Basketball
SG Dürkheim/Speyer im Pokalhalbfinale mit Rumpfteam
Das Top-Four-Finale um den Rheinland-Pfalz-Pokal findet 2026 in Neustadt/Wied statt und die SG TV Dürkheim/BI Speyer II ist dabei. Was für die meisten Teams der krönende Saisonabschluss bedeutet, gestaltet sich für die Spielgemeinschaft ganz anders. Eher als „lästige Pflicht“, da der volle Fokus am Wochenende auf dem letzten entscheidenden Spieltag in der Zweiten Bundesliga liegt.
Viele Leistungsträger aus dem „Dürkheimer“ Regionalliga-Team spielen parallel in der Zweiten Liga und fiebern dem großen Saisonfinale entgegen, bei dem am Samstagabend im dem direkten Duell gegen die Dresden Titans (18.30 Uhr Sporthalle Nord Speyer) die Entscheidung über die mögliche und angestrebte Play-off-Teilnahme fällt. Die Konstellation ist verrückt – denn gleich fünf Teams von Platz sechs, dem FC Bayern München Basketball II, und dem Zehnten TSV Oberhaching Tropics, haben aktuell 22 Punkte auf dem Konto.
Fokus liegt auf Zweitligaduell
Die Ahorn Camp Baskets, so heißt die erste Mannschaft der SG TV Dürkheim/BI Speyer, rangieren aktuell auf Platz neun und wollen sich mindestens noch einen Platz verbessern, um in die Playoffs zu kommen. „Ich werde beim Halbfinale in Neustadt/Wied nicht dabei sein können, da ich selbst in der Zweiten Liga auflaufen werde. Wie auch viele andere Jungs. Das letzte Zweitliga-Spiel hat bei uns absolute Priorität“, erzählt Regionalliga-Headcoach Carlos Hidalgo Guijo im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Es geht bei uns in dem Zweitliga-Spiel um sehr viel. Wir müssen gegen Dresden gewinnen, um noch in die Zweitliga-Endrunde einzuziehen. Das hängt zwar nicht nur an uns in diesem sehr engen Tabellenumfeld. Aber ein Sieg gegen den direkten Rivalen aus Dresden ist die Basis für den erfolgreichen Abschluss in der Hauptrunde. Wir werden deshalb im fast parallel stattfindenden rheinland-pfälzischen Pokal-Halbfinale nur mit einer kleinen Mannschaft, gegebenenfalls ergänzt mit einigen Bezirksliga-Spielern, auflaufen können.“
„Wir haben alles durchgespielt und bekommen ein Rumpfteam zusammen. Das ist nicht ideal. Doch der Pokalwettbewerb ist für uns eine ungeliebte Angelegenheit, weil der Terminkalender mit zwei Mannschaften auf hohem Niveau in der Zweiten Liga und Regionalliga eh schon sehr voll ist“, erklärt SG-Teambetreuerin Sabine Karst. „Zumal viele unserer Nachwuchsspieler doppelt in beiden Mannschaften eingesetzt werden. Da ist das mit einem zusätzlichen Pokalwettbewerb immer sehr schwierig. In früheren Spielzeiten schieden wir deshalb meist in der ersten oder zweiten Runde aus. Jetzt sind wir weit gekommen und werden auch unser Bestes geben. Auch wenn neben der Überschneidung auch die weite Reise nach Neustadt/Wied mit vielleicht sogar zwei Spieltagen am Samstag und Sonntag uns extrem fordern wird.“
Gegner ist ein Underdog
Der Fokus von Hidalgo Guijo ist einzig auf Samstagabend und das Zweitliga-Spiel gerichtet. Was der Verein entscheide bezüglich möglicher Personalbesetzung für das Finale, sollte die „Rumpfmannschaft“ das Halbfinale gegen den Außenseiter aus Neustadt/Wied gewinnen und am Sonntag (15.15 Uhr) im Endspiel stehen, würde erst kurzfristig entschieden – wenn der Ausgang in der Zweiten Liga und auch das Ergebnis vom Rheinland-Pfalz-Pokal-Halbfinale vorliege, wie der SG-Trainer versichert. „Sollten wir im Endspiel stehen, schließe ich aber nicht aus, wenn die Jungs noch fit und gesund sind nach dem schweren Zweitliga-Spiel, dass wir am Sonntag dann mit einer deutlich stärkeren Truppe auflaufen werden“, sagt der Coach.
Die kleine „Halbfinal-Delegation“ aus der Kurstadt trifft am Samstagabend um 20 Uhr auf den Gastgeber. Sportfreunde Neustadt/Wied ist der einzige Landesligist, der sich für das Top-Four-Finale qualifiziert hat. Unter „normalen Umständen“ für die SG ein gutes Los, um ins Finale zu kommen. Doch nun könnte der Underdog in eigener Halle auch über sich hinaus wachsen und den eigentlich nicht einkalkulierten Sieg gegen das „Regionalliga-Team“ aus der Pfalz schaffen. „Egal, wie stark wir besetzt sein werden“, sagt Hidalgo Guijo, „die Jungs, die in Neustadt/Wied auflaufen, werden ehrgeizig sein, das Finale zu erreichen.“
Wie beim Trainer sind auch die Prioritäten bei den Leistungsträgern klar Richtung Zweite Bundesliga gerichtet. „Ich bin in erster Linie bei der SG, um Zweite Liga und Regionalliga zu spielen“, sagt Oskar Humpert. „Der Pokal hat für mich eine untergeordnete Bedeutung. Ich will meine gute Entwicklung bei der Spielgemeinschaft und die gute Zweitliga-Runde mit einem Sieg beenden und in die Play-offs kommen. Das ist mein Fokus fürs Wochenende!“
Termine
Top-Four-Finale um den Rheinland-Pfalz-Pokal in Neustadt/Wied (Sporthalle Bürgerhaus)
Halbfinale: BBC Fastbreakers Rockenhausen – TSG Heidesheim (Samstag, 16 Uhr), SF Neustadt/Wied – SG TV Dürkheim/BI Speyer II (Samstag, 20 Uhr).
Endspiel: Sieger der beiden Halbfinalspielen (Sonntag, 15.15 Uhr)
Zweite Liga, letzter Spieltag - „Endspiel“ um das Erreichen der Playoffs:
Ahorn Camp Baskets Speyer – Dresden Titans (Samstag, 18.30 Uhr, Sporthalle Speyer-Nord).