Bad Dürkheim
Kontaktanzeige mal anders: Wer ist der Kerl aus DÜW?
Wer ist der „Kerl aus DÜW“? Das fragten sich nicht nur Bahnfahrer der Region, sondern auch die RHEINPFALZ-Kollegin aus der Westpfalz. „Könnte ’ne lustige Geschichte dahinterstecken“, schrieb sie und schickte uns das Bild eines Plakats, geklebt auf ein Wartehäuschen in Mußbach.
Da sucht der „Kerl“ ein „Pfälzer Mädel“, das er in der „Gletscherarena“ im Skiurlaub kennengelernt hatte. Bei diesem Anliegen konnte die Lokalredaktion Bad Dürkheim zwar nicht helfen, aber die „lustige Geschichte dahinter“, die hat uns dann doch interessiert und zum Hörer greifen lassen.
Das sei wohl etwas für die Rubrik „Geschichten, die das Leben schreibt“, sagt der Mann am anderen Ende der Leitung amüsiert, der sich als Wachenheimer entpuppt und lieber anonym bleiben will. Als „nette Begegnung“ beschreibt er den Kontakt zur Dame, die er beim Après-Ski im Ötztal kennengelernt hatte. „Nach dem Auseinandergehen fragt man sich, warum man nicht versucht hat, die Sympathie zu vertiefen“, sagt der Wachenheimer, der nicht einmal den Vornamen des „Pfälzer Mädel“ in Erfahrung gebracht hatte. Ihm blieben die Erinnerung an Sölden und einige Gesprächsfetzen. So sei Gimmeldingen erwähnt worden. Weil er an die Begegnung anknüpfen wollte, aber keine anderen Anhaltspunkte hatte, habe er es „old school“ versucht. Er klebte etwa 25 bis 30 Schilder an gut besuchte Orte. „Ich wollte schon, dass es gesehen wird“, sagt er. Dass das wilde Plakatieren eigentlich verboten sei, sei ihm bewusst gewesen. Und auch das Verbreiten der Handynummer hätte ja schief gehen können, sagt er. Getan hat er es trotzdem. „Ich glaube an das Gute im Menschen.“
Eines Tages klingelte das Telefon tatsächlich. Am anderen Ende eine Person aus der Gruppe, mit der die Frau beim Après-Ski unterwegs gewesen war. Es sei ein wertschätzendes Gespräch gewesen, man habe seinen Mut zur Aktion zu schätzen gewusst. Die Frau habe aber ausrichten lassen, kein Interesse daran zu haben, den Kontakt zu vertiefen.
Er sei dennoch froh, es gemacht zu haben, sagt der Wachenheimer. Eine unmittelbare Partnerschaft sei nicht der Hintergrund der Aktion gewesen. „Ich bereue es nicht, wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, sagt er und hat in jedem Fall jetzt eine dieser Geschichten zu erzählen, die das Leben eben so schreibt.