Bobenheim am Berg RHEINPFALZ Plus Artikel So lief der Bobenheimer Belznickelmarkt 2025 (mit Bildergalerie)

Der Belznickel und das Christkind waren mit einer Wagenladung voller kleiner Geschenke auf dem Markt unterwegs.
Der Belznickel und das Christkind waren mit einer Wagenladung voller kleiner Geschenke auf dem Markt unterwegs.

Nicht so harmlos wie der Nikolaus, aber doch mit Geschenken für Kinder beladen, ist der Belznickel mit seiner Schar am Samstag auf dem Markt in Bobenheim unterwegs gewesen.

Das schönste Wetter hatte der Belzenickel am Sonntag für seinen Besuch auf dem Bobenheimer Belzenickelmarkt nicht gerade erwischt, was der Sache an sich aber keinen Abbruch tat. In Begleitung des Christkinds, eines Engels und der Wichtel verteilte Belzenickel Olaf Rogge vorbereitete Geschenktüten mit gleichem Inhalt an die Kinder. Manches Kleinkind suchte aber lieber hinter der Mama Schutz.

Laut Definition ist der Belznickel oder Belzenickel eine mürrische, pelzbekleidete Weihnachtsfigur, die als Gabenbringer in der Folklore im Südwesten Deutschlands entlang des Rheins, im Saarland, im Odenwald und in Baden-Württemberg beheimatet ist. Seine Kleidung ist der Legende nach zerlumpt und schmutzig, er trägt einen Stock in der Hand, mit dem der unartige Kinder schlägt, hat aber gleichzeitig auch die Taschen voll mit Süßigkeiten für die braven Kinder.

Der Bobenheimer Belzenickel trägt einen sauberen dunkelbraunen Mantel, einen weißen Rauschebart und eine große Pelzmütze.

In Bobenheim durchweg positiv besetzt

Eine halbe Stunde vor dem Gang über den Markt hilft die Vorsitzende des Bobenheimer Bürgervereins, Maria Schwarze-Kaufmann in der alten Schmiede beim Umkleiden. Die Kleider für Christkind Mira, elf Jahre alt, hängen vorbereitet auf dem Geländer der Treppe, ihre Kleidung hat mehrere Schichten. Die ganz in Weiß gehaltenen Kostüme von ihr und Engel Annelen, auch elf Jahre alt, seien nach altem Vorbild neu geschneidert worden, erzählt Schwarze-Kaufmann.

Jan möchte wissen, wann er mit dem Umziehen dran ist. „Gleich, ich habe auch nur zwei Hände“, bekommt er als Auskunft. Dann sind die Wichtel Jan, Emil, Leni und Tim endlich dran.

Trotz des schlechten Wetters blieben die Gäste nicht aus.
Trotz des schlechten Wetters blieben die Gäste nicht aus.
Der Belznickel war gemeinsam mit dem Christkind einem Engel und einigen Wichteln unterwegs.
Der Belznickel war gemeinsam mit dem Christkind einem Engel und einigen Wichteln unterwegs.
Dick eingemummelt ließ es sich trotz der widrigen Bedingungen aushalten.
Dick eingemummelt ließ es sich trotz der widrigen Bedingungen aushalten.
Eine ganze Wagenladung mit im Vorfeld verpackten Geschenktütchen zog der Belznickel hinter sich her.
Eine ganze Wagenladung mit im Vorfeld verpackten Geschenktütchen zog der Belznickel hinter sich her.

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Für Olaf Rogge ist der Belzenickel-Auftritt eine Premiere. Von Norddeutschland aus Bremerhaven der Arbeit wegen in die Pfalz nach Bobenheim gezogen, ist es ihm „eine Ehre“, die Figur zu verkörpern. „Das ist wie ein Ritterschlag für Zugezogene wie mich“, sagt er. Da, wo er herkommt, gibt es die Figur des Belzenickels nicht, da kennt man nur den Nikolaus oder den Weihnachtsmann. Rogge sind die weniger schönen Seiten des Belzenickels durchaus bekannt, in Bobenheim sei er aber durchweg positiv besetzt, macht Rogge klar.

Er freut sich darauf, beim Rundgang die Familien der Arbeitskollegen zu treffen, und ist gespannt, ob er deren Kinder, die langsam Zweifel an der Existenz von Christkind und Belzenickel haben, von seiner Rolle überzeugen kann.

Der Auftritt dauert eine gute halbe Stunde

Als alle angezogen sind, wird im Hof der ehemaligen Schmiede ein Erinnerungsbild gemacht, dann geht es durch einen engen Gang zu einer Scheune, in der der Leiterwagen mit den Geschenktüten für Kinder versteckt ist. Die Gruppe wird angewiesen, nicht zu schnell zu machen, da die Leute sie fotografieren wollen – was wenig später tatsächlich ausgiebig getan wird. Dann zieht sie mit dem Leiterwagen zum freien Platz vor dem Bürgerhaus.

Der Musikverein intoniert „White Christmas“ und der Beleznickel trägt „Von draußen, vom Walde komm ich her“ mit der leicht abgeänderten Zeile vor: „Belzenickel“, rief es, „alter Gesell, heb' deine Beine und spute dich schnell“. Anschließend beginnen er, das Christkind, die Engel und Wichtel mit dem Geschenkeverteilen.

Nach einer Weile zieht die Gruppe noch die Leininger Straße hinauf und hinunter. Eine gute halbe Stunde später ist der Auftritt, dem alle entgegengefiebert haben, auch schon wieder vorbei. Er hat nur etwas länger gedauert, als das Zurechtmachen von Belznickel und Co zuvor.

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