Kreis Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Heizungsgesetz: Wie reagieren die Kunden?

Heizen mit Wärmepumpe: Die Nachfrage bleibt hoch.
Heizen mit Wärmepumpe: Die Nachfrage bleibt hoch.

Per Gesetz will die Bundesregierung wieder für mehr Wahlfreiheit bei neuen Heizungen sorgen. Wie wirkt sich die geplante Änderung vor Ort aus? Installateure berichten.

Mehr erneuerbare Energien, weniger fossile Brennstoffe – das war das Ziel des Gebäudeenergiegesetzes, das die Ampelregierung 2024 verabschiedet hat. Die neue Bundesregierung will mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) Anpassungen vornehmen. Die Vorgabe einer Heizung mit 65 Prozent Anteil erneuerbarer Energien in Neubauten wird danach gekippt. Verabschiedet ist das Gesetz noch nicht.

Das sorgt bei Kunden teils für Zurückhaltung beim Thema Heizungseinbau, beobachtet beispielsweise der Unternehmer Daniel Petry. „Die aktuellen politischen Anpassungen und Diskussionen führen zu einer spürbaren Verunsicherung bei vielen Kunden“, sagt auch Heizungs- und Lüftungsbaumeister Andreas Lantz. Ein Teil der Kunden warte derzeit bewusst ab, bis verlässliche gesetzliche und fördertechnische Rahmenbedingungen vorlägen. Die Nachfrage nach Wärmepumpen ist dennoch gegeben.

Verunsicherte Kunden

Andreas Lantz hat seinen Betrieb in Herxheim am Berg. Die Verunsicherung, sagt er, wirke sich unmittelbar auf die Investitionsbereitschaft aus. „Wir beobachten, dass einige Kunden Entscheidungen verschieben oder Alternativen wie Gasheizungen wieder stärker in Betracht ziehen.“ Ähnlich zeigt es sich auch für Daniel Petry, der seinen Installationsbetrieb in Bad Dürkheim hat. „Die Anfrage hat zu Beginn des Jahres angezogen, jetzt ist sie rückläufig“, sagt er.

Thomas Kalbfuß von der Kalbfuß GmbH in Bad Dürkheim glaubt, dass die Verunsicherung bereits mit dem Krieg in der Ukraine entstanden sei. Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz zeigt für ihn hingegen keine Auswirkung in der Nachfrage.

In den letzten Jahren gab es eine Wende, bei der die fossilen Brennstoffe gegenüber den erneuerbaren Energien eingebüßt haben. Nicht zuletzt, weil Experten die Vorteile von Wärmepumpe und Co. sehen. „Wir beraten immer auf regenerative Energien, weil wir es auch empfehlen“, sagt Kalbfuß. Das liege zum einen an den Förderungen, zum anderen an den erwarteten Steigerungen der Preise für Gas und Öl. Bereits seit 2019 verzeichne das Unternehmen eine große Nachfrage nach Wärmepumpen. Die sei auch seit Beginn des Jahres ungebrochen.

Trend zur Wärmepumpe

Bis 2023 hätten Kunden in mehr als der Hälfte der Fälle noch Gasheizungen nachgefragt, sagt Lantz, dessen Firma auf Heizungsmodernisierung spezialisiert ist. „2025 hat sich der Trend zugunsten der Wärmepumpe umgedreht.“ Insgesamt entfielen aktuell fast zwei Drittel der neu installierten Wärmeerzeuger auf diese Energietechnik, so Lantz. Petry geht davon aus, dass diese große Nachfrage vor allem an der Förderung gelegen hat. „Kunden mit älteren Heizungen wollten die mitnehmen“, sagt er. Er bezweifelt, dass die erneuerbaren Energien ohne diese Anreize einen so großen Zuspruch erhalten hätten.

Was ist mit Mehrfamilienhäusern?

Zumindest für die Einfamilienhäuser scheinen sich Heizungen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, durchzusetzen. Um die sogenannte Energiewende weiter voranzutreiben, seien verlässliche und planbare Rahmenbedingungen entscheidend, glaubt Andreas Lantz. Anders sieht es mit Blick auf die Mehrfamilienhäuser aus. „Das ist hier wesentlich schwieriger“, sagt Thomas Kalbfuß. Lantz spricht von komplexen technischen Anforderungen und Entscheidungsprozessen in diesem Bereich.

Aufgrund des Wegfalls der 65-Prozent-Regel befürchten Experten, dass Mieter in Mehrfamilienhäusern zukünftig deutlich höhere Energiekosten tragen müssen. Ob erneuerbare Energien im Endeffekt soviel kostengünstiger sind, mag Daniel Petry indes nicht prognostizieren. „Ob eine Wärmepumpe auf 20 Jahre wirtschaftlicher ist, wird sich zeigen“, so Petry.

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