Freinsheim / Kallstadt
Grundwanderwege: Oberholz weist Kritik aus Kallstadt zurück
Die Verbandsgemeindeverwaltung in Freinsheim hat in einer Stellungnahme Äußerungen zum geplanten Grundwanderwegenetz von Kallstadter Ratsmitgliedern zurückgewiesen. So könne nicht davon gesprochen werden, „die Ortsgemeinden seien nicht informiert oder hätten keine Informationen bekommen“, betonte Verbandsbürgermeister Jürgen Oberholz (FWG).
Bereits am 18. März 2025 seien die Ortsbürgermeister und Beigeordneten über mögliche Kosten des Projekts informiert worden. In einer weiteren Bürgermeisterdienstbesprechung am 14. Mai hätten Experten wie Tobias Kauf von der Pfalz Touristik detaillierte Informationen präsentiert. Ende September habe es erneut eine Bürgermeisterdienstbesprechung gegeben, in der Peter Dell vom Beratungszentrum Kobra angeboten habe, die Ortsgemeinden fachlich zu begleiten. Herxheim und Weisenheim am Berg hätten davon Gebrauch gemacht. Auch Friedericke Stakelbek, Direktorin des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen, habe angeboten, die Gemeinderäte zu unterstützen und Fragen zu beantworten. „Dieses Angebot wurde nicht angenommen“, so Oberholz.
„Alle Fragen beantwortet“
Im Oktober und November habe Kallstadts Bürgermeister Thomas Jaworek mehrere Fragen an die VG-Verwaltung adressiert. Alle Anfragen seien beantwortet worden.
Weiterhin stellte Oberholz klar, dass die Zuständigkeiten für touristische Infrastruktur bei den Ortsgemeinden verbleiben dürften. Kallstadts CDU-Fraktionschef Peter Stephan (CDU) hatte kritisiert, die Verbandsgemeinde würde alles an sich reißen. „Die Verbandsgemeinde übernimmt lediglich Aufgaben, wenn dies beschlossen werde“, so Oberholz. Auch Jaworeks Behauptung, er, Oberholz, habe eine Erklärung zu den Wegerechten abgegeben, sei falsch.
Ausdünnung in einem „moderaten Umfang“
Ein weiterer Kritikpunkt war die Annahme aus Kallstadt, 70 Prozent der Wege würden gestrichen. Dies sei nicht korrekt, da lediglich weniger Wege markiert würden, ohne jedoch zu entfallen. Der Erhalt der Pfälzerwald- und Traditionswege sei sichergestellt. Auch Prädikats- und Naturfreundewege sollen erhalten bleiben, erklärte Oberholz. Die übrigen Wege sollen wegen der verminderten Leistungsfähigkeit des Pfälzerwald-Vereins in moderatem Umfang ausgedünnt werden. Zudem stehe es den Ortsgemeinden – wie bisher – offen, selbst Wanderwege zu markieren und auszuweisen. Der Haupt- und Finanzausschuss habe angeregt, ein Gesamtkonzept zu erarbeiten, da dies bisher auf Ortsgemeindeebene fehle.
Behauptet wurde in Kallstadt außerdem, der geplante Grundwanderweg auf der Gemarkung der VG Freinsheim sei weitgehend identisch mit dem Ganerbenweg. Dies sei ebenfalls nicht richtig, so Oberholz. Die Strecke des Ganerbenweges umfasse knapp elf Kilometer. Jedoch nur ein kleiner Teil von rund vier bis fünf Kilometer Länge verlaufe über die Strecke des insgesamt 22,5 Kilometer langen Grundwanderwegs.
Wanderwege sollen erhalten bleiben
Das Konzept des Grundwanderweges bestehe weder darin, alle Wanderwege mit aufzunehmen, noch darin, Wanderwege in größerem Umfang entfallen zu lassen. Daher würden auch die Wanderwege erhalten bleiben, die nach Kallstadt beziehungsweise auf Kallstadter Gemarkung führen (roter Balken, weiß-blauer Balken, grün-weißer Balken, roter Punkt).
Die Verwaltung habe für dieses Gemeinschaftsprojekt vorgeschlagen, die Kosten über den Tourismusbeitrag zu refinanzieren. Dies sei in den Bürgermeisterdienstbesprechungen genauso abgelehnt worden wie eine Finanzierung über die VG-Umlage. Als einzig verbleibende Möglichkeit sei daher eine Sonderumlage für die Gemeinden vorgeschlagen worden, durch die der Grundwanderweg führt.