Bad Dürkheim Kein Einkauf an Heiligabend
An Heiligabend schnell im Supermarkt noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen: Was sonst am 24. Dezember meist für ein paar Stündchen möglich ist, wird dieses Jahr schwierig. Denn Heiligabend fällt auf einen Sonntag. In Rheinland-Pfalz ist es Einkauftsmärkten laut Landenöffnungsgesetz prinzipiell nicht erlaubt, an einem Sonntag im Dezember zu öffnen. Die hiesigen Supermärkte und Discounter hätten dies ohnehin nicht vor – wenn auch aus anderen Gründen.
„Sonntag ist Sonntag und da bleiben wir zu“, bekräftigt Sven Stiegler vom gleichnamigen „Nah und Gut“-Edeka am Dürkheimer Bahnhof. Seine 25 Mitarbeiter sollten ausschlafen und entspannt mit ihren Familien das Weihnachtsfest feiern können, begründet der Kaufmann, selbst Vater dreier Kinder, seine Entscheidung. Edeka überlässt es seinen selbstständigen Unternehmern, ob sie am 24. Dezember öffnen oder nicht. Denn unter besonderen Einschränkungen wäre eine Öffnung der Märkte bis 14 Uhr auch in Rheinland-Pfalz möglich: Wer allein Zeitungen, Zeitschriften, Milch und Milchprodukte, Bäckerwaren, landwirtschaftliche Produkte oder Blumen und Pflanzen anbietet, darf aufmachen. Für Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Co. bedeutete dies: Sie müssten große Teile ihrer Verkaufsräume absperren, um nur das ausgewählte Sortiment anzubieten – ein viel zu großer Aufwand für wenige Stunden Öffnungszeit. Für Stiegler geht es bei seinem Entschluss jedoch ums Prinzip. „Es wird keiner verhungern, wenn wir mal drei Tage geschlossen haben“, schrieb er vergangenen Sonntag unter seine Ankündigung auf Facebook, seinen Edeka am 24. Dezember nicht zu öffnen – und erntete von seinen Abonnenten überwiegend Zustimmung. Dennoch ist sich Stiegler sicher: „Wenn wir auf hätten, würden die Leute auch sonntags kommen.“ Genauso wie Stiegler denkt Axel Baumann, der den „Nah und Gut“-Edeka in Freinsheim führt: Auch seine 35 Mitarbeiter dürfen Heiligabend im Kreis ihrer Familien verbringen. „Irgendwo muss Schluss sein“, gibt Baumann gegenüber der RHEINPFALZ als Begründung an. Sie hätten am Samstag davor bis 21 Uhr geöffnet, wer dann nicht seine Einkäufe erledigt habe, der bekomme es wohl nie hin. Baumann glaubt aber nicht, dass viele Kunden von einer Geschäftsöffnung am 24. Gebrauch machen würden. „Hauptumsatz war immer am Tag zuvor, an Heiligabend wurden nur noch Kleinigkeiten gekauft.“ Auch die Einkaufsmärkte im Dürkheimer Bruch – Aldi, Lidl und Hit-Markt – werden am 24. Dezember nicht öffnen. Die zwei Discounter, zuerst Aldi und wenig später Lidl, hatten vor kurzem angekündigt, ihre Filialen deutschlandweit geschlossen zu lassen. „Für Aldi als traditionsbewusstes Familienunternehmen ist es eine Selbstverständlichkeit, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein stressfreies Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familien zu ermöglichen“, wurde der Kommunikationschef von Aldi Süd, Peter Wübben, in der Pressemitteilung vom 27. Oktober zitiert. Lidl zog prompt am Dienstag nach – mit derselben Begründung. Auch der Hit-Markt nannte auf Anfrage dieses Argument. Die Vorweihnachtswoche sei für die Mitarbeiter zudem „arbeitsintentiv“ genug. Auch wer außerhalb von Dürkheim am 24. Dezember einkaufen möchte, wird es schwer haben. Der Rewe-Markt in Wachenheim und der Penny in Weisenheim am Sand bleiben ebenfalls geschlossen – so wie alle als Filialen geführten Märkte der Rewe Group, zu der auch die Penny-Discounter gehören. Das teilte eine Sprecherin auf RHEINPFALZ-Anfrage mit. Eine Begründung für den Entschluss nannte sie nicht. Noch keine Entscheidung getroffen haben hingegen der zu Edeka gehörende Netto mit seiner Filiale in Dürkheim und Treff 3000, eine Tochtergesellschaft von Edeka-Südwest, der einen Markt in Freinsheim betreibt. „Wir haben noch keine Infos, hoffen es aber nicht“, sagte Treff 3000-Marktleiter Christian Grause, der sieben Mitarbeiter unter sich hat.