Bad Dürkheim
Grippewelle erreicht Dürkheimer Klinik
Sie ist ein wiederkehrender Gast jeden Winters. Und das ist in diesem Jahr nicht anders. Die Grippe ist seit Anfang Januar auf dem Vormarsch. Das spürt auch das Evangelische Krankenhaus in Bad Dürkheim. „Seit drei bis vier Wochen nehmen die Patientenzahlen stetig zu“, sagt Dr. Holger Ramisch, Oberarzt Innere Medizin, auf Anfrage der RHEINPFALZ. Am Freitag vergangener Woche seien 16 Influenza-Erkrankte stationär behandelt worden, zwei bis drei benötigten intensivmedizinische Versorgung. „Es handelt sich überwiegend um ältere Patienten, es waren aber auch bereits einige Jüngere dabei“, so Ramisch. Nach seiner Aussage hat das Krankenhaus derzeit deutlich mehr stationäre Patienten in der Behandlung, als es in den Vorjahren der Fall gewesen ist.
Vor einer verstärkten Grippewelle hatten offizielle Stellen bereits im vergangenen Jahr gewarnt. Laut Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Bad Dürkheim hat das Infektionsgeschehen in der laufenden Saison bereits Ende November begonnen und damit drei Wochen früher, als es noch 2024/2025 der Fall war. Bisher seien die Fallzahlen aber durchaus vergleichbar. Eine deutliche Abweichung, so teilt das Gesundheitsamt mit, ließe sich derzeit im Vergleich zu den Vorjahren nicht ablesen.
Deutlich mehr Grippefälle
In der Gesamtheit betrachtet zeigt sich mit Blick auf das Influenza-Geschehen auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts bundesweit ein deutlich erhöhtes Infektionsgeschehen. Zum Vergleich: 2025 wurden die Zahl der Erkrankten bezogen auf 100.000 Einwohner für die zweite Januarwoche mit einem Wert von 13,99 angegeben. 2026 liegt er bei 25,75. Dem Gesundheitsamt des Kreises wurden in der dritten Januarwoche des laufenden Jahres 107 Influenzaerkrankungen gemeldet, davon 94 im Landkreis Bad Dürkheim und 13 in Neustadt. Allerdings sei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, schließlich würden einzig Fälle mit positivem Erregernachweis mittels Antigentest oder PCR-Tests vom Robert-Koch-Institut als solche gewertet und erfasst.
Das Ende des Infektionsgeschehens ist längst nicht erreicht. Laut Laura Estelmann, Pressesprecherin der Kreisverwaltung, wird für die kommenden Wochen von einer dynamischen Entwicklung erwartet. Ein Merkmal jeder Grippesaison. Die Klinik in Bad Dürkheim stellt das vor bekannte Herausforderungen. „Influenzapatienten sind isolationspflichtig“, sagt Holger Ramisch. Dies mache die Versorgung aufwendiger, auch pflegerisch. Geplante Operationen mussten laut seiner Aussage bislang allerdings weder abgesagt noch verschoben werden.
Wie man vorbeugen kann
Zu den stationären Aufnahmen kämen viele ambulante Patienten hinzu, die die zentrale Notaufnahme aufsuchten, aber wieder entlassen werden könnten, sagt Ramisch weiter. Um das Kliniksystem nicht unnötig zu belasten, sollten laut dem Oberarzt die Hausarztpraxen der erste Anlaufpunkt für Patienten mit Grippesymptomen sein. Sollten die geschlossen sein, können sich Betroffene an die Ärztliche Notfalldienstzentrale neben dem Krankenhaus wenden. „Ein Krankenhausbesuch ist nötig, wenn schwere Symptome wie Atemnot, sehr hohes Fieber über mehrere Tage, Verwirrtheit, starke Brustschmerzen oder Kreislaufprobleme auftreten“, so Ramisch. Besonders gefährdet seien dabei ältere Menschen, Kleinkinder und Menschen mit Vorerkrankungen, da bei ihnen schwere Komplikationen wie Lungenentzündung oder Herzprobleme auftreten könnten.
Wer noch nicht erkrankt ist, kann präventiv vorbeugen. „Aufgrund der aktuellen Krankheitswelle empfehlen wir allen Besuchern unseres Krankenhauses das Tragen eines Mund-Nasenschutzes. Zusammen mit einer guten Händehygiene ist dieser immer noch der beste Schutz“, so der Oberarzt. Und nach wie vor rät Ramisch zur Impfung. Die sei für Risikogruppen weiterhin sinnvoll. Hierzu zählten Menschen ab 60 Jahren sowie Patienten mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Lungenerkrankungen (Asthma, COPD) oder Herz-Kreislauferkrankungen, außerdem Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr, medizinisches Personal sowie Schwangere.