Bad Dürkheim
Pfälzische Weinkönigin: Kandidatin Denise Stripf im Porträt
Sollte jemand wirklich noch bei einer Weinprinzessin das Bild einer Dirndl tragenden, freundlich lächelnden und ein Glas Wein in der Hand haltenden jungen Frau vor Augen haben: Denise Stripf wäre sehr gut in der Lage, denjenigen auf der Stelle zu widerlegen. Sie steht mit beiden Beinen auf der Erde, ist beruflich erfolgreich, sehr beredt, bei dem Gespräch mit der RHEINPFALZ ganz auf das Thema fokussiert und trotz ihrer jungen Jahre schon ordentlich in der Welt herumgekommen.
Die 26-Jährige hat von Anfang an gesagt, dass sie sich nach ihrem Jahr als Bad Dürkheimer Weinprinzessin der Wahl zur Pfälzischen Weinkönigin stellen will, aus Interesse am Thema Wein. Dieses Interesse ist bei ihr ein ganz privates. Sie stammt nicht aus einem Weingut und ihr Beruf – Sozialpädagogin mit Masterabschluss – hat überhaupt nichts mit Wein zu tun. Als Teenager habe sie im Weingut Dambach bei Weinfesten immer als Bedienung gearbeitet Sie habe wissen wollen, was „hinter dem Wein steht“, beispielsweise wie er angebaut wird und wie man ihn richtig verkostet. Sie machte also rein privat eine Fortbildung in Sachen Wein in einem Institut, das unter anderem Sommeliers ausbildet und lernte dort etwas über Anbau, Weintypen und -stile und die richtige Lagerung.
In ihrem Beruf arbeitet Denise Stripf mit schwer erziehbaren Jugendlichen und lehrt in ihrem Fach in Ludwigshafen. Für dieses Klientel, das Wein oft nur als Rauschmittel abgespeichert und ansonsten nichts damit am Hut hat, organisierte sie eine Weinprobe. Mit Erfolg, wie sie sagt, denn die Jugendlichen interessierten sich durchaus dafür, wie man Wein richtig probieren und letztlich auch genießen kann.
Behutsame Modernisierung
„Unschön“ findet die Dürkheimerin, wie die Diskussion über die Abschaffung des Titels der Weinkönigin gelaufen ist. „Eigentlich sollte es um die Modernisierung des Amtes gehen, aber dann ging es um Personen“, meint sie. „Es wurde einfach nicht klug kommuniziert.“ Grundsätzlich glaubt sie, dass der Titel „Weinkönigin“ als Marke erhalten bleiben sollte. Ansonsten sollte eine Weinhoheit von Termin zu Termin selbst abwägen können, was in ihren Augen „angemessen“ ist: Ist es ein repräsentativer Auftritt mit Krone oder ein Fachtermin? Bei letzterem störe die Krone nur, weil das repräsentative Erscheinungsbild in der Wahrnehmung der Teilnehmer einem Fachgespräch eher im Weg steht, ist sie der Ansicht. Zur Wurstmarkteröffnung findet Stripf die Krone dagegen „super sinnvoll“, aber eben nur beim offiziellen Teil. Einer behutsamen Modernisierung steht sie auf jeden Fall aufgeschlossen gegenüber. Als ein Höhepunkt in ihrer Zeit als Bad Dürkheimer Weinhoheit empfand sie den Besuch mit einer Delegation in Kempten und dann das Wiedersehen auf dem Wurstmarkt. Gefallen hat ihr auch das ganz private Kennenlernen von Dürkheimer Weingütern. Und natürlich der Wurstmarkt.
Den Umgang mit jungen Menschen hält sie für eine ihrer großen Stärken. Ihnen möchte sie als Pfälzische Weinkönigin vermitteln, dass der Wein kein altmodisches, verstaubtes Produkt ist,, sondern modern und vielfältig. Sie möchte ihnen zeigen, wie man mit Genuss trinkt und ihr Interesse wecken.
Sie persönlich bevorzugt im Sommer einen Riesling , weil der „super das Terroir“ widerspiegele und in der kalten Jahreszeit einen Spätburgunder. Reisen gehört neben ihrem Engagement im Vorstand der Maxdorfer Fasnachter zu Denise Stripfs Hobbys. Sie hat ein paar Monate auf Jamaika in einem Kinderheim gearbeitet, das Kinder von der Straße geholt hat und war vier Jahre im Jugendamt in Mannheim beschäftigt, wo sie für den Fachbereich „Kindeswohlgefährdung“ zuständig war.