Kontakt: Dein Nähwerk, Obermarkt 6, Bad Dürkheim, Telefon 06322 9589899. Nähkurse für Erwachsene und Kurse für Kinder ab acht Jahren oder Workshops. Informationen im Internet unter dein-nähwerk.de